2

Das große Kino-RätselWarum Millionen für Filme zahlen, die sie noch nicht gesehen haben

Kinostart - „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“

Copyright: Niko Tavernise/Universal Pictures/dpa

Vorab-Hype um «Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit», noch bevor der Film von Steven Spielberg anlief.

Trotz Streaming: Das Kino erlebt einen neuen Hype

Christopher Nolans „Die Odyssee“ hat noch kein Mensch erblickt, aber der Ansturm ist gewaltig. Für den Film, der erst im Juli startet, sicherten sich Fans ihre Karten bereits ein ganzes Jahr vorher. Besonders die Vorführungen im speziellen IMAX-70mm-Format waren der absolute Renner: Innerhalb weniger Stunden gab es keine Tickets mehr – und das, obwohl niemand auch nur einen einzigen Frame gesehen hatte.

Das ist aber kein Einzelfall. Auch der Trailer zu Steven Spielbergs „Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit“ wurde millionenfach aufgerufen. Beim neuen „Spider-Man: Brand New Day“ von Destin Daniel Cretton explodierte die Euphorie förmlich. Kaum zu glauben: Laut dem Branchenmagazin „Variety“ wurden die ersten Szenen in nur wenigen Tagen über eine Milliarde Mal online angeschaut.

Der Wahnsinn um die großen Kino-Events ist zurück

Zu den heiß erwarteten Filmen zählt außerdem Ridley Scotts Endzeit-Epos „Das Ende der Sterne“, das im August anläuft. Aber was steckt hinter diesem plötzlichen Run auf die Kinos? Gerade in einer Zeit, in der man doch jeden Streifen bequem vom Sofa aus streamen kann?

Die Lösung findet sich in der Vergangenheit. Schon Mitte der 1970er, als Fernseher die Wohnzimmer fluteten, wurde dem Kino das Ende prophezeit. Hollywoods Konter folgte im Sommer 1975 – und hatte verdammt große Zähne.

Alles fing mit Spielbergs „Weißem Hai“ an

Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ wird als die Geburtsstunde des modernen Sommer-Spektakels angesehen. Dieser Film, der 2025 sein 50-jähriges Jubiläum feierte, hat alles verändert. Er hat gezeigt, wie man einen Filmstart zu einem gigantischen Gemeinschafts-Event macht: durch einen gleichzeitigen Start in hunderten Sälen und massive Werbeaktionen.

Jeder erlebte auf einmal zur selben Zeit den gleichen Film. Ein Konzept, das viele für überholt hielten, feierte im Sommer 2023 eine sensationelle Rückkehr. Als „Barbie“ und „Oppenheimer“ parallel anliefen, wurde daraus das Kultur-Phänomen „Barbenheimer“.

Kino als Treffpunkt für alle

Aus zwei komplett gegensätzlichen Streifen wurde ein gemeinsames Happening. Leute warfen sich in Schale, organisierten Doppel-Vorstellungen und machten die Kinogänge wochenlang zum Top-Thema auf Social Media. Es geht längst nicht mehr nur um den Film an sich, sondern um das ganze Drumherum.

Der Sommer-Blockbuster verspricht eine Erfahrung. Das Gefühl, zusammen mit hunderten anderen Menschen zu jubeln, sich zu gruseln oder einfach nur zu staunen. Für eine Generation, die mit Netflix und TikTok groß wurde, werden Plätze, an denen man Gemeinschaft real erlebt, immer reizvoller. Konzerte sind ausgebucht, Festivals brechen Rekorde und die Stadien sind voll – das Kino gehört jetzt wieder dazu.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund, der mitspielt: der Sommer an sich. Schon damals waren klimatisierte Kinosäle eine willkommene Flucht vor der Hitze. Und in Zeiten, in denen die Sommer immer unerträglicher werden, ist so ein dunkler, kühler Raum Gold wert. Das ist sicher nicht der alleinige Grund für den Erfolg, aber definitiv ein kleiner, feiner Bonus. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

ARD-Korrespondentin Mareike Aden war überrascht, wie sehr der Brexit die britische Musikbranche schwächt. (Bild: Oksana Yushko)
ARD-Korrespondentin
Mareike Aden erklärt, wie der Brexit der Musikbranche schadet