Klimaaktivistin vor GerichtRichter mit denkwürdigem Satz: „Dafür ist er zu dumm“

Carla Hinrichs, Sprecherin der Klimagruppe Letzte Generation, sitzt in einem Gerichtssaal im Amtsgericht Tiergarten.

Die Klima-Aktivistin Carla Hinrichs stand am 16. Februar 2023 in Berlin wegen Nötigung vor Gericht.

Carla Hinrichs von der „Letzten Generation“ stand am Donnerstag vor Gericht – wegen Nötigung. Vor allem ein Satz des Richters lässt aufhorchen.

Sie kämpft für Klimagerechtigkeit – und zwar mit allen Mitteln: Carla Hinrichs ist Aktivistin des Umweltbündnisses „Letzte Generation“. Nun stand die 26-Jährige vor Gericht.

Im Gebäude des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten musste sich die junge Frau am Donnerstag (16. Februar 2022) wegen des Vorwurfs der Nötigung verantworten. Was vom Prozess hängen bleibt, ist ein Satz des zuständigen Richters.

Carla Hinrichs von der „Letzten Generation“ vor Gericht

Hinrichs stand vor Gericht, weil sie sich am 10. Februar 2022 bei einer Straßenblockade der „Letzten Generation“ beteiligt hatte. Hinrichs, die ihr Studium an der Universität Bremen zugunsten des Aktivismus pausiert hat, musste dabei von Polizeikräften von der Fahrbahn getragen werden.

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Vor Gericht beharrte Hinrichs darauf, keine Straftat begangen zu haben. Sie appellierte an den Hintergrund der Aktion: den vehementen Einsatz für das Klima. Sie fühle sich durch die Klimakrise unmittelbar bedroht, argumentierte Hinrichs. Dabei appellierte sie auch Richter Christoph Weyreuther.

Weyreuther stimmte Hinrichs zwar insofern zu, dass er den Klimawandel ebenfalls als Bedrohung betrachte, doch der Zweck heilige nicht die Mittel: „Es geht nicht um ihr Ziel, sondern die Art und Weise.“

In diesem Zuge kam es zu einem Schlagabtausch zwischen dem Richter und der Aktivistin der „Letzten Generation“.

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Hinrichs: „Ich möchte das Leben auf der Erde schützen!“ Der Richter entgegnete: „Kakerlaken auch? Die Dinos sind auch ausgestorben. Der Mensch wird es sowieso, davon bin ich fest überzeugt. Das lässt sich nicht verhindern, dafür ist er zu dumm.“

Hinrichs hatte Tränen in den Augen. „Wir werden uns um den letzten Tropfen Wasser kloppen“, prophezeite sie im Gerichtssaal. Letztlich vertagte Richter Weyreuther den Prozess. Hinrichs' Anwalt Gerd Winter beantragte einen Richteraustausch. (jm)