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Austrinken mit den Toten HosenDas sind die Musik-Highlights der Woche

Die Toten Hosen veröffentlichen ihr letztes reguläres Studioalbum „Trink aus, wir müssen gehen!“. Ergänzt wird es durch das umfangreiche Bonusalbum „Alles muss raus!“, auf dem die Hosen gemeinsam mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern 25 Songs aufgenommen haben, die ihnen viel bedeuten.  (Bild: Donata Wenders)

Copyright: Donata Wenders

Die Toten Hosen veröffentlichen ihr letztes reguläres Studioalbum „Trink aus, wir müssen gehen!“. Ergänzt wird es durch das umfangreiche Bonusalbum „Alles muss raus!“, auf dem die Hosen gemeinsam mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern 25 Songs aufgenommen haben, die ihnen viel bedeuten. (Bild: Donata Wenders)

Paul McCartney, Ariana Grande und Die Toten Hosen, die einen Schlussstrich ziehen und ihr offiziell letztes Album veröffentlichen: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Die Toten Hosen veröffentlichen ihr letztes Album: Diese Meldung löste vor einigen Wochen nicht nur bei Fans Schnappatmung aus, schließlich ist das hier nicht irgendeine Band. Jetzt also ist der Moment gekommen: innehalten, austrinken und zuhören, wie etwas Großes zu Ende geht. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Paul McCartney und Ariana Grande.

Die Toten Hosen - Trink aus, wir müssen gehen!

Paul McCartney öffnet mit „The Boys Of Dungeon Lane“ sein musikalisches Tagebuch. (Bild: Sonny McCartney)

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Paul McCartney öffnet mit „The Boys Of Dungeon Lane“ sein musikalisches Tagebuch. (Bild: Sonny McCartney)

Das letzte Studioalbum also ist dieses hier. Wer die dazugehörige Dokumentation im Ersten oder in der ARD Mediathek gesehen hat, der weiß: So ein wenig war es schon auch eine Qual bis hin zum großen Finale. Campino kam nervlich an seine Grenzen und mit ihm womöglich die gesamte Band. Nun aber ist es raus, das Album mit dem wunderbaren Titel „Trink aus, wir müssen gehen!“. Fans der ersten Stunde, will sagen der ersten Jahre werden erfreut feststellen, dass es jetzt wieder etwas deftiger zugeht als noch bei der „Laune der Natur“ (2017). Auch „Tage wie diese“ hat es diesmal nicht - die Wiesn wird sich aus der Konserve bedienen müssen. Ergänzt wird es durch das umfangreiche Bonusalbum „Alles muss raus!“, auf dem die Hosen gemeinsam mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern 25 Songs aufgenommen haben, die ihnen besonders viel bedeuten. Also Charlie Harper, Vicky Leandros und all die anderen ...

16 neue Hosen-Lieder sind es ganz regulär geworden, wobei: eher 15 ½, weil Farin Urlaub ja das allererste singt. Übrigens ganz zauberhaft. Was folgt, ist eine wunderbar wilde Fahrt bei offener Seitenscheibe, auf der sowohl musikalisch als auch textlich alles drin ist, was die Hosen in all den ganzen Jahren ausmachte. Sie singen über und zitieren sich selbst, und deshalb hat auch immer noch Johnny Thunders seinen Auftritt. Sie erinnern sich, aber sie hadern nicht. Kuddel brüllt „1, 2, 3, 4“ wie früher, Campino singt Liebeslieder (“Schicksal“, „Glück“), Hymnen (“Die Show muss weitergehen“), formuliert aufrechte Statements (“Was ist mit uns los“), Abschiedssongs (“Augen zu“) und vieles mehr. Und so sehr bisweilen offenbar wird, wie Campino und die anderen sich herumschlagen mit all dem miesen Gegenwärtigen, so entlassen sie ihre Freunde nicht ohne diese große Portion Hoffnung, die die Hosen seit jeher für uns in Worte fassten: „Auch wenn du grad nicht lächeln kannst, und auf gar nichts mehr vertraust. Ist dein Laden heute abgebrannt, machst du ihn morgen wieder auf.“

„Trink aus, wir müssen gehen!“ ist manchmal Punk, meistens Rock und stellenweise auch ein bisschen balladig - aber im Grunde ist das hier und heute egal und zwar sowas von. Es ist einfach ein wunderbares Album geworden - trotz oder vielleicht wegen der ganzen Qual. „Trink aus, trink aus. Sind fast am Ziel, sind bald zuhaus. Trink aus, lass uns geh'n. Trink aus.“ - Das sind die letzten Worte. Jetzt noch die Tour. Dann Ruhe. Und vielleicht irgendwann mal wieder Rock am Ring, wenn die Sehnsucht zu groß wird. Aber vielleicht auch nie mehr. Dann war es das. Und es war so viel mehr, als wir zu träumen gewagt hätten - damals, als wir aus Gründen zum ersten Mal im Leben Bommerlunder tranken. Mit den Menschen, die wir liebten. Und als wir zusammen spürten, wie wunderbar es sein kann, seine Zeit zu verschwenden.

