16 Jahre lang bekleidete Angela Merkel das Amt der Bundeskanzlerin. In der Rückschau wurmt die 72-Jährige besonders ein Versäumnis. Außerdem ging Merkel im MagentaTV-Talk „Bestbesetzung“ auf einen „schweren Schlag“ ein, den die CDU jüngst hinnehmen musste.
Angela Merkel blickt in TV-Talk auf Amtszeit zurück„Das Deprimierendste ist, dass ...“

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Im Gespräch mit Johannes B. Kerner blickte Angela Merkel auf ihre Zeit als Bundeskanzlerin zurück - und gab Einblicke in ihren heutigen Alltag. (Bild: MagentaTV)
Im Dezember 2021 ging in der deutschen Politik eine Ära zu Ende: Nach 16 Jahren endete die Amtszeit der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nun, etwa fünf Jahre später, nutzte Angela Merkel im MagentaTV-Talk „Bestbesetzung“ die Gelegenheit, auf diese Zeit zurückzublicken - auch auf ihre Fehler.
Die 72-Jährige sagte selbstkritisch: „Das Deprimierendste ist im Rückblick, dass es so Sachen gibt wie den Klimaschutz: Dass man alles weiß und alles naturwissenschaftlich da ist und dass ich dann mit Greta Thunberg und Luisa Neubauer gesessen bin und sie gesagt haben: 'Sie tun nicht genug.'“ Heute müsse sie sich eingestehen, dass sie nicht alles habe „durchsetzen können, was notwendig gewesen wäre“. Ähnliches gelte auch für die nur langsamen Fortschritte bei der Digitalisierung.
„Was mit der CDU in Mecklenburg-Vorpommern passiert ist, ist mehr als traurig“

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„Ich kann weitestgehend selbst bestimmen, was ich mache und wann ich es mache“, gab Angela Merkel über ihr Leben nach der Politik Auskunft. (Bild: MagentaTV)
Auch wenn sie nicht mehr Teil des Tagesgeschäfts sei, verfolge sie den politischen Betrieb in Deutschland nach wie vor aufmerksam, stellte Angela Merkel im Gespräch mit Johannes B. Kerner heraus. „Was mit der CDU in Mecklenburg-Vorpommern passiert ist, ist mehr als traurig“, urteilte sie über den „schweren Schlag“, dass ihre Partei den Einzug in den Landtag verpasst hatte.
„Die CDU muss sagen, was bedeutet CDU“, empfahl sie ihren Nachfolgern. Man müsse „wissen, was man selber will“ und „Brücken bauen in alle Richtungen der Gesellschaft“. Dass dabei eine Zusammenarbeit mit der AfD keine Möglichkeit sein dürfe, machte Merkel unmissverständlich klar. Die Rechtsaußenpartei würde „in weiten Teilen Grundwerte unseres Grundgesetzes infrage stellen“ und tue so, „als wisse sie, wer das Volk ist“, kritisierte die einstige Bundeskanzlerin: „Man versucht zu spalten und die Würde einiger Menschen infrage zu stellen.“
Dass neben der AfD mit der Linken eine weitere extreme Partei einen Aufschwung erlebt, besorgte Merkel: „Maß und Mitte verschwinden immer mehr.“ Dabei sei es so wichtig, „nicht schwarz-weiß zu denken“, bemerkte die 72-Jährige. „Gerhard Schröder war für mich nie ein Feind“, betonte Merkel im Hinblick auf ihren Vorgänger im Bundeskanzleramt. Mit Blick auf die Sensationsspirale in den sozialen Medien fügte die Ex-Kanzlerin hinzu: „Wir müssen aufpassen, dass wir diesem Drang nicht nachgeben.“
Angela Merkel über Ausbruch von Ukraine-Krieg: „Das hat mich richtig zurückgeworfen“
Sie selbst habe einige Zeit gebraucht, um Abstand von dem Politikbetrieb zu gewinnen, räumte Angela Merkel ein. „Das hat einen Moment gedauert“, benannte sie den Herbst 2022 als Wendepunkt. Zuvor sei sie „sehr beeinträchtigt“ vom Ukraine-Krieg gewesen: „Das hat mich richtig zurückgeworfen.“
Doch schließlich sei sie „angekommen in einem neuen Zeitabschnitt“ - so gerne sie die Arbeit als Politikerin auch gemacht habe. „Ich werde immer noch auf der Straße erkannt“, beschrieb Merkel ihr jetziges Leben. Diese Aufeinandertreffen seien „fast immer freundlich“. Trotz alledem habe sie „das frühere Amt nicht vollkommen abgelegt“, schließlich arbeite sie noch immer im Büro und habe Verpflichtungen. Insofern sei es „nicht das ganz normale Leben einer Rentnerin“. Aber immerhin: „Ich kann weitestgehend selbst bestimmen, was ich mache und wann ich es mache.“
Das vollständige Gespräch mit Angela Merkel bei „Bestbesetzung“ ist ab 18 Uhr bei MagentaTV abrufbar. (tsch)
