In „The Social Network“ spielte Jesse Eisenberg hochgelobt den umstrittenen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. In „The Social Reckoning“ wollte er nicht mehr dabei sein. Warum eigentlich?
„Er hat Probleme mit diesem Typen“Darum ist Jesse Eisenberg nicht in „Social Reckoning“ dabei

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In „The Social Network“ spielte Jesse Eisenberg nach Ansicht vieler die Rolle seines Lebens. Dennoch weigerte er sich, für die Fortsetzung „The Social Network“ erneut den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zu spielen. (Bild: 2025 Getty Images/Mike Coppola)
Von Außen besehen ist manches in „The Social Reckoning“ wie bei „The Social Network“, nicht umsonst ist der eine Film eine Fortsetzung des anderen. Dann wiederum gibt es Brüche: Inszeniert hat Teil 2 nicht wieder David Fincher, sondern Aaron Sorkin, der beim Vorgänger immerhin das oscargekrönte Drehbuch schrieb. Und in die Rolle von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg ist Jeremy Strong (“Succession“) geschlüpft und nicht erneut Jessie Eisenberg. Aber warum eigentlich, wo doch Eisenberg in „Network“ derart brillierte, dass er sogar für einen Oscar vorgeschlagen war?

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Arrogant, genial, komplexbehaftet: Jesse Eisenberg spielte 2010 hervorragend in „The Social Network“ den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. (Bild: Sony)
Brüche in der personalen Kontinuität bei größer angelegten Filmunternehmungen können Anzeichen für Unstimmigkeiten hinter den Kulissen sein, etwa für kreative oder qualitative Vorbehalte einer Seite gegen eine andere, sei es des Studios gegen die Leistung eines Schauspielers oder eines Schauspielers gegen das infrage stehende Filmprojekt. Nichts dergleichen erklärt das Fehlen Eisenbergs bei „The Social Reckoning“. Denn: Weder hatte Eisenberg künstlerische Einwände gegen die Filmbiografie, noch war das Studio gegen Eisenbergs abermaliges Mitwirken abgeneigt.
Im Gegenteil, man machte Eisenberg Angebote, auch finanzieller Art, die er eigentlich nicht hätte ablehnen können. Doch das Geld lockte den Schauspieler nicht, es entfernte ihn offenbar noch weiter von dem Projekt, wie jedenfalls Regisseur und Drehbuchautor Sorkin in einem Interview mit dem Magazin „Variety“ durchblicken ließ. „Wenn überhaupt, dann ist Geld für ihn (Eisenberg) eher ein Hemmnis. Das ist bewundernswert. Er macht sich große Sorgen darüber, seine Kinder mit zu viel Geld großzuziehen.“
Wie das Geld ihn nicht verführen konnte, so hatte ihn die künstlerische Anlage von „The Social Reckoning“ nicht abgestoßen. Auch hier ein: im Gegenteil. Eisenberg lehnte die Rolle ab, obwohl er großes Vertrauen in Sorkins künstlerische Befähigung hatte und zuversichtlich war, dass „The Social Reckonnig qualitativ überzeugen würde. Er habe das Angebot aus Gründen abgelehnt, verriet Eisenberg in der US-Sendung „Today“, „die wirklich nichts damit zu tun haben, wie großartig dieser Film sein wird“.
„Ich habe in meinem Leben neue Wege einschlagen“

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in „The Social Reckoning“ schlüpfte Charakterdarsteller Jeremy Srong in die Rolle des umstrittenen Tech-Moguls Zuckerberg. (Bild: 2026 CTMG/Sony Pictures Entertainment)
Auf die Gründe kam Eisenberg immer wieder zu sprechen, als befürchtete er, mit einer Beteuerung den Verdacht, hinter seiner Absage steckte vielleicht doch eine künstlerische Ablehnung, nicht ausräumen zu können. Was aber waren das für Gründe? Sie waren persönlicher Natur, wie hier und da ebenfalls deutlich wurde. „Wenn man eine Rolle spielt, dann hat man irgendwann das Gefühl, sich zu etwas anderem entwickelt zu haben“, sagte er in der US-Sendung „Today“. Oder gegenüber „Variety“: „Ich habe in meinem Leben neue Wege einschlagen“.
Anders gesagt: Eisenberg konnte sich mit der Rolle und also mit Zuckerberg nicht mehr identifizieren. Mehr noch, und das brachte er in anderen Interviews unmissverständlicher auf den Punkt: dass er nämlich keine großen Stücke hält auf den umstrittenen Tech-Unternehmer: „Es ist ja nicht so, dass ich einen großartigen Golfer spiele“, sagte er zu „Vanity Fair“. Bei Zuckerberg handle es sich um einen „Typen, der Dinge tut, die problematisch sind - der Faktenprüfungen und Sicherheitsbedenken außer Kraft setzt und Menschen, die in dieser Welt ohnehin schon bedroht sind, noch stärker gefährdet.“
Wie gesagt: Gründe persönlicher Art. Dennoch waren viele über Eisenbergs Absage enttäuscht, auch und besonders Sorkin. Er habe, sagte der Filmemacher in einem Interview mit „Vanity Fair“, drei ganze Tage damit verbracht, Eisenberg umzustimmen. Er habe Argumente angeführt, den Schauspieler mit Schmeicheleien geködert und auf die „großartigen Momente“ im Buch verwiesen, die er würde spielen können. Alles vergeblich, die Abneigung Eisenberg gegen Zuckerberg behielt bis zuletzt die Oberhand. Sorkin: „Er hat einfach seine Probleme mit diesem Typen.“ (tsch)
