Mehr Geld im Portemonnaie, doch eine Gefahr lauert schon
Mehr Geld im BeutelReallöhne steigen erneut – diese Branchen profitieren am meisten

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Die Reallöhne in Deutschland steigen seit drei Jahren. (Archivbild)
Mehr Geld im Portemonnaie! Löhne steigen kräftig – doch eine Gefahr lauert schon
Gute Nachrichten für den Geldbeutel vieler Menschen in Deutschland! Zum Start ins Jahr 2026 sind die Gehälter spürbar kräftiger geklettert als die Lebenshaltungskosten. Das Statistische Bundesamt meldete für das erste Quartal einen realen Lohnzuwachs von 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Dieser positive Schub für die Kaufkraft ist das Ergebnis kräftiger Lohnzuwächse bei gleichzeitig gemäßigter Teuerung. Der Trend setzt sich nun seit drei Jahren fort, seit die extreme Preissteigerungswelle nach dem Ukraine-Konflikt abebbte. Ein Minus bei den Reallöhnen wurde zuletzt für das erste Vierteljahr 2023 verzeichnet.
Experte warnt: Aufschwung könnte schnell wieder vorbei sein
Doch die gute Stimmung könnte trügerisch sein. Malte Lübker, ein Fachmann für Entgeltfragen bei der Hans-Böckler-Stiftung, die den Gewerkschaften nahesteht, äußert bereits Bedenken. Er sieht die Gefahr, dass der Konflikt im Iran diesen positiven Trend zunichtemachen könnte. Das wäre ein herber Rückschlag, da die realen Einkommen in der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts ohnehin kaum gewachsen sind.
Die Zahlen für das erste Vierteljahr belegen einen Anstieg der nominalen Gehälter um 4,1 Prozent. Im selben Zeitraum erhöhten sich die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent. Aus dieser Differenz errechnet sich das reale Lohnplus von 1,8 Prozent. Damit liegt der Zuwachs ganz leicht unter dem Wert des vorherigen Quartals, der bei 1,9 Prozent lag.
Mindestlohn-Plus kommt bei Geringverdienern an
Besonders kräftig fiel das Plus in bestimmten Branchen aus: Im Bergbau gab es ein Lohnwachstum von 6,9 Prozent, bei Finanz- und Versicherungsanbietern waren es 6,5 Prozent und in der Energieversorgung 5,9 Prozent. Weit weniger Zuwachs verzeichneten hingegen die Baubranche mit 2,9 Prozent und der Öffentliche Dienst, wo die Gehälter mit nur 0,1 Prozent fast auf der Stelle traten.
Ein wichtiger Grund für die Entwicklung ist die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns pro Stunde auf 13,90 Euro seit Anfang des Jahres, was sich besonders für Menschen mit niedrigem Einkommen auszahlt. So konnte das Fünftel der Vollzeitkräfte mit den geringsten Gehältern ein nominales Plus von 7,0 Prozent verbuchen. Im Gegensatz dazu erhielt das oberste Fünftel einen Zuwachs von 3,5 Prozent. Auch Azubis profitierten mit einem Anstieg von 6,8 Prozent, was maßgeblich auf die neue Mindestvergütung von 724 Euro seit Januar zurückzuführen ist. Bei Minijobbern betrug das Plus 4,4 Prozent. (dpa/red)
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