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„Oral, anal, vertikal, horizontal”  Ex-„Big Brother”-Dritter geht jetzt ganz neue Wege

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In seinem ersten Buch „Vielleicht liebst du mich übermorgen” nimmt Autor und Influencer Pat Müller alias Patjabbers kein Blatt vor den Mund. Er schreibt detailliert über seine ersten sexuellen Erfahrungen mit Männern. 

Köln/Hannover – Er war 100 Tage im Big-Brother-Haus, ließ sich rund um die Uhr von Kameras beobachten und ging am Ende sogar als Drittplatzierter nach Hause.

Seit diesem Tag (18. Mai 2020) sind viele Monate vergangen. Und: Der 31-Jährige kam nach seiner Zeit im Container in eine andere Welt zurück. Das Coronavirus hatte alles verändert. Vor allem Pats Alltag.

Eigentlich arbeitet Patjabbers, so Pats Künstlername, als selbständiger Trauredner. Doch durch die Pandemie wurden fast alle Hochzeiten für 2020, teilweise auch schon für das Folgejahr abgesagt.

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Grund zur Freude gibt es für Pat trotzdem. Denn vor Kurzem hat sich ein großer Traum für ihn erfüllt. Er bringt sein erstes Buch auf den Markt – und geht damit unter die Autoren.

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„Vielleicht liebst du mich übermorgen” (Piper Verlag) ist der erste Roman von Autor Patjabbers.

„Vielleicht liebst du mich übermorgen” (Piper Verlag, 14 Euro) heißt der Roman. Darin geht es um Pats erste große Liebe, sein Coming-out als schwuler junger Mann – und um Bulimie. EXPRESS hat mit Pat über sein Buch gesprochen. 

Bis vor ein paar Monaten haben wir dich noch 100 Tage im Fernsehen bei „Big Brother“ gesehen. Jetzt hast du ein Buch veröffentlicht. Das ging schnell. Wie kam’s? Hattest du durch deine TV-Bekanntheit einen Vorteil bei Verlagen?

Patjabbers: Ja, das ging nun tatsächlich sehr flott. So schnell es mit der Veröffentlichung jetzt ging, so lange hat der Schreibprozess gedauert: Zehn Jahre habe ich an dem Buch geschrieben. Natürlich nicht durchgehend, sondern alle Jahre wieder. Mal verließ mich der Mut, ob das alles überhaupt so richtig ist, mal fehlte die Zeit oder die Motivation. Stück für Stück ist es dann aber zu einem richtig schönen Roman geworden – ein autobiografischer Roman.

Ob mir die TV-Bekanntheit da zugespielt hat, kann ich gar nicht sagen. Der Verlag fand einfach die Story spannend. Ich hoffe mal stark, dass das der Hauptgrund ist! (lacht)

In deinem Buch geht es um deine erste große Liebe, du hast dich damals mit 15 Jahren zum ersten Mal in einen Mann verliebt. Hast du dieser Person erzählt, dass du eure Geschichte in einem Buch veröffentlichen wirst? Wenn ja, wie hat er darauf reagiert?

Patjabbers: Ja, er weiß Bescheid, dass meine bzw. unsere Geschichte bald für alle lesbar sein wird. Wir hatten viele Jahre keinen Kontakt mehr zueinander, es ist schließlich viel vorgefallen – das kann man im Buch dann lesen. Aber in diesem Fall hatte ich das Bedürfnis, ihm mitzuteilen, dass ich unsere Story in die Welt hinaus schreie (lacht). Obwohl er (Spoiler!) in dem Roman nicht so besonders gut wegkommt, freut er sich auf das Buch. Da war ich schon etwas erleichtert. Mal schauen, vielleicht ist mittlerweile auch genug Zeit ins Land gezogen, dass wir uns auch nochmal persönlich begegnen können.

Im Roman gehst du stellenweise ja ziemlich ins Detail, auch sexuell. An welchem Punkt wäre für dich eine persönliche Grenze überschritten – was würdest du nicht preisgeben?

Patjabbers: (lacht) Also, ehm, ja...puh. Ich muss gestehen, dass dieser Zug abgefahren ist. In diesem Roman wird wirklich alles angesprochen, wie du schon sagst „im Detail”. Jugendfrei ist sicherlich etwas anderes. Ich bin kein Freund davon, Sex zu einem Tabuthema zu machen. Sex und Tod sind oft Tabuthemen, obwohl sie es nicht sein sollten, denn sie gehören zum Leben dazu. Also warum nicht darüber sprechen? Der Hauptprotagonist Ricko erlebt sein erstes Mal. Oral, anal, vertikal, horizontal – das ganze Programm (lacht). Und genau das gibt es eben auch für euch zu lesen. Da wird kein Blatt vor den Mund – oder die Augen – genommen.

