Die Kluft zwischen den Einkommen von Führungskräften und der Belegschaft wird immer tiefer. Während Spitzenmanager enorme Summen einstreichen, vergrößert sich die Lücke zu den gewöhnlichen Arbeitnehmern.
Bestverdienende ManagerSo viel verdienen die Konzernchefs in NRW

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Bill Anderson, CEO der Bayer AG, 2025 bei einem Spiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und Borussia Dortmund in der BayArena.
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Im Jahr 2025 haben die Führungsetagen der führenden deutschen Unternehmen erneut kräftig profitiert. Ein Mitglied des Vorstands bei einem Dax-Konzern bekam durchschnittlich stolze 3,9 Millionen Euro, was einer Steigerung von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Der Hammer dabei: Diese Summe entspricht dem 42-fachen Gehalt eines normalen Angestellten in der gleichen Firma. Ein Jahr zuvor betrug der Multiplikator noch 41.
Die Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen sichern sich sogar noch mehr und erreichen einen Durchschnittswert von etwa 6,1 Millionen Euro.
Ganz oben auf der Liste der Top-Verdiener rangiert Christian Klein von SAP, dessen komplettes Einkommen sich auf 10,85 Millionen Euro beläuft. Knapp dahinter platziert sich der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, mit circa 10,5 Millionen Euro. Das berichtet „RP Online“.
Die 10-Millionen-Euro-Grenze: Eine „magische Schallmauer“
Diese Summe stellt für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), welche die Daten gemeinsam mit der TU München analysierte, einen entscheidenden Punkt dar. Marc Tüngler, der Hauptgeschäftsführer der DSW, bezeichnete dies am Donnerstag als eine „magischen Schallmauer von zehn Millionen Euro als Vergütungsgrenze, die aus unserer Sicht gesellschaftlich und auch innerhalb der Unternehmen noch vertretbar ist“.
Er mahnte, die Einkommen sollten keinen Zündstoff für „populistische Strömungen“ liefern, weil die gesellschaftliche Spaltung bereits groß genug sei. Zugleich hob Tüngler jedoch hervor, dass ein globaler Konkurrenzkampf bestehe.
Im internationalen Vergleich nehmen sich die deutschen Managergehälter tatsächlich beinahe bescheiden aus. Die Vorstandsvorsitzenden der im Euro Stoxx 50 geführten Firmen (die deutschen ausgenommen) erhielten im Durchschnitt 9,5 Millionen Euro.
Was die Top-Manager in NRW kassieren
In Nordrhein-Westfalen ist Bill Anderson, der Chef von Bayer, der Top-Verdiener unter den Dax-Managern. Seine knapp 9,7 Millionen Euro bringen ihn deutschlandweit auf den vierten
Rang. Der Abstand zu den Nächstplatzierten in NRW ist deutlich: Tim Höttges von der Telekom erhält circa acht Millionen Euro, während Markus Krebber von RWE 6,75 Millionen bekommt. Danach reihen sich Leonhard Birnbaum (Eon), Armin Papperger (Rheinmetall) sowie Carsten Knobel (Henkel) mit Bezügen im Bereich von 6,1 bis 6,4 Millionen Euro ein.
Ein erheblicher Anteil dieser Beträge ist jedoch leistungsabhängig und nicht garantiert. Bei Bill Anderson setzen sich etwa sechs Millionen Euro aus erfolgsabhängigen Prämien zusammen. Ähnlich sieht es bei Christian Sewing aus, bei dem 64 Prozent seines Einkommens aus kurz- und langfristigen Bonuszahlungen bestehen, die an die Unternehmensleistung gebunden sind.
Für die Aktionärsvertreter stellt dies kein Problem dar, sofern die Performance stimmt. „Nicht die Höhe einer Vergütung entscheidet über ihre Legitimation, sondern ihre Begründbarkeit“, so Tüngler. Er ergänzte: „Eine hohe Vergütung kann angemessen sein – wenn sie Ausdruck außergewöhnlicher Wertschaffung ist“.
Als erfreulich wird außerdem bewertet, dass langfristig variable Komponenten bei den Gehältern wichtiger werden und nicht ausschließlich kurzfristige Erfolge aus einem Quartal honoriert werden. (red)
