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Ein Beastie Boy kehrt zurückDas sind die Musik-Highlights der Woche

Nach 14 Jahren macht er wieder Musik: Mike D kehrt mit 60 Jahren mit seinem ersten Soloalbum „Thank You“ zurück. (Bild: Jack Coleman)

Copyright: Jack Coleman

Nach 14 Jahren macht er wieder Musik: Mike D kehrt mit 60 Jahren mit seinem ersten Soloalbum „Thank You“ zurück. (Bild: Jack Coleman)

Mastodon, Pulp und Mike D, der nach dem Ende der Beastie Boys vor 14 Jahren jetzt sein erstes Soloalbum veröffentlicht. Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Mit den Beastie Boys prägte Mike D über 30 Jahre lang ein Stück Musikgeschichte in den USA mit. Jetzt wagt sich der inzwischen 60-Jährige an sein erstes Soloalbum: Musik zu machen sei für ihn „die einzige Möglichkeit“, sagt er. „Thank You“ heißt die Platte, an der der Rapper mit seinen Söhnen arbeitete. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Mastodon und Pulp.

Mike D - Thank You

„Marrow Deep“ ist das erste Mastodon-Album ohne den im August 2025 verstorbenen Gitarristen Brent Hinds. (Bild: William Lacalmontie)

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„Marrow Deep“ ist das erste Mastodon-Album ohne den im August 2025 verstorbenen Gitarristen Brent Hinds. (Bild: William Lacalmontie)

„Nachdem Adam Yauch gestorben war, schaltete ich ab und zu den Computer ein und versuchte, ein bisschen an Beats herumzubasteln oder mir alte Aufnahmen anzuhören“, erzählte Michael Diamond alias Mike D kürzlich dem Magazin „Spin“. Doch es ging nicht: „Mein Blick wurde glasig, und dann habe ich den Computer abgeschaltet und irgendwas anderes gemacht.“ Seit dem frühen Krebstod von Adam „MCA“ Yauch im Jahr 2012 hatten sich die verbliebenen beiden Beastie Boys Adam „Ad-Rock“ Horovitz und Mike D aus der Musik zurückgezogen.

Jetzt kehrt letzterer mit „Thank You“ alleine zurück. „Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem Musikmachen die einzige Möglichkeit ist“, erklärte sich der inzwischen 60-Jährige. Bereits im Frühjahr kehrte er im ganz kleinen Rahmen auf die Bühne zurück, spielte spontane Pop-Up-Konzerte - zum Beispiel in einem Surfshop in Malibu. Dabei ist Diamond - man kann es so deutlich sagen - eigentlich ein Gigant, eine Legende. In den 80er- und 90er-Jahren war er mit den Beastie Boys einer der Vorreiter im HipHop.

Auf seiner ersten Soloplatte mischt Diamond, wie es die Band selbst früher tat, HipHop mit rockigen Elementen - zum Beispiel in „What We Got“ -, schlägt aber stellenweise auch ruhigere Töne an. Letztlich ist „Thank You“ aber hörbar ein Kind der Beastie Boys - passenderweise arbeitete Diamond mit seinen Söhnen Skyler und Davis an dem Album.

Mastodon - Marrow Deep

Pulp bringt zwei legendäre Auftritte in der Londoner O2-Arena als Album heraus: „Live!“ erweckt alte wie neue Hits „wieder zum Leben“. (Bild: 2025 Getty Images/Leon Neal)

Copyright: 2025 Getty Images/Leon Neal

Pulp bringt zwei legendäre Auftritte in der Londoner O2-Arena als Album heraus: „Live!“ erweckt alte wie neue Hits „wieder zum Leben“. (Bild: 2025 Getty Images/Leon Neal)

Der Tod von Brent Hinds, der Tod von Brann Dailors Mutter, eine zerstörerische Naturkatastrophe: Mastodon traf in den vergangenen Jahren ein Schicksalsschlag nach dem anderen. Auf ihrem Album „Marrow Deep“ - dem ersten ohne Gründungsmitglied Hinds - verarbeiten die Grammypreisträger ihre Verlusterfahrungen nun in zwölf neuen Songs. Passenderweise zieren die drei Schicksalsgöttinnen der griechischen Mythologie, die Moiren, und der personifizierte Tod das bunte Albumcover.

So ist beispielsweise „Your Ghost Again“ Michele Lawrence, Mutter von Schlagzeuger Dailor, und Ex-Mastodon-Gitarrist Hinds gewidmet. Im März 2025 trennten er und die Metalband sich, fünf Monate später verstarb der 51-Jährige bei einem Verkehrsunfall. Der Song wurde bereits im Voraus veröffentlicht. Ebenso die Single „In The Ruins“, die von der Verwüstung durch den Hurrikan Helene im September 2024 erzählt. Sänger und Bassist Troy Sanders und seine Familie bekamen damals die ganze Zerstörungswut des Sturms zu spüren.

Musikalisch schlägt Mastodon indes wieder härtere Töne an. Gemeinsam mit den neuen Mitgliedern, Gitarrist Nick Johnston und Keyboarder João Nogueira, wagt die Band stellenweise das ein oder andere Experiment und bleibt ihrem melodisch-progressiven Metalsound dabei dennoch treu. Vor allem Fans von „Crack The Skye“ (2009) und „The Hunter“ (2011), dem vierten und fünften Studioalbum der Band, dürften auf ihre musikalischen Kosten kommen.

Pulp - Live!

„Ein Konzert ist ein Ereignis, bei dem Songs wieder zum Leben erwachen“, so erklärt Pulp-Frontman Jarvis Cocker das neue Live-Album der vielleicht besten Britpop-Band überhaupt. Im Juni 2025 feierten sie bei zwei Konzerten in London ihre erfolgreiche, zweite Rückkehr: „More“, ihr erstes Album seit 24 Jahren, hatte gerade Platz eins der UK-Charts erreicht. In der O2-Arena sangen ihre Fans wieder alte und neue Songs lauthals mit. Eben dieses Ereignis und die Magie der Liveauftritte bringt Pulp nun als Mitschnitt auf „Live!“ für alle heraus und erweckt Hits wie „Disco 2000“, mit denen sie Ende der 90-er Musikgeschichte schrieben, „wieder zum Leben“. Es ist auch eine Aufforderung, sagt Cocker: „Come on! Everyone come alive!“

Gleichzeitig ist „Live!“ der Soundtrack zum Film „Pulp: What Do You Do For an Encore?“ von Regisseur Garth Jennings (“Per Anhalter durch die Galaxis“), der im Herbst erscheint. Es geht um jene Konzerte in der Londoner O2-Arena von Cocker und seiner Truppe - Nick Banks, Candida Doyle und Mark Webber -, die auch die Grundlage des Albums sind, und um die gewissermaßen zweite Wiedergeburt der Band. (tsch)

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