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Krieg in der Ukraine Atomkraftwerk mit Sprengstoff verdrahtet: Plant Putin eine nukleare Katastrophe?

Auf diesem während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommenen Foto von Anfang Mai bewacht ein russischer Soldat einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja.

Auf diesem während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommenen Foto von Anfang Mai bewacht ein russischer Soldat einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja. Ukrainischen Berichten zufolge wurde das AKW mit Sprengstoff verdrahtet.

Ist es nur eine schreckliche Drohung – oder planen Putins Truppen tatsächlich eine nukleare Katastrophe in der Ukraine? Ukrainische Behörden berichten von einer brisanten Entwicklung am Atomkraftwerk Saporischschja – es soll mit Sprengstoff verdrahtet worden sein. 

Wie ukrainische Medien und Behörden berichten, haben russische Armee Energieeinheiten des Atomaltkraftwerks in Saporischschja im Südosten der Ukraine mit Sprengstoff verdrahtet.

Das ukrainische Zentrum für strategische Kommunikation und Informationssicherheit im Ministerium für Kultur und Informationspolitik hat auf Twitter erklärt, dass der Befehlshaber der im Kraftwerk stationierten russischen Truppe, Generalmajor Walerij Wassiljew, erklärt habe, man sei „bereit, das Kraftwerk in die Luft zu sprengen“.

Ukraine-Krieg: Russen drohen mit „verbrannter Erde“

„Es wird entweder russisches Land sein oder verbrannte Erde“, soll Wassiljew weiter gedroht haben. Er soll seinen Soldaten und Soldatinnen auch gesagt haben, dass, egal welche Befehle sie erhalten sollten, sie diese „mit Ehre“ ausführen würden, er habe sie als „Befreier“ bezeichnet.

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Auch Andrij Jusow, Vertreter des ukrainischen Verteidigungsministeriums, hatte bestätigt, dass er Informationen erhalten habe, dass russische Truppen Sprengstoff in den Energieeinheiten des AKW platziert hätten. Quellen zufolge seien sie dort platziert worden, erklärt Jusow, um eine mögliche Gegenoffensive abzuwenden. Der ukrainische Geheimdienst habe diese Information bereits am 6. Juli bestätigt. 

Mittlerweile stationieren die russischen Besatzungstruppen eigenen Angaben zufolge auch Luftabwehrsysteme rund um die Anlage.

„Die Russen verbergen ihre Pläne nicht und erpressen bereits offen die ganze Welt, indem sie erklären, dass sie das Kernkraftwerk Saporischschja vermint haben und bereit sind, es in die Luft zu sprengen“, heißt es in einer Telegram-Mitteilung des ukrainischen Staatsunternehmens „Energoatom“, das sämtliche Kernkraftwerke des Landes betreibt, welche von der ukrainischen Nachrichtenagentur „Ukrinform“ zitiert wird. 

Ukraine: Moskau und Kyjiw werfen sich gegenseitig Beschuss der Anlage vor

Die ukrainische Regierung warf der russischen Armee zudem vor, das AKW beschossen zu haben. Am Montag (8. August) teilte das Verteidigungsministerium in Moskau hingegen mit, ein ukrainischer Raketenangriff habe eine Notabschaltung ausgelöst. Der Angriff habe zu einer Rauchentwicklung in der Schaltanlage geführt, Feuerleute haben den Brand löschen können. 

Kremlsprecher Dmitri Peskow forderte den Westen zudem auf, Kyjiw dazu zu zwingen, die Angriffe auf die Anlage einzustellen. „Der Beschuss des Gebiets des Atomkraftwerks durch die ukrainischen Streitkräfte ist hochgefährlich“, sagte Peskow in einer Telefonkonferenz mit Reportern.

Immerhin: Nach den Kämpfen um das AKW sei keine radioaktive Strahlung herausgedrungen, vermeldet das Bundesamt für Strahlenschutz (BFS). „Es liegen keine Hinweise vor, dass in der Ukraine radioaktive Stoffe freigesetzt worden sein könnten.“ Dennoch: Die Lage am AKW spitzt sich zu, planen russische Truppen eine nukleare Katastrophe? 

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts dieser Gefahr in seiner Videobotschaft die internationale Gemeinschaft aufgefordert, die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen. 

„Wir informieren die Welt aktiv über die russische nukleare Erpressung, den Beschuss und die Verminung des Kernkraftwerks Saporischschja“, erklärt er. Bislang habe Russland den Worten und Bedenken keine Beachtung geschenkt. „Wir brauchen neue Sanktionen gegen den terroristischen Staat und die gesamte russische Nuklearindustrie für die von ihm ausgehende Gefahr einer nuklearen Katastrophe.“ Der Präsident merkte an, dass man die Tschernobyl-Katastrophe nicht vergessen dürfe. Nun sei Saporischschja, das größte AKW in Europa, bedroht. 

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