Theater-Beben: Stars protestieren gegen Quoten-Ende
Zoff um FrauenquoteHüller, Mädel und 300 weitere Stars protestieren in Brief

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Für das Theatertreffen werden jährlich die «zehn bemerkenswertesten Inszenierungen» nach Berlin eingeladen. (Archivbild)
Ein Protestschreiben erschüttert die deutsche Theaterwelt! Weit über 300 Künstlerinnen und Künstler, darunter Stars wie Sandra Hüller und Bjarne Mädel, protestieren vehement gegen einen Beschluss des Berliner Theatertreffens. Worum geht's? Die Frauenquote soll weg – und das sorgt für mächtig Ärger.
In dem Appell, der an die Jury, die Festivalleitung und die Führung der Berliner Festspiele gerichtet ist, wird die geplante Streichung als „fatale Entscheidung“ kritisiert. Die Unterzeichner sind sich einig: Frauen werden in der Theaterbranche nach wie vor systematisch benachteiligt.
Prominente Front gegen das Quoten-Ende
Die Liste der Unterzeichnenden ist ein echtes Statement für die Branche. Schauspieler, Regisseurinnen und Dramaturgen haben sich dem Protest angeschlossen. Darunter sind viele bekannte Gesichter aus der Film- und Theaterszene, von Sandra Hüller bis zu Bjarne Mädel.
Ihre Kritik ist unmissverständlich: «Fortschritte der vergangenen Jahre geraten angesichts gesellschaftlicher und politischer Backlash-Tendenzen zunehmend wieder unter Druck.» Das Theatertreffen habe mit der Regelung ein bedeutendes Zeichen für Kunst und Kulturpolitik gesetzt. Die klare Botschaft der Kulturszene lautet: «Chancengleichheit entsteht nicht von selbst; sie muss aktiv hergestellt und abgesichert werden.»
Festival plant Kehrtwende ab 2027
Die ganze Aufregung entzündete sich an einer Mitteilung des Festivals zum Ende des diesjährigen Treffens Mitte Mai. Nach intensiven Diskussionen habe die Jury entschieden, für die Festivaljahre 2027 und 2028 auf die Frauenquote bei der Auswahl und den Einladungen zu verzichten.
Diese Regelung war erst 2020 eingeführt worden. Sie besagte, dass von den zehn ausgewählten, bemerkenswertesten Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mindestens die Hälfte von Frauen oder mehrheitlich weiblich besetzten Teams inszeniert sein muss. Genau diese Vorgabe soll nun wieder gekippt werden – ein Vorhaben, das auf massiven Widerstand stößt. (dpa/red)
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