Erst Venezuela, jetzt Mexiko? Vor der mexikanischen Küste wurde eine beunruhigende Beobachtung gemacht.
Nach Militär-Schlag in VenezuelaUS-Spionageflieger vor der Küste Mexikos

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Eine P-8 Poseidon der US Air Force (hier rechts im Juli 2021 über dem Schwarzen Meer und begleitet von einem russischen Su-30 Kampfjet) wurde nun über Mexiko gesichtet.
Nach dem Angriff in Venezuela und der Festnahme von Diktator Maduro wächst auch in anderen Staaten die Angst vor einem US-Schlag. Jetzt wurde auf Tracking-Plattformen ein US-Spionageflugzeug vor der mexikanischen Küste entdeckt, berichtet die „Bild“.
Bei der Maschine soll es sich um eine P-8 Poseidon (ausgerüstet mit Torpedos und weiteren Waffen) handeln. Laut „Bild“ sei die Spezialmaschine aber vor allem eine fliegende Spionagezentrale. Beunruhigend, doch der Hintergrund des Fluges ist noch unklar.
„Mexiko muss sich zusammenreißen, denn die Drogen strömen durch Mexiko, und wir werden etwas unternehmen müssen“, hatte US-Präsident Donald Trump jedoch kurz nach dem Einsatz in Venezuela gegenüber Reportern angekündigt.
Venezuelas entmachteter Staatschef Nicolás Maduro (63) ist unter anderem wegen „Drogen-Terrorismus“ angeklagt worden. Bei einem ersten Gerichtstermin am Montag (5. Januar 2026) in New York wies er die Anschuldigungen zurück. Er sei unschuldig.
Maduro vor Gericht: Wortgefecht mit Zuschauer
Am Ende der Anhörung lieferte sich Maduro ein Wortgefecht mit einem Mann auf der Zuschauertribüne, der ihm zurief, er werde für seine Verbrechen bezahlen. „Ich bin ein Kriegsgefangener“, antwortete Maduro, bevor er aus dem Gerichtssaal geführt wurde. Die nächste Anhörung wurde für den 17. März angesetzt, bis dahin bleibt der 63-Jährige in New York inhaftiert.
Venezuela, Russland und China haben die Freilassung Maduros und dessen Ehefrau gefordert. Nach dem US-Angriff auf das südamerikanische Land am Wochenende kritisierten die UN-Botschafter der Staaten in einer Sondersitzung des Sicherheitsrates das aggressive Vorgehen der USA, das sie als völkerrechtswidrig einstuften.
Die Regierung in Caracas hatte die Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats mit Unterstützung Chinas und Russlands beantragt. Zur Begründung hieß es, die Attacke stelle einen Verstoß gegen die UN-Charta dar und gefährde den Frieden in der Region und der ganzen Welt.
Russen beklagen „US-Dominanz durch Gewalt, Chaos und Willkür“
Der russische UN-Botschafter bezeichnete das Vorgehen der USA als „Vorbote einer Rückkehr in eine Ära der Gesetzlosigkeit und US-Dominanz durch Gewalt, Chaos und Willkür“ aus machtpolitischen und wirtschaftlichen Gründen. China kritisierte: „Kein Land kann als Weltpolizei agieren, und kein Staat kann sich anmaßen, der internationale Richter zu sein“. Militärische Mittel seien keine „Lösung von Problemen“, hieß es. Der willkürliche Einsatz von Gewalt werde zu einer größeren Krise führen.
Ähnlich äußerten sich Kuba, Iran, Bewegung der Blockfreien (über Uganda) und Kolumbien:
- Sie alle werteten das US-Vorgehen als klare Verletzung der UN-Charta, insbesondere des Gewaltverbots. Darin wird die territoriale Integrität eines Landes sowie seine politische Unabhängigkeit garantiert.
- Maduro gilt ihnen als legitimer Präsident; seine Festnahme wird als „Entführung“ gewertet; die Immunität amtierender Staatsoberhäupter sei verletzt worden.
- Die Staaten warnten vor einem gefährlichen Präzedenzfall für die internationale Ordnung und forderten die sofortige Freilassung Maduros und dessen Ehefrau.
Unter anderem das Vereinigte Königreich, EU-nahe Staaten, Panama und Chile erklärten, weder Maduro als Präsident sei legitim, noch der US-Angriff auf Venezuela. Sie erhoben übereinstimmend die Forderung nach einem friedlichem, aus der venezolanischen Gesellschaft heraus geführten Übergang hin zu einem demokratischen Regierungssystem.
USA nennen Maduro einen „Drogenterroristen“
Die Vereinigten Staaten von Amerika argumentierten, Maduros Festnahme sei eine „chirurgische Strafverfolgungsmaßnahme“ gegen einen „Drogenterroristen“ gewesen. Maduro sei nicht das legitime Staatsoberhaupt. Wer ihn unter Berufung auf die UN-Charta gleichbehandle, missbrauche diese. Die USA verwiesen außerdem darauf, dass mehr als 50 Länder Maduros Wiederwahl 2024 ablehnten und ihn nicht als rechtmäßig gewählten Präsidenten Venezuelas anerkennen
In Dänemark und Grönland wächst derweil die Sorge davor, dass die USA das autonom verwaltete Gebiet in der Arktis übernehmen wollen. Das Nato-Mitglied Dänemark betonte, die „Unverletzlichkeit von Ländergrenzen“ stehe nicht zur Verhandlung. „Kein Staat sollte versuchen, politische Ergebnisse in Venezuela durch die Androhung oder Anwendung von Gewalt oder durch andere mit dem Völkerrecht unvereinbare Mittel zu beeinflussen“, sagte Dänemarks UN-Vertreterin Christina Markus Lassen.
Grönland gehört zum Königreich Dänemark. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst erneut betont, dass die Insel für Amerika von großer strategischer Bedeutung sei - und Dänemark könne dort nicht für Sicherheit sorgen. Für Regierungschefin Mette Frederiksen herrscht inzwischen kein Zweifel daran, dass Trump es ernst meint. Auch in anderen Staaten wie Kuba, Mexiko und Kolumbien wächst die Angst vor einem US-Schlag.
Aufgabe des UN-Sicherheitsrats
Der Sicherheitsrat ist eines der wichtigsten Organe der Vereinten Nationen. Seine Aufgabe ist es, internationalen Frieden und Sicherheit zu wahren. Er kann Wirtschafts- oder Reisebeschränkungen gegen Staaten verhängen, völkerrechtlich bindende Resolutionen beschließen und in extremen Fällen militärische Maßnahmen autorisieren – meist in Form von UN-Friedensmissionen.
Russland, China und die USA sind neben Frankreich und Großbritannien die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates. Diese können mit einem Veto jede inhaltliche Resolution blockieren, auch wenn alle anderen zustimmen. Dadurch ist das Handeln des Gremiums bei vielen Konflikten begrenzt, insbesondere wenn eines der Vetoländer selbst betroffen ist. Der Vorsitz des Weltsicherheitsrates wechselt monatlich, seit Jahresbeginn hat ihn Somalia. (mit dpa)
