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Bryan Adams feiert Kanada und provoziert WashingtonDas sind die Musik-Highlights der Woche

Bryan Adams feiert auf „How's It Goin'“ seine kanadische Heimat und stichelt zwischendurch immer wieder gegen einen gewissen „Mister“ in Washington. (Bild: Bryan Adams/BA)

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Bryan Adams feiert auf „How's It Goin'“ seine kanadische Heimat und stichelt zwischendurch immer wieder gegen einen gewissen „Mister“ in Washington. (Bild: Bryan Adams/BA)

La Roux, Kings of Leon und Bryan Adams, der mit einem neuen Album seine Heimat Kanada feiert und zwischendurch den USA die lange Nase zeigt: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Was wird Donald Trump wohl dazu sagen? Nun, nach den kürzlich abgehaltenen Zwischenwahlen in den USA hat der aktuelle US-Präsident wohl andere Sorgen als neue Musik von Bryan Adams. Besonders gefallen würde ihm das, was auf „How's It Goin'“ zu hören ist, aber wahrscheinlich nicht. Adams zelebriert mit großem Stolz die Eigenständigkeit und die Widerstandskraft seiner Heimat und teilt zwischendurch immer wieder mal gegen die USA aus. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von La Roux und den Kings of Leon.

Bryan Adams - How's It Goin'

La Roux besingt auf ihrem neuen Album eine alte Flamme, die endgültig erloschen ist - oder doch nicht ..? (Bild: Universal Music)

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La Roux besingt auf ihrem neuen Album eine alte Flamme, die endgültig erloschen ist - oder doch nicht ..? (Bild: Universal Music)

Viel Energie, gute Melodien, aber alles ein bisschen oberflächlich und platt - so blickte die Kritik vor gut einem Jahr auf Bryan Adams' letztes Album „Roll With The Punches“. Ob die Urteile zum Nachfolger „How's It Goin'“ wohl ähnlich ausfallen werden? Gleich im ersten Titel singt er ein Loblied auf die klassische titelgebende Grußformel, die man in Nordamerika gerne mal im Vorbeigehen irgendwelchen fremden Leuten hinwirft - oberflächlicher und platter geht's kaum, zumindest aus Sicht vieler Europäer. Trotzdem ist dieses neue Album ein anderes als das von 2025, und niemand wird Bryan Adams vorwerfen können, dass er nicht mit vollem Herzen bei der Sache sei.

Es gibt diesmal ein klares Konzept hinter der Musik. „Die Idee war einfach, ein Album über Kanada zu machen“, erklärt Bryan Adams. Es soll um die Leute gehen, um die Landschaft, die Geschichte. Adams singt über die Schlacht bei Lundy's Lane im Britisch-Amerikanischen Krieg 1814, über die tragische Geschichte des Leichtathleten und kanadischen Nationalhelden Terry Fox und über den ewigen Lake Ontario. Immer wieder handelt dieses engagierte, stolze Rock-Pop-Kanada-Album von der speziellen „Widerstandsfähigkeit“ des Landes. Dabei blickt Bryan Adams auch mal nach Süden über die Grenze: Ein 51. Bundesstaat, so wie ein gewisser „Mister“ ihn in Washington zuletzt schon erträumte, werde sein Kanada niemals, niemals, niemals werden.

La Roux - Old Flames

Kein Stadion in Sicht: Auf „O My Beloved“ präsentieren die Kings of Leon sich wieder deutlich bodenständiger als noch vor ein paar Jahren. (Bild: Josh Goleman)

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Kein Stadion in Sicht: Auf „O My Beloved“ präsentieren die Kings of Leon sich wieder deutlich bodenständiger als noch vor ein paar Jahren. (Bild: Josh Goleman)

„Old flames burn out“, singt La Roux im Intro zu ihrem neuen Album und dann auch wieder ganz am Ende. Aber kann so eine alte Flamme wirklich je ganz erlöschen? Auf „Old Flames“ ist da zumindest noch genug Glut, damit es für eine gut halbstündige Auseinandersetzung mit dem Ende einer 17-jährigen Beziehung reicht. Und vielleicht auch noch mehr: Grammy-Gewinnerin La Roux ist seit jeher bekannt für perfekt ausgearbeiteten, gut durchdachten Electro-Pop, der tief unter die Haut geht. Auch diese neue Platte - erst der vierte Langspieler seit dem Debüt von La Roux 2009 - dürfte bei vielen Fans in Dauerschleife laufen.

Insgesamt elf Titel umfasst das Album, an dem Elly Jackson alias La Roux sechs Jahre lang arbeitete - alles von ihr selbst komponiert, arrangiert und produziert. Die Künstlerin reichert ihre sonst gerne mal etwas kühlen Pop-Kompositionen diesmal mit stimmungsvoller Kaminfeuer-Nachdenklichkeit an und schafft so ein Werk mit spürbar eigenem Charakter. Ein Album, das wirklich auch als solches gedacht ist und eine Geschichte erzählt: von Verlust, Einsamkeit, Schmerz, Erlösung und Neubeginn. Die Arbeit an diesem Album habe La Roux geholfen zu erkennen, wo sie aktuell stehe - im Leben und in der Liebe. Sie sei heute „glücklich“. Als Hörer ist man derweil bis zuletzt unsicher, wie viel oder wenig da vielleicht doch noch nachglüht von der alten Flamme. Wenn man nur oft genug hinhört, könnte es auch „Old flames burn on“ sein ...

Kings of Leon - O My Beloved

Die vier Brüder Caleb, Jared, Nathan und Matthew Followill starteten ihre Reise vor 27 Jahren, wenn man es sich ein bisschen romantisiert vorstellt, auf holprigen Schotterwegen irgendwo in Mount Juliet, Tennessee. Die Straßen wurden mit der Zeit breiter, der Asphalt glatter. Der Pfad führte auf die größten Bühnen der Welt, zu Gold und Platin. Alles richtig gemacht, könnte man sagen. Und doch reißen die Kings of Leon das Steuer jetzt einmal kräftig herum und lenken den Karren zurück auf die alten Pisten von früher - ein konsequenter Kurswechsel, mit dem die Musik plötzlich auch wieder viel interessanter wird.

2008, das war die Zeit, als die Kings of Leon mit Hits wie „Use Somebody“ zu Stadionrock-Superstars avancierten. Über Jahre landete die Band regelmäßig weit oben in den Charts, ein neues „Use Somebody“ gelang allerdings nicht mehr. Die Geschichte von Kings of Leon schien ein bisschen auserzählt, vielleicht haben sie das auch selbst gemerkt. Auf „O My Beloved“ jedenfalls präsentiert die Band sich wieder viel bodenständiger und bescheidener als zuletzt.

Statt großen Hymnen-Versuchen hört man intimen, authentischen und angenehm unaufgeregten Roots Rock. Im Vordergrund stehen Themen wie Familie und Dankbarkeit, und bei dieser musikalischen Hommage an die wirklich wichtigen Dinge im Leben scheint die Band besonders viel Wert darauf gelegt zu haben, sich nicht von außen hereinreden zu lassen: „O My Beloved“ erscheint über das eigene Label der Band und ist die erste Platte, die Caleb, Jared, Nathan und Matthew Followil vollständig selbst produzierten. (tsch)