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Bei „Anne Will“ Wortgefecht zwischen Lauterbach und Blume: „Stellen Sie sich nicht dümmer, als Sie sind!“

Markus Blume (CSU-Generalsekretär, l.) und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) lieferten sich bei Anne Will einen Schlagabtausch.

Markus Blume (CSU-Generalsekretär, l.) und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) lieferten sich am 13. Februar 2022 bei Anne Will einen Schlagabtausch.

Hitziges Wortgefecht bei Anne Will. Die Moderatorin begrüßte in ihrer Sendung unter anderem Karl Lauterbach (SPD) und Markus Blume (CSU).

„Impfpflicht auf der Kippe, Lockerungen umstritten – planlos in den Corona-Frühling?“. Diese und weitere Fragen diskutierte Anne Will am Sonntag, 13. Februar 2022, mit ihren Gästen.

Schnell wurde klar. Das Thema Impfpflicht ist und bleibt ein Streitthema. Besonders die einrichtungsbezogene Impfpflicht ist umstritten und erhitzt die Gemüter – auch bei Anne Will.

Zu Gast bei „Anne Will“ waren:

  • Karl Lauterbach (SPD): Bundesminister für Gesundheit
  • Markus Blume (CSU): Generalsekretär und Mitglied des Bayerischen Landtags
  • Joachim Stamp (FDP): stellvertretender Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Jana Schroeder: Fachärztin für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie
  • Elke Keiner: Geschäftsführerin Soziale Dienste Pesterwitz GmbH in Sachsen und Leiterin eines Pflegeheims
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In fast allen Unions-geführten Ländern wird die Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht stark angezweifelt. Klar, dass dieses Thema polarisiert und für einen wahren Schlagabtausch zwischen Lauterbach und Blume sorgt.

Bereits in den ersten Minuten kommt es zu hitzigen Wortgefechten zwischen Karl Lauterbach und Markus Blume. Beide schieben sich den schwarzen Peter hin und her. Auf die Blume-Attacken bezüglich angeblich ausgebliebener Gesetzesentwürfe entgegnet Lauterbach: „Aus solchen Unterstellungen entstehen Ressentiments. Ich nehme gerne konstruktive Vorschläge entgegen.“

Die übrigen Gäste kommen in der ersten Viertelstunde nicht ein einziges Mal zu Wort. Als schließlich Joachim Stamp (FDP) Gehör geschenkt wird, springt er der Ampel-Koalition zur Seite: „Markus Söder hat dem Gesetz zugestimmt. ... Da kann ich mich jetzt nicht breitbeinig hinstellen und sagen, das ist ein schlechtes Gesetz von der Ampel“, so Stump. „Die Menschen brauchen doch Lösungen!“

Das sieht auch Karl Lauterbach so. „Ich mache niemandem Vorwürfe. Ich versuche Probleme zu lösen, den ganzen Tag“, so der Gesundheitsminister, der später hinzufügt: „Ich wäre froh, wenn jeder, der kritisiert, auch mal Vorschläge machen würde.“

Anne Will: Karl Lauterbach sichtlich genervt von Markus Blume

Lauterbach gerät immer wieder mit dem CSU-Generalsekretär aneinander. „Es mag ihnen nicht gefallen, aber es wurde entschieden, dass die Entscheidung im Bundestag fällt und nicht in der Regierung. Dann kann man jetzt nicht laufend fordern, die Regierung müsse mehr machen. Das ist doch unehrlich“, so ein sichtlich genervter Karl Lauterbach.

Immer wieder kommt die Frage nach Markus Söder und der Ablehnung des Gesetzes zur einrichtungsbezogenen Impfpflicht. „Wenn er das Gesetz nicht mehr will, muss ein anderes Gesetz kommen, aber er kann nicht einfach sagen: ‚Das will ich nicht‘“, so Lauterbach.

Der CSU-Generalsekretär sieht das erwartungsgemäß ganz anders, nennt die Kritik an Söder eine „Ablenkung“ und kritisiert seinerseits, dass die Bundesregierung keinen eigenen Gesetzesentwurf vorgelegt habe. Dem entgegnet Lauterbach: „Jetzt haben Sie drei Dinge eingebracht, die falsch waren, und eine Polemik.“ Dann legt er nach: „Stellen Sie sich doch nicht dümmer, als Sie sind.“

Markus Blume entgegnet, dass Söder lediglich die Umsetzbarkeit der einrichtungsbezogenen Impfpflicht infrage gestellt habe. „Einen Verdacht möchte ich jetzt schon einmal äußern“, sagt Blume. „Ich glaube, Sie haben Angst, im Bundestag keine Regierungsmehrheit für die Impfpflicht zu kriegen.“

Anne Will“-Gast Elke Keiner, Leiterin eines Pflegeheims in Sachsen, kann die Gedanken zu einer Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal mit ihrer Erfahrung belegen. Die Mehrheit ihrer ungeimpften Mitarbeiter warte lediglich auf aussagekräftige Informationen zum neuen Impfstoff „Novavax“. Ihr versichert Karl Lauterbach: „Wir kämpfen um jede Pflegekraft.“

Jana Schroeder: „Diskussion hier sehr unnötig“

Virologin Jana Schroeder findet abschließend klare Worte. „Anstatt eine Impfpflicht auszuschließen, hätten wir alles machen müssen, um diese Impfpflicht unnötig zu machen. Ohne Immunisierung wird es keine Normalität geben.“

Der Debatte um die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen steht Schroeder kritisch gegenüber: „Ich finde nur die Diskussion hier sehr unnötig, die Energie sollte in die allgemeine Impfquote gesteckt werden“, so die Virologin. (jxr/susa)

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