Kanzler Merz plant heiklen Bundeswehr-Einsatz.
Merz-Plan für HormusBundeswehr soll nach Iran-Krieg die wichtige Meerenge sichern

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In Paris beraten die Partner über eine mögliche Militärmission nach dem Iran-Krieg. (Archivbild)
Die Blockade der Straße von Hormus infolge des Iran-Kriegs setzt die Weltwirtschaft massiv unter Druck. Aus diesem Grund findet in Paris ein Krisentreffen westlicher Partner statt, um eine mögliche Militärmission zu erörtern. Die Initiative für die Konferenz kam von Frankreich und Großbritannien; auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist vor Ort. Es soll ein „multinationaler Plan“ zur Sicherung der Wasserstraße nach einem Ende des Konflikts entstehen.
Für die Bundesregierung gibt es eine rote Linie: Ein deutscher Einsatz kommt nur bei einer Waffenruhe in der Region infrage. Auch der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premier Keir Starmer stellten klar, dass die Mission erst nach dem Konflikt starten würde. Die Kriegsparteien USA, Israel und Iran nehmen an den Gesprächen nicht teil.
Tausende Seeleute im Persischen Golf gefangen
Die Lage vor Ort ist dramatisch. Die iranische Marine hat die 55 Kilometer breite Wasserstraße durch Angriffe und Drohungen für Schiffe blockiert, was die Energiepreise explodieren ließ. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) meldet, dass seit Ende Februar über 2.000 Handelsschiffe mit etwa 20.000 Seeleuten im Persischen Golf festsitzen.
Der britische Premier Starmer fordert: „Die bedingungslose und sofortige Wiederöffnung der Meerenge ist eine globale Verantwortung, und wir müssen handeln, um den weltweiten Energie- und Handelsfluss wieder frei in Gang zu bringen“. Er stellte klar: „Die internationale Mission wird ausschließlich defensiver Natur sein.“
Was plant die Bundeswehr konkret?
Bundeskanzler Merz möchte in Paris einen konkreten Vorschlag für die deutsche Beteiligung präsentieren. Wie die dpa aus Regierungskreisen berichtet, könnte die Marine nach Ende der Gefechte mit Minenjagdbooten, einem Versorgungsschiff sowie Luftüberwachung unterstützen.

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Unter anderem sollen Minenjagdboote zum Einsatz kommen. (Archivbild)
Für die Aufklärung aus der Luft stehen zwei Aufklärungsflugzeuge des Typs P-8 Poseidon bereit. Ein Einsatz von Fregatten ist für Deutschland aber zunächst ausgeschlossen, da die deutschen Kriegsschiffe durch eine Mission für die Nato im Nordatlantik gebunden sind.
„Niemand weiß, wo sich diese Minen befinden“
Die größte Gefahr geht von Seeminen aus. Fachleute vermuten, dass der Iran vor circa einem Monat Dutzende Minen südlich seiner Gewässer ausgelegt hat – Teheran hat dies jedoch nie bestätigt. Sicherheitsforscher Andreas Krieg vom Londoner King's College sagte dem Sender Al Jazeera: „Weder die Iraner noch die USA – und auch sonst niemand – wissen derzeit genau, wo sich diese Minen befinden.“

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Die Straße von Hormus ist blockiert. (Archivbild)
Schätzungen nach verfügt der Iran über bis zu 6.000 Minen. Allein die Drohung mit einem verminten Gebiet reicht aus, um die Planungen der Reedereien massiv zu beeinträchtigen. „Die Sicherheit unserer Crews steht über allem“, so eine Mitteilung des VDR. Der Verband rät seinen Mitgliedern zu großer Vorsicht.
Trotz der gefährlichen Lage ist es für Reedereien weiterhin möglich, ihre Schiffe für Kriegsgefahren abzusichern. „Eine Versicherung ist immer verfügbar. Am Ende ist es eine Frage des Preises“, erklärt Raik Becker vom Versicherungsmakler Marsh Risk. Die Prämien für solche Policen haben sich seit Kriegsausbruch jedoch vervielfacht. Laut Becker liegen sie im Schnitt fünf- bis sechsmal höher als davor. (red)
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