Appell von Selenskyj Menschen sollen Donezk verlassen – „Bitte, folgen Sie der Evakuierung“

Wolodymyr Selenskyj, hier in seinem Büro am 26. Juli 2022, hat die Bewohner und Bewohnerinnen der Region Donezk aufgefordert, das Gebiet im Osten der Ukraine zu verlassen.

Wolodymyr Selenskyj, hier in seinem Büro am 26. Juli 2022, hat die Bewohner und Bewohnerinnen der Region Donezk aufgefordert, das Gebiet im Osten der Ukraine zu verlassen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Videoansprache die Bevölkerung in Donezk aufgefordert, die Stadt so schnell wie möglich zu verlassen.

Es sind deutliche Worte. Es sind erschütternde Worte. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bewohner und Bewohnerinnen der Region Donezk aufgefordert, das Gebiet im Osten der Ukraine zu verlassen. „Bitte, folgen Sie der Evakuierung“, sagte er am Samstagabend (30. Juli) in einer Videoansprache. „In dieser Phase des Krieges ist der Terror eine der Hauptwaffen Russlands.“

Noch seien tausende Zivilisten, darunter Kinder, in dem schwer umkämpften Gebiet. „Je mehr Menschen jetzt die Region verlassen, desto weniger Menschen wird die russische Armee töten.“ Die örtlichen Behörden würden bei der Evakuierung helfen, versprach der Präsident.

Ukraine-Krieg: Regierung ordnet Evakuierung von Donezk aus Angst vor russischem Terror an

Zuvor hatte die ukrainische Regierung eine verpflichtende Evakuierung angeordnet, mit der Begründung, dass die Bürger und Bürgerinnen sich vor Beginn der Heizsaison rechtzeitig in Sicherheit bringen müssten, da die Gasleitungen durch den Krieg im Gebiet Donezk zerstört seien.

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Selenskyj betonte nun, dass alles organisiert werde für die Flucht der Menschen aus den von der Ukraine noch kontrollierten Gebieten der Region. Der Präsident beklagte demnach, dass viele Bürger noch immer nicht einsichtig seien. „Brechen Sie auf, wir helfen“, sagte er. „Wir sind nicht Russland – eben weil für uns jedes Leben wichtig ist.“

Selenskyj bezeichnete Russland einmal mehr als einen „Terrorstaat“ und forderte die internationale Gemeinschaft auf, das Land zu isolieren. Wenn Russland von den USA als „Terrorstaat“ eingestuft werde, würden alle Partner die Verbindungen mit dem Land kappen.

Der Präsident verurteilte noch einmal mit Nachdruck die Tötung von ukrainischen Kriegsgefangenen in einer Haftanstalt in Oleniwka im Gebiet Donezk. Nach russischen Angaben wurden dort am Freitag 50 Gefangene durch einen Raketenangriff von ukrainischer Seite getötet. Die Ukraine wiederum wirft Russland vor, die Soldaten gezielt getötet zu haben. Die Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar.

„Das ist ein Massenmord“, sagte Selenskyj in seiner Videobotschaft. Je schneller Russland als „Terrorstaat“ eingestuft werde, desto rascher werde die Welt vor dem „Bösen“ geschützt. Nur so könnten alle Verbindungen zu dem Land gekappt werden, betonte er. Politische Gesten reichten nicht aus, das Kriegsverbrechen zu verurteilen. Es müssten Taten folgen.

Unmittelbar vor Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar hatte der russische Staatschef Wladimir Putin die Unabhängigkeit der beiden selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk im Osten der Ukraine anerkannt. Dort kämpfen pro-russische Separatisten bereits seit 2014 gegen ukrainische Streitkräfte. (dpa/afp)

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