Der Handel mit Vapes explodiert, aber ein Großteil läuft im Verborgenen. Organisierte Banden scheffeln Unsummen, während die Behörden hilflos zusehen. Die Konsequenzen treffen jeden von uns.
Schwarzmarkt-Schock in DeutschlandZoll am Limit wegen illegaler Vapes

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Eine dampfen – für viele Menschen in Deutschland ist das Alltag. (Symbolbild)
Ein massives Problem belastet die deutsche E-Zigaretten-Industrie. Zwar wächst das Interesse an Elektro-Dampfern und den zugehörigen Flüssigkeiten stetig, doch illegale Händler erobern einen immer größeren Marktanteil. Wie die dpa meldet, zeichnen diverse aktuelle Untersuchungen ein erschütterndes Bild der Lage.
Jan Mücke, der an der Spitze des Branchenverbands BVTE steht, schlägt Alarm: „Bis zu 40 Prozent der hier konsumierten Vapes kommen aus illegalen Quellen, Tendenz steigend“. Er befürchtet, dass sich der Anteil des Schwarzmarktes verdoppeln könnte, falls die Bundesregierung ihr geplantes Verbot für Menthol und weitere Geschmacksstoffe durchsetzt. Der Grund: Viele Nutzer würden dann wohl auf illegale Anbieter umsteigen.
Was im Müll landet, ist ein Schock
Vapen liegt voll im Trend und der offizielle Umsatz kletterte kürzlich auf geschätzte 2,4 Milliarden Euro. Aber die illegalen Machenschaften florieren noch stärker. Eine Untersuchung im Auftrag des BVTE brachte es ans Licht: In Berlin und Hamburg wurden entsorgte E-Zigaretten aus dem Abfall gesammelt. Das Ergebnis: Ungefähr 13 Prozent davon stammten aus illegalem Handel.
In Bremen durchkämmten Forscher den Gelben Sack, wo Elektroschrott eigentlich nichts verloren hat. Das Resultat: Bei 40 Prozent der gefundenen Einweg-Vapes handelte es sich um illegale Ware. Mückes Kommentar dazu: „Es wird immer schlimmer“.
Zoll schlägt Alarm: „Wir sind machtlos“
Ein ähnlich finsteres Szenario entwirft eine aktuelle Untersuchung des Fraunhofer-Instituts ILS: Demnach beträgt der Schwarzmarktanteil hierzulande mehr als 30 Prozent. Die Produkte, überwiegend aus China stammend, gelangen in riesigen Mengen per Zug, Schiff und Flugzeug nach Deutschland. Dieses Volumen ist für den Zoll schlicht nicht zu bewältigen.
Die dramatische Entwicklung bestätigt Thomas Liebel. Er ist der Bundesvorsitzende der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft (BDZ) und sagt: „Der illegale Markt wächst in einem schwindelerregenden Tempo“. Er beschreibt die „Vollzugsrealität“ als düster. „Als Zoll müssen wir vor illegalen Tabak- und Nikotinprodukten mehr oder minder kapitulieren, weil die Masse so groß ist.“
Blutgeld: Vape-Gewinne für Drogen- und Menschenhandel
Das Geschäft ist für die Täter außerordentlich profitabel. Liebel erläutert: „Die Gewinnmargen sind groß und das Entdeckungsrisiko ist gering“. Oft liegt der Einkaufspreis in China bei nur einem Zehntel dessen, was auf dem deutschen Schwarzmarkt verlangt wird.
Was die Sache besonders brisant macht: Die Verkäufer sind oft Teil der organisierten Kriminalität. Die Einnahmen aus dem illegalen Vape-Handel werden als Startkapital für Menschen- und Drogenhandel genutzt. Meist agieren nur Strohfirmen, wodurch die Drahtzieher im Hintergrund unauffindbar bleiben.
Wahnsinns-Fall in Bayern: 750.000 Euro Steuergeld verbrannt
Ein Vorfall aus Bayern treibt Liebel die Zornesröte ins Gesicht. Dort beschlagnahmten Beamte 69 Paletten, jede beladen mit 12.500 illegal produzierten Vapes. Für die Aufbewahrung musste der Zoll einen speziellen Brandschutzbunker mieten, bevor die Produkte vernichtet wurden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf circa 750.000 Euro. Liebel schildert den unglaublichen Ausgang: „Die beklagte Firma war nicht greifbar, die beiden Inhaber waren in China – also blieb der deutsche Steuerzahler auf den Kosten sitzen.“ (red)
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