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Neues Gesetz für GewaltopferSo kommt die Hilfe direkt im Gerichtssaal

Mehr Unterstützung für Gewaltopfer in Strafprozessen

Copyright: Fabian Sommer/dpa

Prozessbegleitung soll es für alle Opfer schwerer Straftaten geben. (Symbolbild)

Allein gegen den Peiniger vor Gericht? Damit soll bald Schluss sein. Ein neues Gesetz will Betroffenen in dieser schweren Zeit zur Seite stehen.

Für Menschen, die ein schweres Verbrechen durchlebt haben, gibt es Hoffnung auf mehr Beistand. Künftig sollen sie einfacher und ohne Kosten professionelle Hilfe erhalten können. Das ist eine enorme Erleichterung, auch für Betroffene in Köln und Umgebung. Ein Gesetzesvorschlag aus dem Bundesjustizministerium dazu soll am Mittwoch im Regierungskreis besprochen werden.

Bei dieser sogenannten psychosozialen Prozessbegleitung geht es nicht um juristischen Rat. Vielmehr kümmern sich speziell ausgebildete Fachleute um die Opfer, versorgen sie mit wichtigen Infos und helfen ihnen, die extreme psychische Last eines Prozesses zu bewältigen.

Unterstützung kommt bald automatisch

Ein ganz wichtiger Fortschritt in dem neuen Entwurf: Für Minderjährige sowie für Personen mit kognitiven Beeinträchtigungen soll die Hilfe zukünftig von selbst kommen. Das bedeutet, sie müssen keinen Antrag mehr stellen, der Beistand wird ihnen automatisch gewährt.

Aktuell gibt es, wie die dpa berichtet, pro Jahr ungefähr 1.600 Fälle, in denen der Staat eine solche Begleitung finanziert. Zukünftig sollen auch Opfer von schlimmer häuslicher Gewalt einen festen Anspruch darauf bekommen.

Justizministerin Hubig: „Wir haben ein Gewaltproblem“

„Gerichtsverfahren sind für Gewaltbetroffene meist sehr belastend“, erklärt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig. Insbesondere die direkte Konfrontation mit dem Beschuldigten könne für sie zur Qual werden. Ein professioneller Beistand sei daher von großer Bedeutung.

Die Politikerin der SPD macht klar, dass der Entwurf ein Baustein einer größeren Strategie sein muss. Ihr unmissverständliches Fazit: „Wir haben ein Gewaltproblem in Deutschland und vor allem Frauen sind die Betroffenen.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Wolfram Weimer

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