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Gepanzert und über 570 PSDas ist die Luxus-Limo von Hendrik Wüst

Hendrik Wüst steigt in seinen Dienstwagen (Archivbild).

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Hendrik Wüst steigt in seinen Dienstwagen (Archivbild). Die gepanzerte Scheibe ist deutlich zu erkennen.

Aktualisiert

Ein E-Auto wäre für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten gar nicht drin: Hendrik Wüst (CDU) ist in einer gepanzerten Limousine unterwegs – die gibt es nur als Verbrenner. Hier alle Infos zu dem besonderen Fahrzeug.

Die Kritik an der nordrhein-westfälischen Landesregierung war im vergangenen Jahr groß: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bemängelte, dass die Ministerinnen und Minister zu viele klimaschädliche Dienstwagen fahren würden.

Auch Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Rote Karte für sein Gefährt bekommen – allerdings fährt er, ebenso wie sein Innenminister Herbert Reul (CDU) und viele weitere Spitzenpolitiker in Bund und Land, in einem sogenannten „sondergeschützten Fahrzeug“ durch die Nation. Und das gibt es ében nur als Verbrenner-Version – aktuelle E-Motoren wären für das 4,5-Tonnen-Auto schlicht nicht ausreichend.

Dienstwagen von Hendrik Wüst kostet 700.000 Euro

Wenn Hendrik Wüst von Termin zu Termin eilt, dann tut er dies in einem Audi A8 L Security – natürlich in einer Spezialanfertigung. Kostenpunkt: etwa 700.000 Euro (Neupreis). Der A8 L ist das einzige Auto, das Audi als sondergeschütztes Fahrzeug anbietet. Es wird speziell für Diplomaten oder wichtige Persönlichkeiten entwickelt und ist – wie der Name schon sagt – voll auf den Notfall ausgelegt. 

Ein Audi A8 L Quattro auf der IAA in Frankfurt (Archivbild). Hendrik Wüst fährt ein neueres Modell in Schwarz.

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Ein Audi A8 L Quattro auf der IAA in Frankfurt (Archivbild). Hendrik Wüst fährt ein neueres Modell in Schwarz.

Solche Panzer-Limousinen werden in Widerstandsklassen unterteilt – im Falle des A8 L Security ist das VR9 (Karosserie) oder VR10 (Glas), also die höchste Klasse. VR steht hier für „Vehicle Resistance“, also den Widerstand des Fahrzeugs.

Der Audi kann Gewehren und Sturmgewehren standhalten, Beschuss mit 7,62 x 51 mm NATO-Munition aus einer Entfernung von zehn Metern sind kein Problem.

Panzer-Limo hält auch Handgranaten aus

Dach und Unterboden sind zudem speziell verstärkt, dadurch hält der Panzer-A8 auch Handgranaten aus. Auch eine Feuerlöschanlage ist an Bord, per Knopfdruck kann so im Notfall Löschmittel in den Motorraum, in den Benzintank und die Radhäuser gesprüht werden. 

Sogar einem Angriff mit Reizgas kann der Wagen standhalten: An Bord gibt es ein Frischluft-System, das Wüst und die anderen Insassen zeitweise mit sauberer Luft versorgen kann. Ein spezielles Notausgang-System sorgt dafür, dass sich die Türen per Knopfdruck heraussprengen lassen, wenn sie irgendwie blockiert sind.

Audi bietet außerdem für seine Panzer-Version eine Gegensprechanlage an, damit kann aus dem geschlossenen Fahrzeug heraus mit Personen in der Außenwelt kommuniziert werden.

Motor: 571 PS und 800 Newtonmeter

Für eine Panzer-Limousine ist es aber nicht nur wichtig, einem Angriff standzuhalten. Fast noch wichtiger ist es, von dem Ort des Geschehens wegzukommen. Und dafür braucht der schwere, gepanzerte Wagen Power: Mit einem 4.0 L V8 TFSI-Motor mit rund 571 PS und einem maximalen Drehmoment in Höhe von 800 Newtonmetern beschleunigt das 4,5-Tonnen-Fahrzeug trotz massiver Panzerung recht flott. 100 km/h sind, auch dank Allradantrieb, in 6,3 Sekunden erreicht – bis zu 210 km/h erreicht die Wüst-Limo.

Wer einen solchen A8 fahren will, braucht Zeit und Geld: Er kostet mit 700.000 Euro nicht nur ein Vermögen, sondern laut Audi verschlingt die Umrüstung der Oberklasse-Limousine satte 400 Arbeitsstunden.

Und wie kann man eine gepanzerte Staatslimousine von einem herkömmlichen Audi A8 unterscheiden? Ein wesentlicher Unterschied ist an der Front zu erkennen – dafür muss man aber dichter herangehen: Dort sind die sogenannten „Flagholder“ über den Frontleuchten zu sehen – hier werden die typischen Autoflaggen eingesteckt, die es für offizielle Anlässe braucht. Zudem ist die Panzerung in den dicken Fenstern des Wagens erkennbar – innerhalb der Windschutzscheibe etwa ist noch einmal ein schwarzes, abgesetztes Rechteck am Rand zu erkennen. 

ARCHIV - 13.01.2026, Berlin: Jens Spahn, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU, gibt ein Pressestatement im Bundestag. (zu dpa: «Spahn: Steuern senken statt Förderprogramme») Foto: Elisa Schu/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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