Eine Bestsellerverfilmung mit Robert De NiroDas sind die Streaming-Tipps der Woche

Als Toms (Adam Scott, links) Sohn verschwindet verbündet er sich widerwillig mit seinem Vater (Robert De Niro), zu dem er zuvor jeglichen Kontakt abgebrochen hatte. Toms Vater ermittelte damals im Fall. (Bild: Netflix / David Lee)

Copyright: Netflix / David Lee

Als Toms (Adam Scott, links) Sohn verschwindet verbündet er sich widerwillig mit seinem Vater (Robert De Niro), zu dem er zuvor jeglichen Kontakt abgebrochen hatte. Toms Vater ermittelte damals im Fall. (Bild: Netflix / David Lee)

Netflix bringt mit „Der Kinderflüsterer“ das erfolgreiche Thriller-Debüt von Alex North auf den Markt, während sich das ZDF online dem Jahrestag von 9/11 widmet. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

Gewisse Thriller-Plotideen haben offenbar kein Verfallsdatum. Sie begeistern das Publikum stets aufs Neue. In diese Kategorie passt auch „The Whisper Man“ (zu Deutsch: „Der Kinderflüsterer“) des britischen Autors Alex North. Wochenlang hielt sich das Spannungswerk um ein verschwundenes Kind und die eventuelle Rückkehr eines Serienmörders in den internationalen Bestseller-Listen. Es war es nur eine Frage der Zeit, wann die Verfilmung kommt. Die übernahm nun Netflix. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

„Der Kinderflüsterer“ - Netflix

Nicholas Gorki hat seinen Vater nie kennengelernt: Der Banker starb beim Anschlag auf das World Trade Center. 25 Jahre später ist sein Sohn einer von vielen, die zum Jahrestag in einer ZDF-Doku zu Wort kommen.  (Bild: ZDF/Jonny Müller-Goldenstedt, Eco doc)

Copyright: ZDF/Jonny Müller-Goldenstedt, Eco doc

Nicholas Gorki hat seinen Vater nie kennengelernt: Der Banker starb beim Anschlag auf das World Trade Center. 25 Jahre später ist sein Sohn einer von vielen, die zum Jahrestag in einer ZDF-Doku zu Wort kommen. (Bild: ZDF/Jonny Müller-Goldenstedt, Eco doc)

Netflix bringt die Verfilmung des Bestsellers „Der Kinderflüsterer“ als prominent besetzes Spannungsstück am Freitag, 28. August, auf den Markt. „Severance“-Hauptdarsteller Adam Scott spielt den nach dem Tod deiner Frau alleinerziehenden Vater Tom Kennedy. Mit seinem achtjährigen Sohn Jake (Acston Luca Porto) sucht er den Neuanfang im Städtchen Featherbank. Hier ging vor 15 Jahren ein Serienmörder um, der titelgebende „Kinderflüsterer“. Als Taten nach dessen Muster die Gemeinde Featherbank einholen - für die Verfilmung wurde die fiktive Kleinstadt von England nach New Jersey verlegt -, kann dies eigentlich nicht sein. Denn der Täter wurde gefasst und sitzt in Haft. Als Toms Sohn verschwindet, verbündet er sich widerwillig mit seinem Vater (Robert De Niro), zu dem er zuvor jeglichen Kontakt abgebrochen hatte. Toms Vater ermittelte damals im Fall.

Neben Scott und De Niro ist mit Michelle Monaghan (“White Lotus“, Staffel 3) als Ermittlerin noch ein weiterer größerer Name im Cast. Alex Norths Roman wurde dafür gelobt, dass er neben einem klassischen Spannungs-Plot auch die schwierige Beziehung zwischen dem verzweifelt suchenden Vater und dem abgebrühten Ex-Ermittler sensibel und mitreißend zeichnete. Mit Adam Scott, den man auch als Ehemann von Reese Witherspoon aus „Big Little Lies“ kennt, und Ausnahme-Schauspieler Robert De Niro, der gerade 83 Jahre alt geworden ist, steht zumindest jede Menge darstellerisches Potenzial vor der Kamera eines in seinen Plot-Fäden doch recht bekannt wirkenden Thrillers.

