Sie wollte nie als „die Deutsche“ abgestempelt werden: Am 15. Juli feiert Hollywood-Star Diane Kruger ihren 50. Geburtstag und fühlt sich ihrer Heimat verbundener denn je.
Diane KrugerDarum machte die Schauspielerin lange einen Bogen um Deutschland

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Aus Niedersachsen nach Hollywood: Diane Kruger feiert am 15. Juli ihren 50. Geburtstag.
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Sie zählt zu den deutschen Schauspiel-Stars, die es in Hollywood wirklich geschafft haben: Seit sie in Wolfgang Petersens Monumentalfilm „Troja“ (2004) die schöne Helena verkörperte, kennt die ganze Welt den Namen Diane Kruger. Ihre Herkunft verschleierte die in einem kleinen niedersächsischen 8.500-Einwohner-Ort geborene Diane Heidkrüger aber. „Als ich meine Karriere begann, wollte ich nicht als deutsche Schauspielerin abgestempelt werden“, sagte sie unlängst im Interview mit „Variety“.
Sie musste sich aber auch nicht - wie zahlreiche andere ihrer Kollegen, etwa Christoph Waltz und Sandra Hüller, - hierzulande erst durch „Tatort“-Rollen oder Kinofilme einen Namen machen, um für Hollywood entdeckt zu werden. Kruger, die am 15. Juli ihren 50. Geburtstag feiert, beschritt einen anderen Karriereweg - der sie zuletzt aber auch wieder in die Heimat führte.
Karrierestart als Model
Zur Welt kommt die Schauspielerin am 15. Juli 1976 in Algermissen bei Hildesheim, als ältestes Kind eines Computerspezialisten und einer Bankangestellten. Sie besucht das Gymnasium und nimmt Ballett-Unterricht. Mit 15 steht sie im Weltfinale des Modelwettbewerbs „Look of the Year“ der Agentur Elite.
Mit 16 zieht sie nach Paris, arbeitet dort zunächst als Model - noch unter ihrem echten Namen. Über diese Jahre sagte sie später zurückhaltend: „Es war eine lehrreiche Zeit.“
Doch das Laufsteg-Dasein reicht ihr nicht. Sie nimmt am Cours Florent Schauspielunterricht. Kleinere Rollen in französischen Filmen folgen, ihr Französisch wird perfekt. Aus Diane Heidkrüger wird zunächst Diane Krüger, dann - ohne das für internationale Zungen sperrige „ü“ - Diane Kruger. Eine kalkulierte Entscheidung, da sie sich so international besser vermarkten lässt. 2004 der große Sprung: Gegen 3.000 Mitbewerberinnen setzt sie sich für die Rolle der Helena in Wolfgang Petersens Monumentalfilm „Troja“ durch, an der Seite von Brad Pitt und Orlando Bloom.
Entscheidend für ihren Erfolg in den USA: ihr akzentfreies Englisch. Kruger wird nicht auf die Rolle der Deutschen festgelegt - im Gegenteil, als Quentin Tarantino sie für „Inglourious Basterds“ castet, glaubt er zunächst nicht, dass sie überhaupt Deutsche ist. Für den Kultregisseur macht sie eine Ausnahme: Sie habe „nie in einem Film über den Zweiten Weltkrieg mitspielen“ wollen, sagte Kruger gegenüber „Variety“, mochte aber ihre Rolle als Undercover-Agentin für die Alliierten: „Ich durfte dabei helfen, Hitler zu töten. Das war nicht nur toll für mich, sondern auch für mein Land und die Welt.“
Kruger ist „verzweifelt angesichts dessen, was in der Welt geschieht“
Ansonsten lag Deutschland auch einfach nicht auf ihrem Karriereweg: „Ich lebe zur Hälfte in Frankreich, dort habe ich begonnen, Filme zu machen - ich hab mehr französische als amerikanische Filme gedreht“, erklärte sie 2016 dem US-Moderator Stephen Colbert. In Hollywood dreht sie Blockbuster, in Frankreich Independentfilme und Komödien, mittlerweile besitzt sie neben der deutschen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.

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Seit 2016 sind Diane Kruger und Norman Reedus ein Paar, die beiden haben eine gemeinsame Tochter.
Es dauert bis 2017, bis Kruger erstmals einen Film ausschließlich in deutscher Sprache dreht: In Fatih Akins Thriller „Aus dem Nichts“ spielt sie eine Frau, die bei einem Bombenanschlag von Rechtsextremen ihren deutsch-kurdischen Ehemann und ihren Sohn verliert. In Cannes wird sie für ihre Leistung als beste Schauspielerin ausgezeichnet, der Film gewinnt später den Golden Globe als „bester fremdsprachiger Film“.
Danach klingt sie versöhnlicher: „Ich würde gerne wieder in Deutschland drehen. Ich bin deutsch und ich hab echt lange auf eine Rolle in Deutschland gewartet und hoffe, dass ich nicht wieder 25 Jahre warten muss.“ 2022 entwickelt sie gemeinsam mit Akin die Miniserie „Marlene“ über Marlene Dietrich - das Projekt liegt bislang auf Eis.
Ohnehin genießt bei Kruger seit Jahren die Familie Priorität, seit 2018 hat sie mit ihrem Partner. „The Walking Dead“-Star Norman Reedus, eine Tochter. Entsprechend seltener, aber gezielter wählt sie ihre Projekte aus. Zuletzt arbeitete sie wieder mit Fatih Akin zusammen, auch „Amrum“ erzählt ein Kapitel deutscher Geschichte - diesmal zur NS-Vergangenheit. Sie habe die Rolle auch deshalb angenommen, weil sie aktuelle Parallelen erkenne, so Krüger: „Man hat das Gefühl, dass sich die Geschichte wiederholt“, sagte sie „Variety“. Seit der Geburt ihrer Tochter beschäftige sie vor allem die Frage, in was für einer Welt ihr Kind einmal leben wird: „Ich bin verzweifelt angesichts dessen, was in der Welt geschieht, weil ich das Gefühl habe, keine Macht zu haben, etwas zu ändern.“ (tsch)
