Vor 30 Jahren kam „Mission: Impossible“ in die Kinos und legte damit den Grundstein einer bis heute erfolgreichen Action-Reihe. Wie aber kam der Klassiker damals bei seinen Zeitgenossen an?
30 Jahre „MissionImpossible“

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Die vielleicht spannendste und schönste Szene aus allen „Mission: Impossible“-Filmen: Top-Agent Ethan Hunt dringt in das CIA-Gebäude eim, um die Liste aller CIA-Spione zu stehlen. Der erste Teil der Reihe kam vor genau 30 Jahren in die Kinos. (Bild: Paramount)

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In der „Mission: Impossible“-Reihe ist Tom Cruise in seinem Element, etwas mehr als Stuntman denn als Schauspieler. (Bild: Paramount Pictures)

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Mal wird er verfolgt, mal ist er der Jäger, sicher ist: Als Ethan Hunt muss Tom Cruise viel rennen. (Bild: Paramount)
30 Jahre sind vergangen, seit die Macher um Regisseur Brian De Palma mit „Mission: Impossible“ den ersten Teil einer bis heute immens erfolgreichen Kinoreihe herausbrachten. Und seit Hauptdarsteller Tom Cruise, nebenbei bemerkt, einen großen Schritt machte in seiner Entwicklung vom Schauspieler hin zu seinem eigenen Stuntman. Bedeutsames ereignete sich also am 20. Mai 1996, als der Action-Kracher in die Kinos kam, bedeutsam für die Laufbahn eines charismatischen Stars und bedeutsam für das Action-Kino der Marke Hollywood. So jedenfalls die Sichtweise von heute, wie aber blickten die Zeitgenossen auf den Film? Sahen auch sie darin ein epochales Kinoereignis - oder sorgte „Mission: Impossible“ doch eher für verhaltene Reaktionen?

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Hind und wieder gibt es in der Reihe aber auch ruhigere Momente,so wie hier in „Mission: Impossible“ mit Ethan Hunt und Claire Phelps (Emmanuelle Béart) (Bild: Paramount)

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Nicht wenige Zuschauer hielten seinerzeit ihn für den eigentlichen Star von „Mission: Impossible“: Meisterregisseur Brian De Palma. (Bild: 2015 Getty Images/Ian Gavan)
Die Zuschauer schienen begeistert. Sie strömten scharenweise in die Kinos und schafften dadurch erst die Grundlage dafür, dass die Geschichte um Top-Agent Ethan Hunt (Cruise) und seine unerschrockenen wie in ihren Fachgebieten so kompetenten Verbündeten weitererzählt wurde. „Mission: Impossible“ mit Emmanuelle Béart, Jean Reno und Ving Rhames in weiteren Rollen war ein Riesenerfolg. In den USA allein spielte der Actioner mehr als 180 Millionen Dollar ein, weltweit lag der Umsatz bei fast 460 Millionen. Heute wären diese Summen für einen Film vergleichbarer Größenordnung kaum mehr als Peanuts, damals aber war das viel. Zur besseren Einordnung: Das Budget von „Mission: Impossible“ lag bei rund 80 Millionen, der Film hat seine Kosten also mehrfach eingespielt.
„Spannung pur“

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Derweil es um Regisseur Brian De Palma ruhiger geworden ist, rennt Tom Cruise weiter - und weiter und weiter. So wie hier in „Fallout“, dem sechsten Teil der „Mission: Impossible“-Reihe. (Bild: ProSieben / 2018 Paramount Pictures / Chiabella James)

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In die Höhe zieht es Ethan Hunt auch immer wieder - für Tom Cruise immerhin eine besonders gute Gelegenheit, als Stuntman zu beeindrucken. Szene aus: „Mission Impossible - The Final Reckoning“. (Bild: 2025 Paramount Pictures/Skydance)
Anders als bei den Zuschauern hatte die Neuauflage der 1960er-Jahre-Serie „Kobra, übernehmen Sie“ bei der Kritik einen schwereren Stand. Der „Film-Dienst“ fand die an „klassische Vorbilder orientierte“ Inszenierung zwar „differenziert“ ausgearbeitet, aber leider sei die Handlung „unnötig konfus“ und die Spannung nur „vordergründig“. Positiver fiel das Urteil Michael Althens im „Focus“ aus: Er lobte das „doppelbödige Erzählen“. Brian De Palma führe mit „Mission: Impossible“ vor, „wie man einer Fernsehformel Filmformat abgewinnt und aus einem alten Konzept modernes Kino macht. Besonders gelungen findet er die berühmte Szene, in der Agent Hunt im Hochsicherheitstrakt der CIA am Computer eine Kopie der Liste aller US-Spione erstellt. Das sei, so Althen. „Spannung pur“.
Reichlich Lob mit Einschränkungen gab es auch vonseiten der US-Kritik. Kritikerpapst Roger Ebert zeigte sich verwirrt von der Handlung des Films und stellte die Frage in den Raum, ob überhaupt die Drehbuchautoren (David Koepp und Robert Towne) wüssten, worum es gehe. Doch den Plot von „Mission: Impossible“ solle man nicht überbewerten, fügte er an, denn das tue auch De Palma nicht. Den Regisseur interessiere der Stil mehr als die Handlung, und das sei „klug“ so, denn: „Würde dieser Film einmal innehalten, um sich selbst zu erklären, würde das sehr lange dauern.“ Auch Ebert war angetan von den „unerwarteten Wendungen“ und den „nonverbalen Actionsequenzen“. Insgesamt sei „Mission: Impossible“ ein rasanter Film „mit so viel Stil“, dass die Zuschauer alle Logik- und Verständnis-Fragen hintanstellen und sich „einfach mitreißen lassen“. Und das ist, nebenbei gesagt, bis heute so. (tsch)
