Auch 2026 setzt Hollywood vor allem auf das Aufwärmen von Franchises. Den großen Überraschungserfolg des bisherigen Kino-Sommers hat aber kein Pferd aus dem Marvel-Stall gelandet, sondern eine fast schon abgeschriebene Comedy-Reihe.
Comeback mit WuchtDieses Franchise geht in den Kino-Charts durch die Decke

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Die Horror-Parodie „Scary Movie“ hat den ersten großen Überraschungserfolg des Kino-Sommers gelandet. (Bild: 2026 Paramount Pictures/Quantrell Colbert)
Ob He-Man oder Spider-Man: Auch das Jahr 2026 steht in Hollywood ganz im Zeichen von Franchises und Superhelden. Doch der große Kassenschlager im aktuellen Kinoprogramm stammt weder von Marvel noch von Disney oder DC. Der neue Film der Reihe „Scary Movie“ lockte in seiner Premierenwoche mehr als doppelt so viele Zuschauerinnen und Zuschauer in die Kinos wie das zweitplatzierte Star-Wars-Abenteuer „The Mandalorian & Grogu“, das allerdings schon am 20. Mai 2026 gestartet war.
Der sechste Teil der auf Horror-Parodien spezialisierten Reihe sicherte sich so souverän die Spitzenposition der deutschen Kino-Charts. Es handelt sich dabei um die erfolgreichste Premiere eines „Scary Movie“-Filmes überhaupt. Selbst den 2000 erschienenen ersten Film, der den Hype um Genre-Parodien Anfang der Nullerjahre entscheidend mit anheizte, und den populären dritten Teil (2003) sahen in den ersten Tagen nicht so viele Zuschauerinnen und Zuschauer in den Kinos.
He-Man enttäuscht an den Kinokassen
Dabei könnte „Scary Movie“ von einer Übersättigung an Superhelden-Filmen profitiert haben - und daran, dass das Franchise selbst aus dem kulturellen Gedächtnis fast schon verschwunden war: „Scary Movie 5“ erschien 2013 - und floppte gnadenlos. Bereits an seinem ersten Wochenende konnte der neue Film mehr Geld einspielen als es Teil fünf in 13 Jahren getan hat. Ob der Film alle Vorgänger einholen wird, muss sich erst noch zeigen. Unwahrscheinlich ist es nicht.
Der Kinochart-Experte David A. Gross, der den Newsletter „FranchiseRe“ betreibt, betont, dass es sich um einen außergewöhnlich starken Start für eine schon so lange etablierte Comedy-Reihe handelt. Gefloppt ist hingegen „Master Of The Universe“, das He-Man als Kinoheld etablieren sollte. Der Abenteuerfilm landet an seinem Premierenwochenende gerade mal auf dem 5. Platz der deutschen Kinocharts - und international sieht es nicht besser aus.
Muss Spider-Man die Superhelden-Ehre retten?
Finanziell betrachtet, ist der Kontrast zwischen den beiden Filmen sogar noch größer: Während „Master Of The Universe“ 200 Millionen Dollar gekostet hat, von denen weltweit bislang 54 Millionen Dollar wieder eingespielt worden sind, kostete „Scary Movie“ im Vergleich läppische 30 Millionen Dollar. Eingespielt hat der Streifen bereits jetzt 100 Millionen.
Das goldene Zeitalter der Superhelden scheint vorbei. „Aktuell sind die einzigen Fantasyhelden, die große Profite einfahren, die größten bereits etablierten Superhelden wie Spider-Man, Deadpool, Wolverine und Superman“, beschreibt Gross die aktuelle Lage. Mit Spider-Man hat einer dieser Big Seller diesen Sommer noch die Möglichkeit, „Scary Movie“ in den Schatten zu stellen. „Spider-Man: Brand New Day“ startet am 30. Juli in den deutschen Kinos. (tsch)