Paul McCartney - The Boys Of Dungeon Lane

Ariana Grande präsentiert sich optisch ganz neu - und musikalisch? Auf „Hate That I Made You Love Me“, der ersten Single zu ihrem nächsten Album, singt die Grammy-Gewinnerin von Blumen, die sich aus einem Grab winden. (Bild: Katia Temkin)

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Ariana Grande präsentiert sich optisch ganz neu - und musikalisch? Auf „Hate That I Made You Love Me“, der ersten Single zu ihrem nächsten Album, singt die Grammy-Gewinnerin von Blumen, die sich aus einem Grab winden. (Bild: Katia Temkin)

„Step right up and take a look, see what you can find / Cause all my life's an open book, come inside my mind“: Sein Leben sei ein offenes Buch, singt Paul McCartney, und alle sind eingeladen, darin zu lesen. Wenn dieser Song ertönt, „Come Inside“, ist man bereits mittendrin in der Lektüre, und wenn „The Boys Of Dungeon Lane“ wirklich ein Buch wäre, dann müsste es zwangsläufig eines der schönsten Schmuckstücke im Regal sein. McCartney tüftelte über mehrere Jahre an seinem 20. Soloalbum. Musikalisch ist alles perfekt ausgearbeitet, die neuen Songs sind ansprechend, abwechslungsreich, verspielt. Der besondere Wert liegt aber in den Geschichten, die der 83-jährige Ex-Beatle hier erzählt.

Von wegen „offenes Buch“: Es wird wohl niemand annehmen, dass Paul McCartney hier wirklich seine allerletzten intimen Geheimnisse preisgibt. Trotzdem ist „The Boys Of Dungeon Lane“ eines der offensten und persönlichsten Werke seiner Karriere. Der Albumtitel bezieht sich auf eine Straße in Liverpool, in der Nähe des Mersey-Ufers, in der McCartney in seiner Jugend viel Zeit verbrachte. In 14 autobiografischen Rock-Pop-Songs wie aus einem Tagebuch erinnert er sich zurück an diese einfachen, glücklichen Jahre vor dem großen Ruhm. Es geht um die ersten Treffen mit George und John, darum, wie die jungen Burschen lernten zu „twisten“ und zu „shouten“. Ein Lied singt McCartney gemeinsam mit Ringo Starr, und am Ende widmet er zwei besonders hübsche Kapitel dieses Buches seinen Eltern. Man könnte ihm stundenlang zuhören.

Ariana Grande - Hate That I Made You Love Me

Dezentes Make-up, die Haare auffallend unperfekt frisiert, dazu ein schlichtes schwarzes Kleid: Das ist mal wieder eine ganz andere Ariana Grande, die da auf aktuellen Pressefotos in die Kamera blickt. Nicht die überzuckerte Glitzer-Hexe Glinda aus den „Wicked“-Filmen, nicht das bis ins letzte Detail durchgestylte Pop-Püppchen, als das die dreifache Grammy-Gewinnerin zuletzt oft auftrat. Wie mag die Musik dieser neuen, weniger funkelnden Ariane Grande wohl klingen?

Bereits im April kündigte Grande das neue Album „Petal“ an, das am 31. Juli auf den Markt kommen soll. Vor gut zwei Wochen kursierte dann auch noch eine gesonderte Ankündigung zur ersten Vorab-Single, die jetzt in verschiedenen Formaten erhältlich ist (unter anderem, kurios, auch als Kassette). In „Hate That I Made You Love Me“ singt Grande zu eigentümlich-melancholischen Pop-Klängen wie aus einer Tropfsteinhöhle von einer komplizierten Beziehung, von „Goodbyes“ und „Bad News“ und Blumen, die sich aus einem Grab winden.

Gleichermaßen kühl und cool, steigert „Hate That I Made You Love Me“ definitiv die Vorfreude auf den Nachfolger zu Ariana Grandes letztem Doppel-Platin-Album „Eternal Sunshine“ aus dem Frühjahr 2024. Die neue Platte, die wieder in Zusammenarbeit mit dem iranisch-schwedischen Erfolgsproduzenten Ilya Salmanzadeh entstand, beschreibt die Sängerin als „etwas, das voller Leben ist und zwischen den Sprüngen von etwas Kaltem und Hartem und Herausforderndem erwächst“ - ein bisschen so wie die Blumen in ihrem neuen Song. (tsch)

Bei „Volle Kanne“ hat Andrea Kiewel über das Aus von „Immer wieder sonntags“ und über ihren Fernsehgarten gesprochen. (Bild: ZDF)
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„Hat mich sehr erschreckt“