Kultur-Chefin warnt: Demokratie wird unterwandert
Stiftungschefin schlägt AlarmPreußen-Chefin warnt vor schleichender Zerstörung der Demokratie

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Marion Ackermann: «Wir zeigen, dass unser Wertefundament bewahrt und verteidigt werden muss.» (Archivbild)
Die Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Marion Ackermann, äußert eine ernste Besorgnis über die graduelle Aushöhlung der Demokratie. „Wir erleben, dass die Demokratie aktuell auf vielen Ebenen unterwandert wird“, gab Ackermann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bekannt. Dies geschehe beispielsweise mittels Falschinformationen auf sozialen Plattformen, dem Anzweifeln wissenschaftlicher Erkenntnisse oder Attacken auf gesellschaftliche Fortschritte wie die Gleichberechtigung.
„Das beeinflusst die allgemeine Wahrnehmung enorm. Es sind erst Sticheleien, es geht dann aber doch um mehr“, äußerte sie. „Und vor solchen schleichenden Veränderungen müssen wir auch die Kultureinrichtungen bewahren.“
Aufruf von Berlins berühmter Museumsinsel
Ackermann steht seit einem Jahr an der Spitze der Preußenstiftung in Berlin, einer der bedeutendsten Kulturinstitutionen des Landes. Ihre Organisation verantwortet unter anderem die Museumsinsel, die weltbekannte Sammlungen beherbergt. Für den kommenden Sonntag (7. Juni) hat Ackermann nun einen Demokratietag auf der Museumsinsel initiiert.
Mit Besorgnis betrachtet sie auch die Geschehnisse jenseits der deutschen Grenzen. „Bei europäischen Nachbarn sehen wir, dass Kultureinrichtungen gegängelt, Intendanten eingeschüchtert, Museumsdirektorinnen entlassen werden, wenn sie nicht zur Haltung der regierenden Parteien passen“, erläuterte Ackermann.

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Die Berliner Museumsinsel feiert am Wochenende wieder das Inselfest. (Archivbild)
„Wir leben zum Glück in einem freien Land, das Grundrechte garantiert und schützt, auch die Freiheit der Kunst. Aber wir müssen diese Freiheiten immer wieder auch verteidigen“, mahnte die Kulturmanagerin.
Besorgnis wegen der Lage in Sachsen-Anhalt
Ein spezielles Beispiel aus Deutschland macht ihr Kummer: „Wir erleben in Sachsen-Anhalt gerade, wie eine Partei gegen die Kulturszene zu Felde zieht und nur noch fördern will, was zur Heimatpflege passt.“ Bei den Umfragen für die bevorstehende Landtagswahl in diesem Bundesland hat die AfD die Nase vorn.
Am Wochenende wird das 200-jährige Bestehen der Museumsinsel mit einem Festakt zelebriert. Der Sonntag (7. Juni) ist dann dem Demokratietag gewidmet, der in Kooperation mit der Stiftung Hambacher Schloss sowie der Stiftung Berliner Mauer veranstaltet wird.
Vorgesehen sind Diskussionen über Themen wie Patriotismus, Wehrpflicht und die Freiheit der Kunst. „Wir zeigen, dass unser Wertefundament bewahrt und verteidigt werden muss“, so Ackermann im Vorfeld. „Und dass Demokratie harte Arbeit ist.“ (dpa/red)
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