Feines Augenfutter nicht nur für Fans: Neuer Bildband mit famosen Fotos und Fakten über Arnold Schwarzenegger – das Muskelpaket, das Hollywood eroberte und Politik machte.
Fulminante FotosStärker, breiter, lustiger: Arnie zum Anfassen

Copyright: Taschen
Ein Mann, viele Muckis. Als Arnold 1967 den NABBA-Wettbewerb „Mr. Universe“ für Amateure gewann, begann sein Freund Albert Busek – Fotograf, Redakteur und Studioleiter –, ihn intensiv zu fotografieren. Busek beschreibt Arnies Leben damals mit den Worten: „Trainieren, essen, schlafen, trainieren, essen, schlafen, trainieren … und 100 Prozent deiner Energie in ein Ziel stecken, auf das du dich voll und ganz konzentrierst. Arnolds Energie ist unübertroffen – von allen Menschen, die ich in meinen fast 70 Jahren getroffen habe.“

Man kann über diesen Mann denken, was man will. Aber Respekt für seine Willensstärke, die muss man Arnold Schwarzenegger auf jeden Fall zollen. Die Geschichte vom österreichischen Bub, der nach Amerika ging mit einer Handvoll österreichischer Schilling und 20 Wörtern auf Englisch, der es zu Mister Universum schaffte, zum Schauspiel-Megastar, zum Gouverneur von Kalifornien, klingt selbst wie ein Film. Einer mit nicht sehr realistischem Plot, wenn man ehrlich ist.
Arnold Alois Schwarzenegger (78) ist ein Mann voller Widersprüche. Ein Filmstar, obwohl die Kritik ihn regelmäßig verriss. Ein Mann, der eine Kennedy heiratete, aber Republikaner ist. Ein Verfechter der traditionellen Familie, der ein außereheliches Kind mit der guatemaltekischen Haushälterin zeugte. Ein Gouverneur, der antrat, um mehr „Männlichkeit“ in die Politik seines Bundesstaates zu bringen – und dann zum Verfechter für Menschen verschiedener sexueller Orientierungen wurde. Einer der prollig auf dicken Motorrädern hockte und heute für den Umweltschutz die (nicht mehr so überdimensionierten) Muckis spielen lässt. Kurzum: eine echte Type.
Arnold Schwarzenegger: Vater schlug ihn, weil er dachte, „Arnie“ sei schwul
Arnie wird Ende Juli 79 Jahre alt. Der Kölner Taschen Verlag macht ihm quasi ein besonderes Geschenk, einen gewichtigen Bildband, erstmals auf Deutsch, „Arnold“ mit 528 Seiten voller Fotos aus seinen vielen Karrieren, privaten Aufnahmen und Anekdoten von Weggefährten und von Arnie himself. Autorin Dian Hanson ist ganz tief eingetaucht in den Weg eines Mannes, der den amerikanischen Traum lebt wie vielleicht kaum ein anderer.
Natürlich ist es eher eine Jubelarie, dunklere Kapitel werden ausgespart, Kritiker kommen nicht zu Wort. Es ist Fan-Service, ein bisschen wie ein Bodybuilding-Wettbewerb, man zeigt halt seine Schokoladenseiten. Das macht es aber nicht weniger unterhaltsam, auch für Nicht-Fans. Das Buch ist unterteilt in seine Lebensstationen: Athlet, Schauspieler, Politiker (hier als „American“ betitelt) und Aktivist. Arnie schreibt selbst: „1961 begann ich, mir eine Zukunft jenseits meines österreichischen Dorfes vorzustellen. Ich war umgeben von Menschen ohne Tatendrang oder Ehrgeiz – körperlich, seelisch und finanziell vom Krieg gezeichnet. Ich wollte ein ganz anderes Leben, ein viel größeres Leben.“
Er hat es sich erarbeitet, 1962 startete er mit dem Bodybuilding – es war sein Weg raus in die weite Welt, weg von einem Vater, der ihn schlug, weil er dachte, sein Sohn sei schwul. Weg von allen, die sagten, seine Träume seien unerreichbar. Er hat es ihnen gezeigt. Und EXPRESS zeigt hier vor Erscheinen des Buches schon eine Auswahl der tollen Bilder. Und wer weiß, vielleicht fügt Arnie noch weitere Kapitel hinzu. Muss ja noch nicht Schluss sein mit fast 80. Wie sagt Arnie so schön als „Terminator“: I’ll be back! – Ich komme wieder!
