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Pop-Ikone wird 80Mit diesen 7 Welthits hadert Cher bis heute

Cher singt ihren Megahit „Believe“.

Copyright: imago stock&people

Cher schmetterte ihren Megahit „Believe“ 1999 bei „Wetten dass...?“, doch die Aufnahmen waren gar nicht so leicht. (Archivbild)

Happy Birthday, Cher! Wir blicken auf einige ihrer größten Hits zurück, mit denen sie auf ganz unterschiedliche Weise Probleme hatte.

Die Pop-Ikone feiert am 20. Mai 2026 ihren 80. Geburtstag. Wer jedoch glaubt, die Diva würde gerührt auf ihre großen Erfolge zurückblicken, täuscht sich gewaltig. Cher ist für ihren gnadenlosen Biss berühmt und nimmt vor allem bei ihrer eigenen Musik kein Blatt vor den Mund. Bei der Entstehung ihrer größten Meilensteine flippte sie im Studio auch schon mal aus, machte sich auf der Bühne über sie lustig oder änderte Texte eigenmächtig in der Badewanne. Wir schauen auf sieben ihrer Hits zurück, mit denen sie auf ganz unterschiedliche Weise bis heute hadert.

„If I Could Turn Back Time“ (1989)

Als die legendäre Songwriterin Diane Warren Cher das Lied zum ersten Mal vorsang, war diese absolut nicht überzeugt. In Interviews verriet Warren später, dass sie Cher praktisch anflehen und auf die Knie gehen musste, damit diese den Song überhaupt aufnahm. Cher gab schließlich nach, mochte das Lied anfangs aber gar nicht. Das war den Fans egal: Der Song erreichte die Top 3 in den USA und war auch in Deutschland ihr erster Hit seit 1973.


„Gypsys, Tramps & Thieves“ (1971), „Half-Breed“ (1973) und „Dark Lady“

Als Solokünstlerin feierte Cher in den frühen siebziger Jahren mit den drei US-amerikanischen Nummer-1-Hits „Gypsys, Tramps & Thieves“, „Half-Breed“ und „Dark Lady“ gigantische Erfolge – doch hinter den Kulissen rollte die Sängerin nur mit den Augen. In einem späteren Interview mit dem „Billboard“-Magazin gestand die Pop-Ikone unumwunden, dass sie sich mit diesen dramatischen, storygetriebenen Pophymnen nur schwer anfreunden konnte. Dieser Stil war meilenweit von ihrem eigentlichen Musikgeschmack entfernt. Viel lieber hätte sie wie Joni Mitchell oder die Eagles geklungen.

Ihre Abneigung gegen die eigenen Klassiker besteht bis heute. Wenn „Gypsys, Tramps & Thieves” überhaupt noch in ihren Live-Shows gespielt wird, dann nur in einer stark gekürzten Version als Liebesdienst an ihre treuen Fans. Komplett vom Spielplan gestrichen wurde dagegen „Half-Breed“. Die Nummer, die jahrelang fälschlicherweise suggerierte, Cher sei selbst indigener Abstammung, rührt die Sängerin heute aus tiefer Überzeugung nicht mehr an.


„Take Me Home“ (1979)

Nach der Trennung von Sonny Bono und einer Reihe von Album-Flops für Warner steckte Cher Ende der siebziger Jahre in einer tiefen Krise. Ihre neue Plattenfirma Casablanca Records, die zu dieser Zeit mit Donna Summer sehr erfolgreich war, drängte sie deshalb in die damals extrem populäre Disco-Welle – sehr zum Missfallen der Sängerin. Obwohl sie mit dem Song „Take Me Home” (1979) ein riesiges Comeback in den Charts feierte, konnte sie dem damals angesagten Genre nur wenig abgewinnen.

Sie gab später unumwunden zu, dass sie das gesamte Disco-Genre überhaupt nicht ausstehen konnte. Für sie war das keine echte Musik, und sie fühlte sich von den Produzenten in ein seichtes Klischee gepresst, das überhaupt nicht zu ihrer Identität als Rock- und Pop-Sängerin passte. 


„Just Like Jesse James“ (1989)

Cher singt diesen Hit zwar ab und zu live, macht aber aus ihrer tiefen Abneigung keinen Hehl. Der Song wurde ebenfalls von Diane Warren geschrieben. Cher gestand später auf der Bühne offen, dass sie die countryangehauchte Rockballade eigentlich hasste: „Der Song ist irgendwie Mist“, sagte sie im Rahmen ihrer „Farewell Tour“. Sie beschwerte sich darüber, dass das Lied zu viele Textzeilen habe und es ihr wegen des Tempos und der Phrasierung extrem schwerfalle, es live zu singen.


„Believe“ (1998)

Es sollte ihr größter Welthit werden, doch im Studio entpuppte sich der Song als Albtraum: Als Cher 1998 an der Originalversion von „Believe“ arbeitete, flogen zwischen ihr und den Produzenten Mark Taylor und Brian Rawling die Fetzen, sodass die Sängerin wütend den Raum verließ. Sie war mit dem Sound unzufrieden und hasste die Art und Weise, wie sie den Song einsingen sollte. „Wenn du es besser haben willst, dann hol dir verdammt noch mal jemand anderen für den Song!”, soll sie damals gepoltert haben.

Aus dieser puren Verzweiflung der Produzenten entstand Musikgeschichte: Um Chers unvollkommene Gesangsspuren zu retten und die Pop-Ikone doch noch irgendwie milde zu stimmen, experimentierten sie heimlich mit der Tonhöhenkorrektur-Software Auto-Tune. Sie drehten den Effekt extrem hoch, sodass Chers Stimme diesen damals völlig neuartigen, roboterhaften Klang bekam. Als Cher das Ergebnis hörte, war sie begeistert – und der weltweite Mega-Erfolg gab ihrer Hartnäckigkeit recht. 

Doch noch ein ganz anderer Punkt wurmt die Sängerin bis heute gewaltig: Während der Aufnahmen änderte Cher spontan in ihrer Badewanne den Text der zweiten Strophe. Sie wünschte sich eine Passage, die echte weibliche Stärke ausdrückt, und erfand kurzerhand die ikonische Zeile: „I’ve had time to think it through, and maybe I’m too good for you“. Da sie es damals jedoch versäumte, offiziell als Co-Autorin registriert zu werden, entgingen ihr durch diesen Fehler schätzungsweise Millionen an Tantiemen für den späteren Welthit.

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