Ein Publikumsjoker sorgte bei „Wer wird Millionär?“ (RTL) für einige Aufregung. „Drei Entlassungen wurden mündlich ausgesprochen“, scherzte Moderator Günther Jauch. Im folgenden Regelchaos drohte er sogar einem bestimmten Mitarbeiter und schrieb ihn zur Fahndung aus.
„Diese Sendung ist eine Ruine!“ Günther Jauch verzweifelt über Regel-Chaos bei „Wer wird Millionär?“

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Günther Jauch hatte bei „Wer wird Millionär?“ einiges an Regelchaos wegzumoderieren. (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
„Diese Sendung ist eine Ruine!“ Selten hat man Moderator Günther Jauch so ratlos im eigenen Studio gesehen wie in der aktuellen Ausgabe von „Wer wird Millionär?“ (Montag, 19. Oktober, 20.15 Uhr, RTL, vorab bei RTL+). Schuld daran war Peter Pick aus Aschaffenburg. Der war als Zusatzjoker gleich zweimal erfolgreich und sahnte 1.000 Euro ab. Daneben aber sorgte er für ein ordentliches Regelchaos - bei Moderator Jauch und seinem Team.
Bei WWM könnte die Frage so lauten: Wann dürfen Studiozuschauer, die als Zusatzjoker gewählt wurden und etwas gewannen, wieder zur TV-Aufzeichnung kommen: A) nie mehr B) frühestens in zwei Jahren C) so oft sie wollen D) frühestens nach einem Jahr? Da gab es plötzlich ziemlich viel Verwirrung - vor allem bei Günther Jauch und seinem Vorsage-Team, das sich stets per Computerchat bei ihm meldet, wenn's hilfreich wird. Oder eng, so wie diesmal.
Peter Pick hatte gerade zum zweiten Mal 500 Euro abgesahnt und Jauch fragte zunächst, warum der kluge Mensch da oben im Publikum und nicht unten auf dem Ratestuhl saß. „Sie wollten mich nicht“, meinte Pick, der angab, sich einmal beworben zu haben. Weil das nichts wurde, bewarb er sich um eine Zuschauerkarte - und musste vier Jahre warten. Als Jauch darüber sprach, er könne ja als Zuschauerjoker zurückkehren, sagte Pick: „Jetzt darf ich zwei Jahre nicht kommen, weil ich heute was gewonnen habe.“ Das wollte Jauch nicht glauben: „Was? Das wusste ich nicht. Das ist ja gemein.“
Günther Jauch ist entsetzt: „Was? Das ist gemein!“
Jauch bekam sich gar nicht ein: „Wer sagt das?“ Pick verwies auf die Eintrittskarte oder Anmeldung, dort stünde das. „Wir gehen dem nach“, hieß es aus der Produktion. Nach einer Fragerunde kam das Ergebnis. Jauch moderierte launig: „Ihre Bemerkung hat für viel Aufregung im Team gesorgt - drei Entlassungen wurden schon mündlich ausgesprochen.“ Dann gab der Moderator die offizielle Erklärung, gestützt durch die Einblendung auf seinem Computerbildschirm, bekannt: „Zusatzjoker darf so oft wieder kommen, wie er will.“
Jauch: „Das ist jetzt amtlich, denn das kommt ja auch im Fernsehen. Es gibt also keine Regel, Sie dürfen sich hier zwei Jahre nicht sehen lassen.“ Nur: Das Publikum widerlegte ihn zügig. Ein Studiozuschauer reichte ihm die Eintrittskarte und Jauch fand die entsprechende Stelle und verlas sie. Demnach können Zuschauer nur einmal innerhalb von zwölf Monaten die Sendung besuchen und erfolgreiche Zusatzjoker frühestens nach 24 Monaten zurückkehren. Die Zuschauer wussten das, für Jauch und sein Team schienen es neue Informationen zu sein.
Jauch zürnte scherzhaft: „Ich möchte, dass der Autor der Aufschrift auf den Eintrittskarten noch in dieser Sendung hier erscheint.“ Das sollte der lieber lassen, denn Jauch drohte unter dem Gelächter des Publikums: „Wir werden ihn fesseln, wir werden ihn knebeln. Er ahnt, welches Schicksal ihn erwartet, denn im Nebenstudio wird jeden Tag 'Barbara Salesch' neu aufgezeichnet.“ Ob die „Fahndung“ Erfolg hat, ist fraglich. Denn das Team aus dem Off meldete sich per Computerchat: „Hier ist keiner mehr - alle entlassen.“
Jauch lachte und zog den Schlussstrich: „Diese Sendung ist eine Ruine.“ (tsch)
