Seit mittlerweile fünf Staffeln erzählt die kluge Apple-Serie „For All Mankind“ eine alternative Geschichte der Raumfahrt und Menschheit. Mittlerweile ist das Gedankenspiel, das in den späten 60-ern startete, in den 2010-er Jahren angekommen. Da bereitet die Mars-Kolonie der Erde Sorgen.
Die unterschätzteste Sci-Fi-Serie kehrt zurück

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Der alt gewordene Admiral Ed Baldwin (Joel Kinnaman) muss sich in Staffel fünf der Serie „For All Mankind“ mit Intrigen auf dem Mars auseinandersetzen. Seine Tochter Kelly Baldwin (Cynthy Wu) und er können sich aber auch über Erfolge der Familie freuen. (Bild: Apple TV)
Was wäre, wenn die Geschichte an der ein oder anderen Stelle anders gelaufen wäre? Diese Frage steht im Mittelpunkt von Apples Science Fiction-Serie „For All Mankind“, die am Donnerstag, 27. März, bereits in ihre fünfte Staffel geht. Zehn neue Folgen (Staffelfinale am Freitag, 29. Mai) widmen sich wiederum der Frage, was passiert wäre, hätte die Menschheit ihre Ambitionen, das All zu erobern, nach der ersten Euphoriewelle in den 60-ern mit hohem Einsatz fortgesetzt. In der Serie von Ronald D. Moore, Matt Wolpert und Ben Nedivi gelingt es der Sowjetunion zuerst, Menschen auf den Mond zu bringen. Was die USA unter enormen Druck setzt, ihre Raumfahrtbemühungen massiv zu intensivieren (Staffel eins).

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Celia Boyd (Mireille Enos) ist Teil der Peacekeeper-Sicherheitstruppe auf dem Mars - und muss in einem Mordfall ermitteln. (Bild: Apple TV)
In der Folge erkundet die Serie politische wie auch gesellschaftliche Folgen dieser alternativen Geschichte: Es geht um technologische Wettläufe, aber auch gesellschaftlichen Wandel. Manche Dinge werden hier weitaus früher erfunden, historisch verbriefte Personen nehmen andere Wege. So ist Umweltaktivist Al Gore in „For All Mankind“ tatsächlich US-Präsident geworden, muss seine Macht aber zu Beginn von Staffel fünf abgeben. Im Fokus steht jedoch das Leben der Astronauten, Ingenieure und ihrer Familien, wodurch politische und historische Ereignisse emotional greifbar werden.

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Auch Aleida Rosales (Coral Peña) muss sich in Staffel fünf neuen Herausforderungen stellen. (Bild: Apple TV)
Mit Staffel fünf ist man mittlerweile in den 2010er-Jahren angekommen. Da bereitet die Mars-Kolonie der Erde Sorgen, da die Marsbewohner - immerhin eine Kolonie von 5.000 Menschen - nach Unabhängigkeit streben. Immer noch dabei seit Staffel eins und in mittlerweile kühnen Altersmasken unterwegs: Raumfahrtheld und Admiral Ed Baldwin (Joel Kinnaman) sowie die ehemalige NASA-Top-Managerin und Dissidentin Margo Madison (Wrenn Schmidt). Viele Figuren des aktuellen Casts sind jedoch Kinder und neuerdings auch Enkel der Ed Baldwin-Generation.
Spin-off-Serie „Star City“ startet am 29. Mai
Die Handlung der fünften Staffel setzt einige Jahre nach den Ereignissen rund um den „Goldilocks“-Asteroiden an: Die Marskolonie Happy Valley ist aus einer rauen Außenpostenstadt zu einer blühenden Siedlung mit tausenden Bewohnern gewachsen, doch die Regierungen der Erde verlangen zunehmend Kontrolle und Ordnung vom Roten Planeten. Daraus entstehen wachsende Spannungen zwischen Marsbewohnern und irdischen Mächten, die Konflikte um Autonomie, Ressourcen und politische Macht im Sonnensystem auslösen. Als Eds Enkel Alex Baldwin (Sean Kaufman) bei einem Außenausflug auf dem Mars einen Toten entdeckt, der offensichtlich ermordet wurde, löst der Vorfall Untersuchungen aus, die zu politischen Ränkespielen werden.
Angeblich sollen sieben Staffeln der Serie hergestellt werden, die wahrscheinlich in der famosen Staffel zwei ihren Qualitäts-Höhepunkt hatte. Dann dürfte die Jetztzeit erreicht und nichts mehr zu erzählen sein. Oder doch? Da es sich um eine Science-Fiction-Serie handelt, könnte man in „For All Mankind“ natürlich auch die Zukunft schildern. Die Macher gehen aber wohl einen anderen Weg: Am 29. Mai startet auf Apple TV die achtteilige Spin-off-Serie „Star City“, die im selben alternativen Geschichtsuniversum wie „For All Mankind“ spielt, aber aus sowjetischer Perspektive auf den Raumfahrt‑Wettlauf blickt. (tsch)

