Trotz Berlinale-Preisen: Regisseurin vor dem Aus?
Acht Minuten nur WandNeuer Film von Star-Regisseurin sorgt für Kopfschütteln

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Vladimir Vulević als Thomas in einer Szene des Films «Meine Frau wein».
Wer auf die Filme von Angela Schanelec (64) steht, der weiß: Sitzfleisch ist gefragt. Das spürt man sofort in den ersten Momenten ihres neuesten Werks. Ein Mann in Warnkleidung sitzt vor einer Wand, acht Minuten lang. Die Kamera bleibt starr. Rund vier Monate, nachdem er auf der Berlinale Weltpremiere feierte, kommt der Film «Meine Frau weint» jetzt in die Kinos.
Die Regisseurin Schanelec, bekannt für Werke wie «Der traumhafte Weg», «Music» und «Ich war zuhause, aber…», ist eine der wichtigsten Vertreterinnen der sogenannten Berliner Schule. Das bedeutet: nüchterne Erzählungen, extrem zurückgenommenes Schauspiel und der komplette Verzicht auf große Effekte.
Minimalismus statt Effekte auf der Baustelle
Ihr aktueller Film beginnt auf einem Bauplatz. Kranführer Thomas erhält einen Anruf: Seine Frau ist nach einem Verkehrsunfall in der Klinik. Das klingt nach einer handfesten Story. Doch Schanelec macht daraus, wie schon in ihren früheren Arbeiten, Szenen, die bewusst künstlich anmuten und genau dadurch zum Nachdenken anregen sollen.
Mit präzisen Einstellungen, meist aus einer unbewegten Kameraperspektive, fängt die Filmemacherin das tägliche Leben der Charaktere ein. Im Mittelpunkt steht dabei die mühsame, oft unbeholfene und meist vergebliche Kommunikation – oder anders formuliert: die Unfähigkeit, wirklich miteinander zu sprechen.
Der streng durchdachte Film wirkt geheimnisvoll, seine Stille ist teilweise fast erdrückend. Ein Highlight ist eine traumhafte Tanz-Einlage zum Leonard-Cohen-Klassiker «Lover Lover Lover». Die Idee für den Film kam ihr durch eine simple Beobachtung, wie Schanelec bei der Berlinale verriet: „Eine Baustelle bei mir um die Ecke am Ku'damm.“
„Hätte überhaupt nichts mehr funktioniert“
Ihre Werke spalten das Publikum: Für die einen sind sie sperrig und gekünstelt, für die anderen einzigartig und poetisch. Obwohl Schanelec bereits zwei Silberne Bären gewonnen hat, steht die Regisseurin vor einem riesigen Problem. Bei dem Festival sprach sie offen über ihre finanziellen Sorgen: Die Geldbeschaffung für ihre Filme sei deutlich härter geworden. (dpa/red)
Sie habe keine Vorstellung davon, wie sie ihr nächstes Projekt auf die Beine stellen soll. Ihr ehrliches Fazit ist ein kleiner Schock: Ohne die Auszeichnungen, sagte sie, „hätte überhaupt nichts mehr funktioniert“. (dpa/red)
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