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Ist Weihnachten in Gefahr? Fabriken im Mega-Lockdown – Experte mit düsterer Prognose

Rund zwei Drittel der Weihnachts-Deko weltweit wird im chinesischen Yiwu produziert, unser Archivbild (2011) zeigt den riesigen Komplex Yiwu International Trade City, in der mit verschiedensten Waren gehandelt wird, wie hier mit Plasik-Weihnachtsbäumen.

Rund zwei Drittel der Weihnachts-Deko weltweit wird im chinesischen Yiwu produziert, unser Archivbild (2011) zeigt den riesigen Komplex Yiwu International Trade City, in der mit verschiedensten Waren gehandelt wird, wie hier mit Plastik-Weihnachtsbäumen.

Es wirkt absurd, sich bei Rekordtemperaturen in Europa über das Weihnachtsfest Gedanken zu machen – doch Hersteller, Unternehmerinnen und Unternehmer müssen das bereits jetzt tun. Normalerweise würde die Produktion für Weihnachtskugeln, Lichterketten & Co. auf Hochtouren laufen. Doch das tut sie nicht.

Es ist zwar erst in viereinhalb Monaten so weit, aber das Geschäft rund um Weihnachten läuft natürlich viel früher an. Es muss produziert, geplant, geliefert werden.

Die Herstellung für Weihnachtsdeko-Artikel würde derzeit bereits auf Hochtouren laufen: Egal ob künstliche Weihnachtsbäume, Lichterketten, Christbaumkugeln, Kostüme – ein Großteil dieser Artikel wird im chinesischen Yiwu hergestellt, rund zwei Drittel der Deko weltweit kommt hierher. 

China: Lockdown in Yiwu – der wichtigsten Produktionsstätte für Deko-Artikel

Doch in China herrscht seit geraumer Zeit eine strikte Null-Covid-Politik – und die führt nun in Yiwu dazu, dass sich die ganze Stadt mit all den Fabriken im Lockdown befindet. Lokale Medien berichten, dies solle ab Donnerstag nur für drei Tage geschehen – aber die Vergangenheit zeigt, dass sich der Lockdown in China massiv verlängern kann. Ist unser Weihnachtsfest jetzt in Gefahr? 

Alles zum Thema Weihnachten

Wie chinesische Medien berichten, müssen alle Fabriken, die keine medizinischen oder für den Alltag wichtigen Produkte herstellen, geschlossen bleiben – das gilt auch für die Fabriken der Weihnachtsdeko. Der Verkehr in Yiwu fließt nicht mehr, das Leben pausiert, Straßen werden abgeriegelt, es gibt Massentests und Quarantäne – Szenen, die in chinesischen Städten immer wieder zu sehen sind. 

Das trübe die Aussicht auf das Weihnachtsgeschäft, berichtet die „South China Morning Post“. „Jetzt ist Hochsaison in der Produktion und die aktuelle Schließung macht Lieferungen sehr schwierig“, wird ein Mitarbeiter einer der Deko-Fabriken zitiert. Die Fabrik stelle zu Jahresbeginn Prototypen her und liefere dann ab März bis Mitte Oktober die Produkte aus. „Bis jetzt haben wir 70 Prozent der Aufträge produziert.“

Lockdown in Yiwu: Was bedeutet das für das Weihnachtsgeschäft?

Das Problem: Diese Produkte können nicht ausgeliefert werden. Und ob die restlichen Aufträge abgearbeitet werden können, bleibt auch unklar. Hinzu kommt, dass nicht nur der Yiwu und der dort bestehende Lockdown ein Problem darstellt, sondern auch Zulieferer in anderen Städten von Schließungen und Corona-Maßnahmen betroffen sind. Deshalb würde es in Yiwu ohnehin an Materialien mangeln, Abläufe verzögerten sich.

In Yiwu wurden am 2. August vier bestätigte Corona-Fälle gemeldet, seitdem sind es insgesamt 500 Infektionen. Der Grund für die neuen Ausbrüche ist laut Medienbericht der Besuch von ausländischen Investoren, die nach Yiwu gekommen sind. Nach offiziellen Angaben werden in Yiwu hergestellte Produkte in mehr als 200 Länder exportiert. 

Die Prognose von Maximilian Butek, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Shanghai, fällt gegenüber „Business Insider“ düster aus: „Solange China an der Null-Covid-Strategie festhält, sind weitere Lockdowns und Störungen der Produktion und Lieferketten nicht auszuschließen, was sich negativ auf das Vertrauen deutscher Unternehmen in den chinesischen Markt auswirkt.“

Fehlende Planbarkeit, sowie andauernde Reiserestriktionen könnten dazu führen, dass Lieferketten diversifiziert und geplante Investitionen in benachbarte Regionen verlegt werden. Wie sehr das Weihnachtsgeschäft unter dem Lockdown in Yiwu leiden wird, wird sich noch zeigen müssen. (mg)

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