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VW startet den AngriffProduktion für neuen E-Kleinwagen für unter 25.000 Euro gestartet

ID Polo

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Mit dem ID. Polo verabschiedet sich VW von den Nummern in den Modellnamen und kehrt zu den bekannten Bezeichnungen zurück. Die Studie hatte noch ID.2all geheißen. (Archivbild)

VW startet neuen Billig-Stromer mit einem Preis-Haken

Für den Volkswagen-Konzern ist es der vielleicht bedeutendste Fertigungsbeginn des laufenden Jahres: Die Herstellung der ersten zwei kompakten E-Autos hat heute in Spanien begonnen, womit das Unternehmen den Markt für preiswerte Elektrofahrzeuge erobern will. Im Werk der Tochtergesellschaft Seat in Martorell werden der ID. Polo sowie das Partnermodell Cupra Raval gefertigt. In Pamplona, im Norden Spaniens, ist die Produktion von zwei zusätzlichen Fahrzeugen der Marken VW und Skoda geplant. Der Basispreis für den preiswertesten ID. Polo wird mit knapp unter 25.000 Euro angegeben, während der etwas früher erscheinende Cupra 1.000 Euro mehr kostet.

Der Autobauer aus Wolfsburg hat enorme Erwartungen an die neuen Fahrzeuge. „Mit dieser neuen Fahrzeugfamilie greifen wir an in einer der volumenstärksten Fahrzeugklassen der Elektro-Mobilität, mit großem Wachstumspotenzial“, äußerte Konzernchef Oliver Blume schon im September auf der IAA in München. Man prognostiziert, dass der europäische Markt für rein elektrische Kleinwagen nach 2030 etwa das Vierfache seiner jetzigen Größe erreichen wird. Dies soll dem Volkswagen-Konzern einen kräftigen Impuls verleihen. „Jedes Jahr wollen wir mehrere hunderttausend Autos dieser Modellreihe verkaufen.“

Polit-Prominenz feiert den Startschuss

Für den offiziellen Beginn der Fertigung plant der Konzern einen großen Auftritt: Erwartet werden neben Blume, dem Seat-Cupra-Chef Markus Haupt und VW-Markenvorstand Thomas Schäfer auch der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez. Die Veranstaltung ist damit ähnlich hochkarätig besetzt wie der Anlauf des allerersten ID-Modells 2019 in Zwickau, bei dem die damalige Kanzlerin Angela Merkel anwesend war.

IAA Mobility - Weltpremiere Volkswagen ID.POLO

Copyright: Sven Hoppe/dpa

Auf der Automesse IAA Mobility in München war der ID. Polo im September noch im bunten Tarnkleid zu sehen. (Archivbild)

Schon anlässlich der globalen Vorstellung des Cupra Raval im April reiste Blume nach Madrid und bezeichnete dies als einen „Meilenstein für Cupra“. Das Fahrzeug demonstriere, „wie erschwingliche, emotionale und in Europa entwickelte Elektromobilität aussehen kann“, erklärte Blume – „ohne Kompromisse bei Technologie, Sicherheit oder Design“.

Mit Bezug auf den ID. Polo fügte VW-Markenchef Schäfer später hinzu: „Mit diesem Auto unterstreichen wir, dass elektrische Einstiegsmobilität keine Kompromisse braucht.“ E-Mobilität sei kein Privileg für Wohlhabende. „Sie muss funktionieren, bezahlbar sein und im Alltag überzeugen.“

Der Preis-Haken: Was der „Kampfpreis“ wirklich bedeutet

Allerdings wirkt ein Startpreis von unter 25.000 Euro heute bei weitem nicht mehr so ehrgeizig wie noch 2023, als die Studie präsentiert wurde. „Das ist heutzutage kein Einstiegsmodell mehr“, urteilt der Branchenkenner Frank Schwope, der an der Fachhochschule des Mittelstands in Berlin Automobilwirtschaft unterrichtet. 25.000 Euro seien dafür einfach zu kostspielig. Diese Funktion wird voraussichtlich eher der noch preiswertere ID. Every1 erfüllen, dessen Markteinführung für das nächste Jahr geplant ist und der dann für etwa 20.000 Euro aus Portugal geliefert wird.

Weltpremiere des Cupra Raval - Barcelona

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Die Weltpremiere des Cupra Raval macht die VW-Tochter im April in Barcelona zum großen Event. (Archivbild)

Und hier kommt der Hammer: Nicht einmal der von VW für den ID. Polo zugesicherte Basispreis von 25.000 Euro ist direkt verfügbar. Zum Verkaufsstart werden sowohl der Cupra als auch der VW ausschließlich mit gehobenerer Ausstattung und einem größeren Akku für weit mehr als 30.000 Euro angeboten. Die preiswerten Basisvarianten mit kleinerer Batterie und geringerer Leistung sollen für beide Modelle erst ab Juli bestellbar werden. Die Auslieferung des ID. Polo in beiden Ausführungen beginnt dann im September.

