Zahlreiche Bildungsstudien haben es schon gezeigt: Leistungen und Kompetenzen von Schülern nehmen ab. Das belegt nun auch die neue Pisa-Studie. Die Bildungsministerin reagiert zerknirscht.
Neue Studie schockt DeutschlandLand schlechter als je zuvor: „Besorgniserregend“

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Bildungsministerin Karin Prien (CDU) bei einer Pressekonferenz zur Vorstellung der aktuellen PISA-Studie in der Bundespressekonferenz.
Deutschlands Schülerinnen und Schüler rutschen im internationalen Vergleich immer weiter ab: Die Ergebnisse von 15-Jährigen in Mathematik, Lesekompetenz und Naturwissenschaften waren „die niedrigsten, die je gemessen wurden“, wie es in der am Dienstag von der OECD in Paris veröffentlichten Pisa-Studie heißt. Mit diesem Ergebnis rangiert Deutschland in allen drei Bereichen nahe am Durchschnitt aller rund 90 getesteten Länder. An der Spitze des internationalen Bildungsvergleichs liegen erneut Singapur und vier chinesische Regionen.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) testet in regelmäßigen Abständen die Kenntnisse und Fähigkeiten 15-jähriger Schülerinnen und Schüler in ihren Mitgliedstaaten und Partnerländern und veröffentlicht die Ergebnisse in der sogenannten Pisa-Studie. Die Test-Ergebnisse seien aussagekräftig für den langfristigen Erfolg von Volkswirtschaften und Gesellschaften, betonen die Autoren.
„Negativer Trend“ verstärkt
In Deutschland waren demnach die Durchschnittsergebnisse 2025 in Mathematik und Lesekompetenz niedriger als beim vorangegangenen Pisa-Test 2022. In den Naturwissenschaften lagen sie etwa gleichauf. Damit verstärke sich auf das gesamte Jahrzehnt betrachtet in Deutschland ein „negativer Trend“, hieß es weiter.
Nur knapp 70 Prozent der deutschen Schülerinnen und Schüler erreichten demnach bei der Lesekompetenz die von der OECD als Mindestniveau definierte Fähigkeit, die Hauptaussage eines mittellangen Textes zu verstehen. In China erreichten dieses Niveau 93 Prozent.
Bildungsministerin Prien: Pisa-Ergebnisse besorgniserregend
Bundesbildungsministerin Karin Prien hat die schlechten Ergebnisse als besorgniserregend bezeichnet. „Was wir heute sehen, ist ohne jeden Zweifel ein besorgniserregender Befund“, sagte die CDU-Politikerin vor Journalisten in Berlin. Die Ergebnisse lägen im Trend anderer Bildungsstudien und überraschten nicht. „Es macht es keinen Deut besser, aber es ist nicht überraschend.“
Prien bezeichnete mehrere Punkte als beunruhigend: Der Kompetenzrückgang gehe im Trend nach unten, und die soziale Schere gehe weiter auf. Das sei ein Befund, der so nicht hinnehmbar sei. Das Aufstiegsversprechen im Land funktioniere im Moment nicht. Sie wies zudem auf Verschlechterungen an beiden Enden des Leistungsspektrums hin. „Wir schaffen es weder im unteren Leistungssegment noch im oberen Leistungssegment, dem Potenzial unserer Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.“ (afp/dpa)
