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Nach Anschlag von SolingenNRW-Flüchtlingsministerin Paul tritt zurück

Josefine Paul (Bündnis 90/Die Grünen) Ministerin für Integrations in Nordrhein-Westfalen, erklärt in ihrem Ministerium ihren Rücktritt.

Josefine Paul (Bündnis 90/Die Grünen) Ministerin für Integrations in Nordrhein-Westfalen, erklärt in ihrem Ministerium ihren Rücktritt.

Nach Kritik am Umgang mit dem Solinger Anschlag und einer bislang unbekannten SMS erklärt Josefine Paul ihren Rücktritt als NRW-Ministerin - und nennt nun ihre Gründe.

Josefine Paul, Nordrhein-Westfalens Fluchtministerin, hat ihren überraschenden Rücktritt vom Amt mit einer „zunehmenden Polarisierung“ um ihre Person begründet.

Damit werde das eigentliche Ziel des Untersuchungsausschusses des Landtags zum Solinger Terroranschlag vom August 2024 überlagert, sagte die 43-jährige Grünen-Politikerin in Düsseldorf. Dabei müsse es um eine sorgfältige und unvoreingenommene Aufklärung im Sinne der Opfer des Terroranschlags, ihrer Angehörigen und Hinterbliebenen gehen.

Ministerin Josefine Paul äußert Selbstkritik

Paul war im Zuge der Aufarbeitung des Attentats mit drei Toten unter Druck geraten. Ihr wurden eine schleppende Kommunikation und Verschleierung der regierungsinternen Abläufe vorgeworfen.

„Mir ist heute bewusst, dass eine frühzeitige Kommunikation nach dem Anschlagswochenende besser gewesen wäre - auch wenn zu diesem Zeitpunkt noch kein vollständiges Bild der asylrechtlichen Aspekte vorlag“, räumte Paul ein. „Das erkenne ich selbstkritisch an.“

Ihr sei immer an einer transparenten und umfassenden Aufklärung der asylrechtlichen Fragen gelegen gewesen. „In den letzten Wochen ist in der Öffentlichkeit jedoch der Eindruck entstanden, ich oder gar Mitarbeitende des Ministeriums würden diese Transparenz behindern.“ Das sei unzutreffend. „Ich hoffe, dass mit meinem Rücktritt der notwendige Fokus, die Sachlichkeit und Ruhe in die Aufklärung zurückkehren.“

Paul seit Monaten in Erklärungsnot

Nach dem überraschenden Auftauchen einer bisher unbekannten SMS der Grünen-Politikerin kurz nach dem islamistisch motivierten Anschlag hatten SPD und FDP Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) ein Ultimatum gestellt: Bis zum 30. Januar sollte dem zuständigen Untersuchungsausschuss die gesamte dienstliche Chat-Kommunikation Pauls vom Anschlagswochenende vorgelegt werden. Paul war bereits für März in den Untersuchungsausschuss geladen.

„Selbstverständlich werde ich dem Untersuchungsausschuss als Zeugin zur Verfügung stehen und meinen Beitrag zur Aufarbeitung auch hier leisten“, versicherte Paul. „Die Aufarbeitung des Anschlags und das Interesse der Betroffenen müssen über parteipolitischen Auseinandersetzungen stehen.“ (dpa)

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