„9/11 - Der lange Schatten des Terrors“ - ZDF.de

Mehr News für dich

Seit 2014 ermittelt Hinnerk Schönemann als Tierarzt Hauke in „Nord bei Nordwest“. Die Krimireihe beschert der ARD regelmäßig Traumquoten, wie sie sonst allenfalls der „Tatort“ erreicht. Das Erfolgsrezept: skurriler Humor und ein immer wieder überraschendes Spiel mit den Genres. (Bild: Gordon Timpen)

Hinnerk Schönemann im Interview

„Bekannt zu sein, fühlt sich absurd an“

Nelly (Ella Morgen) wird in der ARD-Serie „Selling Sex“ zu Aurora. (Bild: ARD Degeto Film/Mia Wallace Productions/Senator Film Produktion/Michel Vertongen)

Copyright: ARD Degeto Film/Mia Wallace Productions/Senator Film Produktion/Michel Vertongen

Nelly (Ella Morgen) wird in der ARD-Serie „Selling Sex“ zu Aurora. (Bild: ARD Degeto Film/Mia Wallace Productions/Senator Film Produktion/Michel Vertongen)

Vor 25 Jahren, am 11. September 2001, verübte das islamistische Terrornetzwerk al-Qaida in den USA die tödlichsten Anschläge, die die Welt bislang gesehen hat. Etwa 3.000 Menschen kamen ums Leben und ein neues Zeitalter begann. Unter der neuen Losung „War on Terror“ wurden Kriege in Afghanistan (2001) und im Irak (2003) geführt. Die staatliche Überwachung wurde massiv ausgeweitet. Im westlichen Alltag nahmen Islamfeindlichkeit und gesellschaftliche Polarisierung zu. All diese Punkte werden auch in der neuen dreiteiligen Dokureihe „9/11 - Der lange Schatten des Terrors“ von Lisa-Marie Schnell und Niklas Kreusch aufgegriffen, die ab Samstag, 29. August, auf zdf.de abrufbar ist.

Folge eins trägt den Titel „Wahn“ und zeigt, wie Feindbilder nach dem Anschlag verbreitet und verfestigt wurden. Der aus Bangladesch stammende Einwanderer Rais Bhuiyan erinnert sich unter anderem an den Tag, als er in Dallas von einem Rechtsradikalen aus nächster Nähe angeschossen wurde. Am Beispiel des Films „Loose Change“ wird auch auf die zunehmende Popularität von Verschwörungserzählungen eingegangen.

In der zweiten Folge „Jagd“ rücken die Reaktion der USA auf den Anschlag in den Fokus: Es geht um die Foltermethoden der CIA und den erstmaligen Einsatz von Drohnen im Krieg. Zuletzt geht es in der Folge „Spaltung“ um die Frage, wie der Anschlag und die Reaktionen darauf das Leben vieler bis heute bestimmen. Der Fotograf Kai Pfaffenbach berichtet, wie er nach 9/11 Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak mit der Kamera dokumentierte, und er erinnert sich an seine enge Kollegin, die preisgekrönte Fotojournalistin Anja Niedringhaus, die 2014 in Afghanistan ermordet wurde. Nicholas Gorki, der nach dem Anschlag geboren wurde, bei dem sein Vater starb, erzählt von seinem Aufwachsen ohne Vater und der zunehmenden Politisierung seiner Generation.

„Selling Sex“ - ARD Mediathek

Zunehmend paranoid: Manchmal weiß Daniela (Jennifer Connelly) nicht, ob sie der richtigen Version von Jason (Joel Edgerton) gegenübersteht. (Bild: Apple TV/Sandy Morris)

Copyright: Apple TV/Sandy Morris

Zunehmend paranoid: Manchmal weiß Daniela (Jennifer Connelly) nicht, ob sie der richtigen Version von Jason (Joel Edgerton) gegenübersteht. (Bild: Apple TV/Sandy Morris)

Nachdem Nelly (Ella Morgen) entnervt ihren Aushilfsjob gekündigt hat, entscheidet sich die Studentin für einen ungewöhnlichen Schritt: Sie meldet sich in der neuen ARD-Serie „Selling Sex“ (ab Freitag, 28. August, in der ARD Mediathek) bei einer Escort-Agentur an. Für Ella Morgen ist Nelly ihre bislang größte Rolle. Die 27-Jährige begann ihre Karriere am Theater und spielte etwa im ZDF-Film „Das Versprechen“ und in der Serie „Die Discounter“ mit.

