Rüstungs-Vorstoß: Baut Deutschland einen eigenen Kampfjet?
Pistorius tritt auf die BremseInitiative für neuen Kampfjet, doch der Minister hat Bedenken

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Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat noch keine Entscheidung über Projektpartner für die Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs getroffen.
Ein neuer Vorstoß der deutschen Rüstungsindustrie sorgt für Aufsehen: Nach dem Scheitern des FCAS-Projekts mit Frankreich will ein Bündnis aus acht Firmen einen neuen Kampfjet entwickeln. Doch aus dem Verteidigungsministerium kommt eine klare Ansage von Boris Pistorius (SPD): Erstmal abwarten.
Bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin begrüßte der Minister den Vorstoß zwar grundsätzlich. «Ich freue mich sehr über diese Initiative, es braucht jetzt Initiativen genau dieser Art», so Pistorius. Er stellte aber auch klar, dass noch nichts entschieden sei: «Aber wir müssen sehr genau gucken, wer kann was mit wem und wie schnell und zu welchen Kosten und mit welcher Beteiligung der deutschen Industrie.» Eine Zusage sei daher noch „ein Stück entfernt“.
„Team Gen 6“: Acht Firmen für einen neuen Jet
Die Allianz ist eine direkte Konsequenz aus dem Aus für das deutsch-französische Projekt FCAS. Dort hatten sich die Airbus-Verteidigungssparte und der französische Konzern Dassault nicht einigen können. Am Donnerstag machten nun acht Unternehmen ihr Interesse öffentlich, gemeinsam einen neuen Kampfflieger zu entwickeln. Unter dem Namen „Team Gen 6“ bündeln Airbus, MTU, Hensoldt, MBDA, Autoflug, Diehl Defence, Liebherr sowie Rohde und Schwarz ihre Kräfte für einen nationalen Anlauf.

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Michael Schöllhorn, Chef von Airbus Defence and Space, will mit seinem Unternehmen auch weiterhin an einem neuen Kampfflugzeug mitarbeiten.
Airbus-Manager warnt vor Fehlern der Vergangenheit
Michael Schöllhorn, der Leiter von Airbus Defence and Space, sprach sich auf der ILA für eine pragmatische Herangehensweise aus. Er wünscht sich eine kompakte Lösung, die sich an den realen militärischen Anforderungen orientiert. Man müsse vermeiden, dass das Projekt an zu hoher Komplexität scheitert, nur weil zu viele Nationen ihre Sonderwünsche einbringen wollen.
Als Zeitplan für die Entwicklung nannte Schöllhorn die Phase von Mitte der 2030er Jahre bis zum Jahr 2040. Seine zentrale Forderung, um ein erneutes Scheitern zu verhindern: «Anders als beim letzten Mal sollten wir politische, militärische und industrielle Interessen in Einklang bringen», erklärte der Airbus-Manager.
Die Weichen sind also vonseiten der Industrie gestellt. Ob Deutschland nach dem geplatzten europäischen Traum nun tatsächlich einen eigenen Weg beim Bau seines nächsten Kampfjets geht, hängt von der politischen Entscheidung in den kommenden Monaten ab. (dpa/red)
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