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Minister verhöhnt AktivistenSkandal-Video sorgt für Empörung – scharfe Kritik an Israel

Nahostkonflikt - Gaza-Flotte

Copyright: Joan Mateu Parra/AP/dpa

Israel hat Hunderte Gaza-Aktivisten ausgewiesen. Foto Archiv

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Gaza-Flotte gestoppt: Video von Minister empört die Welt

Hunderte Teilnehmer einer Gaza-Hilfsaktion sind von Israel des Landes verwiesen worden. Zuvor war die Flotte mit mehr als 50 Schiffen und rund 430 Personen an Bord Anfang der Woche in internationalen Gewässern bei Zypern von israelischen Kräften gestoppt worden. Das israelische Außenministerium sprach von einer „PR-Aktion im Dienste der Hamas“ und bekräftigte auf X, dass man keine Missachtung der Seeblockade hinnehmen werde.

Doch die Festsetzung der Aktivisten, die die maritime Sperrzone um den Gazastreifen überwinden wollten, zieht weite Kreise. Ein Clip des israelischen Polizeiministers Itamar Ben-Gvir sorgt für weltweite Entrüstung. Man sieht darin, wie der Politiker inmitten gefesselter Teilnehmer umhergeht, eine israelische Fahne schwenkt und die Festgesetzten in der Hafenstadt Aschdod offenbar verspottet werden.

Heftige Reaktionen aus aller Welt

Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten. Der italienische Außenminister Antonio Tajani brandmarkte den Umgang mit den Aktivisten als einen „Verstoß gegen die grundlegendsten Menschenrechte“ und drängte auf Strafmaßnahmen der EU. Auch Polen, das die umgehende Freilassung seiner Staatsangehörigen forderte, sowie Großbritannien bestellten den israelischen Gesandten ein, um ihren Protest auszudrücken.

Vonseiten der EU-Kommission stufte ein Sprecher die Behandlung als „völlig inakzeptabel“ ein. Er appellierte an die Regierung in Israel, „den Schutz und die würdige Behandlung dieser Aktivisten, darunter mehrere EU-Bürger, sicherzustellen“.

Schwere Vorwürfe und interner Zorn

Die Menschenrechtsorganisation Adalah aus Israel macht den Sicherheitskräften schwere Anschuldigungen: Folter, Erniedrigung und gesetzeswidrige Inhaftierung von friedlichen Teilnehmern.

Auch in Israel selbst brodelt es. Laut einem „ynet“-Bericht sind hochrangige Militärs empört über den Polizeiminister. Ein Offizier, der anonym bleiben wollte, sprach von einem „strategischen Anschlag“ und „unverantwortlichem Handeln“. Das Militär habe sich bemüht, die Flotte „sauber“ zu stoppen, um genau solche internationalen Negativschlagzeilen zu vermeiden.

Überraschende Worte aus den USA

Der unerwartetste Tadel kam ausgerechnet aus den USA. Der normalerweise als sehr israelfreundlich geltende US-Botschafter Mike Huckabee verurteilte das Gebaren von Ben-Gvir als „verabscheuungswürdig“. Die Flottille sei zwar eine „dumme Aktion“ gewesen, aber Ben-Gvir habe „die Würde seiner Nation verraten“.

Seit 2007 überwacht Israel den maritimen Zugang zum Gazastreifen. Diese Maßnahme ist gegen die Terrororganisation Hamas gerichtet und wird von Ägypten unterstützt. Israel pocht auf sein Recht zur Selbstverteidigung, um den Waffenschmuggel zu verhindern. International ist die Rechtmäßigkeit dieser Blockade jedoch stark umstritten. Kritiker sehen darin eine unzulässige Kollektivstrafe, die die gesamte Zivilbevölkerung trifft. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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