Ihre beste Freundin Bonnie (Manal Raga a Sabit) ist wenig begeistert von Nellys Idee. Aber die Agentur scheint seriös zu sein. Wild wird es für „Aurora“, wie sich Nelly im Job nennt, trotzdem: Die Serie scheut sich nicht, Sex und alles, was so dazugehört, unverblümt und faktisch zu zeigen. Serienschöpferin Marie C. König arbeitete selbst mehrere Jahre lang als Escort und nutzte diese Erfahrungen für das Drehbuch zur Serie. Sie und Co-Autorin Miriam Dehne „zeigen Sexarbeit auf eine klischeefreie, differenzierte und moderne Weise“, erklärt der Sender. Das gelingt allerdings nur bedingt. Nellys Arbeit als Escort wird als Empowerment und Emanzipation dargestellt - was sie sicherlich auch sein kann. Aber es gibt eben auch die Schattenseiten von Prostitution: gewalttätige Kunden, unseriöse Agenturen, sexuelle Ausbeutung und Zwang. „Selling Sex“ thematisiert diese Themen jedoch, wenn überhaupt, nur am Rande. Und dann ist es meist nicht Nelly, sondern vor allem ihre Kollegin Liliana, die damit umgehen muss. Für einen wirklich differenzierten Blick auf Sexarbeit ist das zu wenig.

„Dark Matter - Der Zeitläufer“ - Apple TV

Was wäre, wenn man damals nicht in diesen Zug gestiegen wäre? Wenn man das Jobangebot doch angenommen hätte? Wenn man sich für den anderen Menschen entschieden hätte? Die Apple TV-Serie „Dark Matter - Der Zeitenläufer“ hat aus einer der banalsten und zugleich quälendsten Fragen des Lebens in der ersten Staffel ein ziemlich cleveres Science- Fiction-Szenario gebaut. Staffel zwei wagt sich ab Freitag, 28. August, noch weiter.

Mit den ungelebten Leben ist das nämlich so eine Sache: Wer einmal gesehen hat, was alles vorstellbar gewesen wäre, bekommt die Möglichkeiten nur schwer aus dem Kopf. Hier setzt die zweite Staffel an. Jason Dessen (Joel Edgerton), Ehefrau Daniela (Jennifer Connelly) und Sohn Charlie (Oakes Fegley) haben nach ihrer erzwungenen Flucht aus ihrer ursprünglichen Realität eine Welt gefunden, die ihnen Sicherheit verspricht.

Zur Erinnerung: Im Mittelpunkt der Serie steht eine Box, hinter deren Türen Welten warten, in denen sich die eigene Geschichte dramatisch anders entwickelt - und solche, die sich nur in Details von der eigenen unterscheiden. Jason wurde in der ersten Staffel von seinem eigenen Ich aus einer anderen Realität entführt. Nach langer Suche konnte er in seine eigene Welt zurückkehren - nur um festzustellen, dass dort eine Hundertschaft seiner selbst auf ihn wartet. Denn das Multiversum lässt sich nicht einfach abschütteln. Erst recht nicht, wenn man schon unzählige Varianten der Realität kennengelernt hat.

Hinter „Dark Matter“ steckt ein Gedankenexperiment, das an Schrödingers berühmte Katze erinnert und vor allem mit der Viele-Welten-Interpretation der Quantenmechanik spielt: Demnach entsteht bei jedem Ereignis für jedes mögliche Ergebnis eine eigene Welt - und all diese Varianten existieren parallel. Blake Crouch, der die Serie nach seinem eigenen Roman entwickelte und als Showrunner verantwortet, erkundet eine sehr einfache menschliche Sehnsucht: den Wunsch, im richtigen Leben gelandet zu sein. (tsch)

Maleficent (Angelina Jolie) schreitet zur Tat, um den Untergang der Feen zu verhindern. (Bild: 2019 Disney Enterprises Inc.)
TV-Tipp
So böse wie in diesem Fantasyfilm war Angelina Jolie noch nie