Taiwans Präsident attackiert Chinas Schweigen zum Massaker.
Attacke aus TaiwanPräsident Lai fordert China auf, sich der Wahrheit zu stellen

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Auf dem Tian'anmen-Platz herrschte zum Gedenktag Normalität.
Taiwans Präsident Lai Ching-te geht mit China hart ins Gericht, weil es die Aufarbeitung des Massakers am Tian'anmen-Platz vor 37 Jahren verweigert. Ein „wahrlich großes Land“ solle sich den Narben seiner Vergangenheit stellen, statt auf militärische Stärke zu pochen, schrieb Lai auf Facebook. Er hoffe, Peking werde die Ereignisse anerkennen, die Wahrheit zugeben und einen Dialog starten.
Währenddessen herrscht in China zu den Vorfällen vom 4. Juni 1989 eisernes Schweigen. In Peking ist die Lage jedoch angespannt: In Bussen, die den Tian'anmen-Platz kreuzen, fahren neben Sicherheitskräften auch uniformierte Polizisten mit. Über den Platz selbst schieben sich derweil wie üblich unzählige Touristinnen und Touristen.
Was damals in Peking passierte
Auslöser war der Tod des Reformers und KP-Generalsekretärs Hu Yaobang Mitte April 1989, woraufhin in Pekings Zentrum eine Bewegung für mehr Demokratie und gegen Korruption entstand. Die Regierung verlor die Kontrolle über die wochenlangen Proteste und ließ sie von der Armee niederschlagen. Am frühen Morgen des 4. Juni starben Hunderte Menschen im Kugelhagel in den Straßen um den Platz. Die genaue Opferzahl ist bis heute unklar. Die Hinterbliebenen, bekannt als die „Mütter des Tian'anmen“, verlangen weiterhin Aufklärung und Entschädigung. Sie werfen der Regierung vor, ihre Verantwortung zu ignorieren und öffentliche Debatten zu unterdrücken.
Aktion in Hongkong, Gedenken in Taipeh
In der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong spannte der Künstler Chen Sanmu am Mittwoch einen roten Faden von 6,4 Metern Länge nahe dem Victoria-Park. Dort wurde früher traditionell an das Massaker erinnert. Seit der Corona-Pandemie ist die Gedenkfeier in dem Park jedoch verboten.
Die 6,4 Meter stehen symbolisch für das Datum der Ereignisse. Berichten zufolge wurde Chen nur Minuten später von Zivilpolizisten kontrolliert, die seine Daten aufnahmen und ihn durchsuchten. In Taipeh, der Hauptstadt von Taiwan, waren für den Nachmittag und Abend (Ortszeit) Gedenkfeiern geplant.
Mittlerweile finden die größten Erinnerungstreffen auf der unabhängig regierten Insel statt, die China für sich beansprucht und deren Regierung sie als Separatisten bezeichnet. (dpa/red)
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