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Adam PearsonEntstellter Schauspieler strahlt bei den Oscars

Adam Pearson kommt zur Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles.

Copyright: John Locher/Invision/AP/dpa

Adam Pearson kommt zur Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles.

Aktualisiert

Der entstellte Schauspieler Adam Pearson („A Different Man“) sorgte bei den Oscars auf dem roten Teppich für Aufsehen. 

Stolz, selbstbewusst und stilsicher stellte sich Adam Pearson (39) dem Blitzlicht-Gewitter der Academy Awards. Und stahl kurzerhand allen die Show. 

Er posierte in einem eleganten Anzug vor den Dutzenden Kameras auf dem Roten Teppich und versprühte für das US-Magazin „E! Online“ seinen Charme. Pearson ist Mitglied bei der Academy, gehört damit also zu der ausgewählten Gruppe von Branchenprofis, die über die Oscar-Verleihungen urteilen. 

Seit seiner Geburt leidet der britische Schauspieler an einer genetischen Erkrankung: Neurofibromatose. Und geht extrem offen damit um.

Neurofibromatose ist eine Gruppe von genetisch bedingten Krankheiten, die sehr unterschiedliche Symptome hervorrufen können. Bei einem seltenen Typ der Krankheit (Typ 1) bilden sich immer wieder gutartige Tumoren des Nervensystems, so wie bei Pearson. Sein Gesicht ist entstellt und ist mit zahlreichen dieser schmerzhaften Tumoren bedeckt. Er hat bereits Dutzende Operationen hinter sich, ist auf einem Auge blind und verliert nach und nach das Sehvermögen auf dem anderen. 

Adam Pearson setzt sich seit Jahren öffentlich für die Aufklärung über diese seltene Krankheit ein. Es sei wichtig, Menschen mit Entstellungen nicht auszuschließen, sagt er. 2024 sorgte er bereits auf der Berlinale für Aufsehen, damals stellte er seinen neuen Film „A Different Man“ vor – einen Psychothriller, der von einem aufstrebenden Schauspieler handelt, dessen Leben sich nach einer Schönheitsoperation dramatisch verändert.

Adam Pearson im Dolby Theatre in Hollywood kurz vor der Oscar-Verleihung am Sonntag (15. März).

Copyright: AFP

Adam Pearson im Dolby Theatre in Hollywood kurz vor der Oscar-Verleihung am Sonntag (15. März).

2016 zeigte die BBC eine sehr persönliche Dokumentation über Adam Pearson und seinen Zwillingsbruder Neil, der ebenfalls an Neurofibromatose Typ 1 leidet: „Horizon: My Amazing Twin“. Anders als bei seinem Bruder wird Neil von der Krankheit nicht beeinträchtigt.

Während heute kaum einer glauben mag, dass die beiden eineiige Zwillinge sind, haben sie sich als Kinder so ähnlich gesehen, dass selbst ihre Mutter beide verwechselte, heißt es. Kurz vor ihrem fünften Geburtstag sei Neurofibromatose Typ 1 diagnostiziert worden, nachdem Adam sich die Stirn gestoßen hatte und seine Beule nicht zurückging.

„Adam war schon als Kind sehr selbstbewusst und aufgeschlossen“

„Schließlich wurden wir an das Great Ormond Street Hospital überwiesen, und eine Untersuchung ergab, dass sich in seinem Hals ein Fibrom befand, das seine Luftröhre blockierte“, erklärt die Mutter in der Doku. „Es war der Beginn vieler Operationen. Er lag auf der Intensivstation. Es war sehr beängstigend.“

Neil hingegen zeigte keinerlei Symptome. Die Brüder haben die Medizinwelt vor ein Rätsel gestellt – so sehr, dass sogar eine medizinische Abhandlung über sie verfasst wurde.

Adam Pearson lässt sich auf dem roten Teppich feiern und macht einige Selfies mit den Fans.

Copyright: IMAGO/Cinema Publishers Collection

Adam Pearson lässt sich auf dem roten Teppich feiern und macht einige Selfies mit den Fans.

Adam Pearson hatte früh mit Anfeindungen zu kämpfen, er sei schon in der Schule als „Freak“ oder „Elefantenmensch“ beschimpft worden. „Adam war schon als Kind sehr selbstbewusst und aufgeschlossen, deshalb konnte er sich verteidigen“, erklärt Bruder Neil gegenüber BBC. Zudem helfe ihm sein großartiger Humor.

Diese Eigenschaften hat sich Adam anscheinend bis heute bewahrt. Er war sogar so selbstbewusst, dass er sich in die Filmbranche wagte. 2013 war er erstmals auf der großen Leinwand zu sehen, im britischen Horror-Thriller „Under The Skin“ an der Seite von Scarlett Johansson. Nachdem er anschließend in einigen Kurzfilmen zu sehen war, spielte er dann in „A Different Man“ mit. Die Maskenbildner wurden im Jahr 2025 für den Oscar nominiert.

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