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„Warum nicht?“ Russischer TV-Moderator stellt bizarre Forderung an Putin

Der Moderator und Chefpropagandist Wladimir Solowjow sagt in einer Sendung des Staatsfernsehens, Russland solle Freiwillige aus Syrien, dem Iran und Afrika anwerben.

Der Moderator und Chefpropagandist Wladimir Solowjow sagt in einer Sendung des Staatsfernsehens, Russland solle Freiwillige aus Syrien, dem Iran und Afrika anwerben.

Die ukrainische Armee holt sich Stück für Stück ihr Land zurück, im Nordosten des Landes verzeichnen die Truppen überraschend Erfolge – und die russischen Soldaten müssen fliehen. Auch in Putins Staatsfernsehen werden neue Optionen für den Krieg diskutiert.

Es scheint so, als erkenne allmählich auch die gut geölte Propaganda-Maschine Putins, dass die Ukraine nicht so leicht zu erobern ist, wie angenommen: Sieben Monate lang geht Putins Krieg schon, die Wirtschaft in Russland liegt am Boden, es gibt zahlreiche militärische Rückschläge zu verzeichnen. Und auch der Rückhalt in der Bevölkerung scheint zumindest teilweise zu schwinden: Einige Lokalpolitikerinnen und -politiker fassen gar den Mut, offen Kritik an Putin zu üben und seinen Rücktritt zu fordern. 

Auch Putins Chef-Propagandist Wladimir Solowjow geht im russischen Staatsfernsehen mittlerweile weitere Optionen durch, wie dieser Krieg für Putin noch gewonnen werden kann. In seiner Sendung „Der Abend mit Wladimir Solowjow“ stellt er eine bizarre Forderung an den Kremlchef. 

Russland: Moderator stellt im Staatsfernsehen bizarre Forderung an Putin

Solowjow sagt, dass er nicht verstehe, warum Russland nicht eine eigene Koalition auf die Beine stellt. „Ich kapiere nicht, warum die Amerikaner, selbst wenn es Grenada ist, gegen das sie kämpfen, immer einen internationalen Zusammenschluss bilden. Warum verweigern wir uns dieses Vergnügens?“, sagt Solowjow.

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Es gebe genügend Kämpfer, die man für den Krieg akquirieren könnte, so der Moderator: aus Syrien, Afrika, aus Venezuela, Nicaragua, Kuba, aus dem Iran oder sogar aus Nordkorea. Diese Länder könnten Freiwillige stellen, die in den Streitkräften der selbsternannten Volksrepublik Donezk kämpfen könnten. „Warum sollten wir ihnen nicht die Möglichkeit geben, ein internationales Korps zu organisieren und aufzuziehen?“

Solowjow zieht den Vergleich mit dem Krieg gegen den Faschismus in Spanien, „als die Internationalen Brigaden zum ersten Mal gegen Nazideutschland antraten“. Freiwillige, die im Spanischen Bürgerkrieg 1936 gegen den Putschisten Franco und seine Unterstützer Hitler und Mussolini kämpften. Solowjow appelliere auch an die „serbischen Brüder“, die ohnehin schon zum Teil in der russischen Armee kämpften.

Serbien ist seit Langem ein Verbündeter Russlands und eines der wenigen Länder Europas, die sich den Sanktionen gegen Russland nicht angeschlossen haben. Die Mehrheit der Serben unterstützt Russlands Krieg in der Ukraine.

Während Solowjow im Staatsfernsehen seine Forderungen unkritisch in den Äther schickt, gab es auf Twitter reichlich Spott für seine historischen Verirrungen: Schließlich kämpften in Spanien Freiwillige aus der ganzen Welt für eine demokratisch legitimierten Regierung – und gegen den Sieg der Tyrannei. (mg)

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