Die Konkurrenz war hier flotter und hat bereits jetzt Elektrofahrzeuge für weniger als 25.000 Euro im Angebot. Renaults Elektro-Twingo ist schon für circa 20.000 Euro erhältlich. Der Dacia Spring sowie der T03 vom Stellantis-Partner Leapmotor sind preislich sogar noch deutlich darunter angesiedelt. Das gilt auch für den Elektro-C3 von Citroën, dessen Preis durch eine aktuelle Sonderprämie auf etwas mehr als 17.000 Euro gesenkt wird.

Spät dran, aber noch im Rennen?

Laut Schwope kommt VW an dieser Stelle ein wenig verspätet. „Aber nicht zu spät.“ Angesichts der gestiegenen Kraftstoffpreise und der aktuellen Förderung für E-Autos in Deutschland könnte der Konzern aus Wolfsburg laut Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach sogar den perfekten Moment erwischen. Das Interesse an Elektrofahrzeugen nehme schließlich merklich zu. „Und 25.000 Euro ist als Startpreis jetzt nicht so schlecht. Ich glaube, dass das schon einen breiten Markt trifft.“

Weltpremiere des Cupra Raval

Copyright: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Der Cupra Raval wird bereits kurz vor dem ID. Polo auf den Markt kommen. (Archivbild)

Gemeinsam mit Partnern aus der Zulieferindustrie hat VW circa 10 Milliarden Euro in die Modernisierung in Spanien gesteckt. Allein drei Milliarden Euro wurden seit 2023 für die Umgestaltung in Martorell aufgewendet. Künftig sollen an diesem Standort jährlich bis zu 300.000 Elektroautos gefertigt werden können. Ergänzt wird dies durch die neue Batteriezellenfabrik in Sagunto nahe Valencia sowie die Neuausrichtung des zweiten Fertigungsstandorts, dem bisherigen VW-Werk in Pamplona. Dort ist noch für dieses Jahr der Produktionsstart der SUV-Partnermodelle Skoda Epiq und VW ID. Cross vorgesehen.

Darum baut VW in Spanien – und nicht in Deutschland

Die Entscheidung, die Fahrzeuge in Spanien zu fertigen, ist hauptsächlich eine Kostenfrage. „In Deutschland lässt sich so ein Modell nicht mehr bauen“, erklärt Branchenkenner Bratzel. Es wäre schlichtweg unrentabel. Im Gegensatz dazu punktet Spanien mit preiswertem Solarstrom für die Akkuproduktion und geringeren Lohnaufwendungen bei der Endmontage. Obendrein gibt es vom spanischen Staat eine Förderung von beinahe 400 Millionen Euro dazu.

Zur weiteren Kostensenkung nutzt VW bei den vier Fahrzeugen einen Anteil von 80 Prozent identischer Bauteile – jedoch nur an Stellen, die für den Kunden unsichtbar bleiben. Man soll den Autos ihre Verwandtschaft nicht anmerken. Zusätzlich zur Fertigung wurde auch die Fahrzeugentwicklung bei Cupra zentralisiert. Laut Angaben von VW konnten dadurch 600 Millionen Euro gespart werden.

Die deutschen Standorte, die mit ihrer Auslastung kämpfen, springen dabei wenig heraus. Ein kleiner Trost: Das firmeneigene Batteriewerk in Salzgitter beliefert die spanischen Fabriken mit Akkus. Diese stellen weiterhin die kostspieligste Komponente eines Elektroautos dar. Aus deutscher Produktion stammen jedoch nur die hochleistungsfähigen Nickel-Mangan-Cobalt-Zellen für die kostspieligeren Varianten. Die preiswerteren Lithium-Eisenphosphat-Akkus für die Einstiegsmodelle werden zu einem späteren Zeitpunkt aus Valencia geliefert, sobald die dortige Fabrik in Betrieb ist.

Verbrenner-Polo muss für Stromer weichen

Elektro-Einstiegsmodell von VW

Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa

Mit dem noch günstigeren ID.Every1 will Konzernchef Oliver Blume im kommenden Jahr nachlegen. (Archivbild)

Der Betriebsrat in Wolfsburg zeigt sich deswegen aber unbesorgt. Betriebsratschefin Daniela Cavallo merkt an, dass VW seine preiswerten Verbrennermodelle ohnehin schon seit langer Zeit nicht mehr hierzulande fertigt. So wurde der Polo mit Verbrennungsmotor bislang ebenfalls in Spanien produziert, genau in der Fabrik, die nun für den ID. Cross und den Skoda Epiq umgerüstet wird. Um Raum zu schaffen, ist die Fertigung des Verbrenner-Polo im Jahr 2024 umgezogen – nach Südafrika.

„Klar ist: In Deutschland produzieren wir eher komplexere Modelle mit höheren Margen als bei kleinen Fahrzeugen“, äußerte Betriebsratschefin Cavallo Anfang März in einem Gespräch mit der dpa. Cavallo ist jedoch überzeugt, dass auch die heimischen Werke von den preiswerten Fahrzeugen aus dem Süden einen Vorteil haben. Auf diese Weise könne man die Kundschaft an die Marke binden. „Für die Marke ist es trotzdem wichtig, wenn Kunden später vom Kleinwagen auf größere Modelle umsteigen.“ Diese könnten dann wiederum in Deutschland hergestellt werden. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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