Galeria Karstadt Kaufhof Neue harte Einschnitte – NRW betroffen

„Putins Hunger-Atombombe“ Auf Stalins Spuren: Zerstörung der Landwirtschaft als Kriegsmittel

Arbeiter pflügen ein Weizenfeld im Westen der Ukraine. In der Ukraine hat die Aussaat- und Pflanzsaison begonnen.

Ein Arbeiter pflügt am 26. März 2022 ein Weizenfeld im Westen der Ukraine.

Die russischen Truppen hinterlassen nicht nur in den Städten ein Bild der Zerstörung, auch die Agrarproduktion wird systematisch zerstört. Das hat Auswirkungen auf die ganze Welt, vor allem auf den afrikanischen Kontinent.

In der Ukraine ist der Holodomor ein nationales Trauma. Vor 90 Jahren ließ Josef Stalins Sowjetregime die Ukrainer hungern, trotz ihrer fruchtbaren Böden starben 3,8 Millionen Menschen an diesem Nahrungs-Genozid, der sich in die ukrainische Volksseele eingebrannt hat.

Jetzt tut Wladimir Putin es ihm nach. Neben den offensichtlichen Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung haben es die russischen Truppen auch auf die Agrarproduktion abgesehen. Sie zerstören die Infrastruktur und Landmaschinen, legen Minen, wo eigentlich Samen gedeihen sollen, lassen ihre zerstörten Militärfahrzeuge auf den ruinierten Feldern zurück, wie „Politico“ berichtet. Aber mit der Ukraine wird auch die Welt hungern, vor allem Afrika.

Ukraine-Krieg: Russen nutzen Hunger als Kriegsmethode

Zehn Prozent der weltweiten Getreideproduktion stammt aus der Ukraine, doch derzeit kann lediglich im Westen des Landes ausgesät werden. „Die einzige Erklärung ist, dass die Russen Hunger schaffen wollen, als eine Kriegsmethode“, hatte EU-Agrar-Kommissar Janusz Wojciechowski am 23. März 2022 gesagt. „Das haben die Sowjets bereits in den 30ern gemacht.“

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Die strategisch wichtige Hafenstadt Mariupol wird belagert, dort findet normalerweise der Export der ukrainischen Güter statt. So könnten diesmal nicht nur die Ukrainerinnen und Ukrainer hungern, denn auch das Welternährungsprogramm kaufte sein Getreide hier in der Ukraine ein. In Afrika, aber auch in Indonesien, ist die Angst groß, dass nach den Dürren der letzten Jahre Russlands Krieg eine Hungerkatastrophe biblischen Ausmaßes auslöst. Aber auch die Ukraine selbst wird Hilfe benötigen.

Die Dorfbewohnerin Zawadi Msafiri steht am 23. März 2022 auf einem verdorrten Maisfeld. Das Land am Horn von Afrika kämpft nun mit der dritten Dürre innerhalb eines Jahrzehnts.

Afrika, etwa hier in Kenia am 23. März 2022, ächzt unter einer mehrjährigen Dürrekatastrophe.

Schon jetzt leiden die Menschen am Horn von Afrika unter den gestiegenen Preisen für Treibstoff und Nahrung. Hinzu kommt eine Dürre, die so extrem ist wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Bereits jetzt hungern 27 Millionen Menschen in Westafrika, weitere 13 Millionen sind in den nächsten Monaten vom Hunger bedroht.

In Afrika drohen Hungerkatastrophen

Der deutsche Journalist Lars Winkelsdorf („Frontal 21“) spricht von „Putins Hunger-Atombombe“, die er auf den afrikanischen Kontinent abgefeuert habe. Es drohen politische Verwerfungen, Bürgerkriege, Flüchtlingsströme, das Explodieren der Totenzahlen im Mittelmeer. Russland bringt mit der Attacke auf die Ukraine Not und Elend über weite Strecken der Welt und droht einen ganzen Kontinent ins Chaos zu stürzen.

Der ukrainische Präsident Wolodomyr Selenskyj (48) klagt an: „Die Russen tun alles, um eine Ernährungskrise auszulösen. Nicht nur in der Ukraine, sondern in der ganzen Welt.“

Immerhin: Die Ukraine versucht zu produzieren, was möglich ist und die EU hilft ihr dabei mit Hilfslieferungen von Diesel und Samen. Denn im April säen die Bauern, was sie im Herbst ernten wollen. Es geht um Milliarden Sonnenblumen, Weizen und Zwiebeln. Doch die Folgen des Krieges werden noch Jahre andauern. Und nicht nur in der Ukraine Opfer fordern.

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