Ganz Deutschland fühlt mit Buckelwal „Timmy“. Jetzt wird sein Schicksal zur Staatsangelegenheit.
Jetzt rückt Steinmeier an!Buckelwal „Timmy“ wird zur Präsidentensache

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Am Donnerstag will sich Frank-Walter Steinmeier vor Ort selbst informieren. (Archivbild)
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Die tragische Geschichte um „Timmy“, den bei Wismar gestrandeten Wal, sorgt für immer mehr Aufsehen. Das Tier sitzt seit 14 Tagen in der Meeresbucht vor Poel fest. Sein Schicksal ist so ergreifend, dass sich jetzt sogar der Bundespräsident der Sache annimmt. Das berichtet „bild.de“.
Am Donnerstag will sich Frank-Walter Steinmeier (70) vor Ort selbst informieren. Für drei Tage verlagert der Präsident seinen Amtssitz nach Stralsund, und ein Besuch im Ozeaneum ist Teil seines Programms. Ein Gespräch mit Fachleuten über die Situation des Buckelwals ist dort vorgesehen. Obwohl der Besuchstermin schon länger feststand, rückt nun auch „Timmy“ in den Fokus.
„Timmy“ in der Ostsee: Frank-Walter Steinmeier sucht das Gespräch
Die Spezialisten der Stiftung Deutsches Meeresmuseum, Betreiber des Ozeaneums, haben schon eine Expertise über „Timmys“ Verfassung angefertigt. Das Ergebnis ist ein Schock. In der Beurteilung steht: „Der Wal ist schwer geschädigt und sehr geschwächt. Es wird daher empfohlen, von einer Lebendbergung abzusehen“. Die Chancen auf eine Bergung bei lebendigem Leib sind gleich null.

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Der Buckelwal liegt weiterhin vor der Insel Poel.
Auch von Till Backhaus, dem Umweltminister, kommen keine ermutigenden Worte. Er zog einen Vergleich der Lage zu einem Hospiz und teilte mit, man werde das Tier „in Frieden gehen lassen“. Zusätzliche Bergungsaktionen wird es nicht geben, weil die Verfassung des Wals zu miserabel ist. Backhaus erklärte: „Der Wal wird palliativ begleitet, befeuchtet, überwacht und geschützt, aber nicht mehr aktiv behandelt oder gerettet“.
Wal-Drama spitzt sich zu!
Am Wochenende blieb ein weiterer Versuch erfolglos, den Buckelwal mit abgespielten eigenen Walgesängen zur Selbstbefreiung zu bewegen; eine Reaktion sei nicht erkennbar gewesen. Zuvor teilte das Ministerium mit, der Wal atme schwächer als an den Tagen zuvor. Auf Poel demonstrierten Menschen mit Menschenketten für eine Rettung.

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In der Nähe des gestrandeten Buckelwals (r) holt die Polizei am Abend eine Schwimmerin (l) aus dem Wasser.
Laut NDR rückte am Sonntagabend zudem die Wasserschutzpolizei aus, nachdem sich eine Frau dem gestrandeten Wal im Wasser genähert hatte. Sie soll von einer Fähre in die Ostsee gesprungen sein und wird nun wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die 500‑Meter‑Bannmeile ermittelt. (jag)