Hast du Vorbilder bei Autoren? Oder liest du selbst gar nicht viel?

Patjabbers: Ganz ehrlich? Wenn es die Zeit zulässt, fehlt mir die Geduld. Es ist lange her, dass ich mich entspannt zurücklehnen und auf ein Buch einlassen konnte. Ich habe dann immer das Gefühl, dass ich in dieser Zeit zig andere Dinge erledigen könnte und es fällt mir schwer, mich fallen zu lassen. Irgendwie traurig, oder? Dabei lese ich eigentlich super gern. Mal schauen, ob ich die Geduld aufbringen kann, um mein eigenes Buch zu lesen, wenn ich es in den Händen halte! (lacht)

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Patjabbers, bürgerlich Pat Müller, ehemaliger „Big Brother”-Teilnehmer (2020) und Influencer, hat sein erstes Buch, einen autobiografischen Roman veröffentlicht.

Wer freut sich am meisten, dein Buch bald in den Händen zu halten?

Patjabbers: Ich könnte jetzt sagen: Meine besten Freundinnen und Freunde, mein Partner, meine Follower, mein Hamster, mein Goldfisch, mein Äffchen und mein Pferd. Aber am meisten wird es wohl eine ganz bestimmte Person sein. Ricko (Anm. d. Red.: Ricko ist Pats Alter Ego im Buch). Also: ich! 

Wir sind gespannt! Dürfen wir uns schon auf eine Fortsetzung des Buches freuen?

Patjabbers: Gute Frage. Nächste Frage! (lacht) Also Lust hätte ich definitiv. Ideen auch. Jedenfalls kribbelt es schon wieder in den Fingern. Ich bin des Schreibens also noch nicht müde geworden.

Wie sehen deine zukünftigen Pläne aus? Sind weitere TV-Projekte geplant?

Patjabbers: Ich werde – so Corona will und es erlaubt – natürlich weiterhin meinem Hauptjob nachgehen: Menschen verheiraten. Ich bin Trauredner. Aber auch der Fernsehlandschaft bin ich nicht abgeneigt. Aktuell fokussiere ich mich allerdings auf den PodcastSchwuler gehts nicht” mit meinem Freund – und auf Instagram. Still wird es um mich jedenfalls nicht.

Auf welches TV-Format hättest du theoretisch gesehen am meisten Lust? Und bei welcher TV-Show würdest du für kein Geld der Welt mitmachen? 

Patjabbers: Ich muss ganz ehrlich sagen, ich würde mittlerweile ziemlich viel machen. Vor Big Brother wollte ich nicht unbedingt ins TV, sondern einfach nur meinen Traum von diesem Sozialexperiment erfüllen. Big Brother spielt bei mir seit meiner Kindheit eine Rolle, weil ich mich damals mit 12 Jahren in der zweiten Staffel in den Kandidaten Walter verguckt hatte und dadurch bemerkte, dass ich schwul bin.

Auch wenn viele Menschen Reality-Formate wie Dschungelcamp und Co. fragwürdig bis niveaulos finden – ich habe dazu eine andere Einstellung. Ich möchte auf meinem Sterbebett auf ein verrücktes, buntes und abwechslungsreiches Leben zurückblicken, das nicht nur aus Arbeit und ein bis zwei Urlauben im Jahr besteht. Ich hätte demnach mittlerweile schon Lust auf Projekte, in denen man Erfahrungen sammelt, an die man so leicht gar nicht herankommt. Und sei es eben das Dschungelcamp. Ganz besonders spannend fänd' ich allerdings „Let's Dance” – das ist nämlich ein Abenteuer, bei dem ich auch noch viel lernen könnte. Wobei bei meinem Schweißlevel „Dancing on Ice” wahrscheinlich angenehmer wäre! (lacht)

Zum Schluss: Deine drei wichtigsten Erkenntnisse, die du aus deiner Zeit im „Big Brother”-Container mitnimmst?

Patjabbers: Hmm...dass 100 Tage ohne Privatsphäre echt nicht zu unterschätzen sind (lacht). Aber auch, dass ich absolut WG-geeignet bin. Ich habe zuvor noch nie mit mehreren Menschen zusammengelebt. Erst recht nicht 24/7 ohne Rückzugsmöglichkeit.

Aber eine Erkenntnis war und ist für mich besonders wertvoll: Dass es durchaus eine Menge harte, heterosexuelle Kerle gibt, die keine Probleme damit haben, mit einem schwulen Mann zu kuscheln, ohne dabei komische Gedanken zu entwickeln. Und dazu sei gesagt: Die Kuscheleinheiten gingen nicht ein einziges Mal von mir aus (lacht).

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