Vor 271 Tagen? Lauterbach hält sein Impfzertifikat in die Kameras – es offenbart brisante Überraschung

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zeigt am Freitag (12. August) sein Impfzertifikat in die Kameras. Das bringt ihn nun in Erklärungsnot.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zeigt am Freitag (12. August) sein Impfzertifikat in die Kameras. Das bringt ihn nun in Erklärungsnot.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat auf der jüngsten Pressekonferenz sein Mobiltelefon in die Kameras gehalten, um einen Aspekt des neuen Infektionsschutzgesetzes zu erklären – und präsentiert dabei sein digitales Impfzertifikat. Eine Überprüfung dieses Zertifikats bringt den Minister nun in Erklärungsnot. 

Seit Freitag (12. August) kennt jedermann in Deutschland das Impfzertifikat von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Er hielt es freiheraus in die Kameras, zeigte es Dutzenden Journalistinnen und Journalisten auf der Pressekonferenz und Millionen an den Bildschirmen – und sorgt damit in mehrerer Hinsicht für jede Menge Kritik. 

Zum einen, weil Expertinnen und Expertin seit jeher davor warnen, solche Zertifikate zu verbreiten. Zum anderen, weil jedermann innerhalb von wenigen Sekunden das Zertifikat des Ministers mit CovPassCheck scannen kann. Kein Wunder also, dass kurz nach der Pressekonferenz auch Lauterbachs Impfstatus abgefragt wurde. 

Lauterbach zeigt Impfzertifikat in die Kameras, das bringt ihn in Erklärungsnot

Das Ergebnis allerdings wirft nun einige Fragen auf und bringt Karl Lauterbach in Erklärungsnot. Das Gesundheitsministerium sah sich bereits gezwungen, ein Statement abzugeben.

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Wie die Berliner „BZ“ berichtet, zeigt das Impfzertifikat von Lauterbach nur drei Corona-Impfungen an. Seit Monaten wirbt der Gesundheitsminister für die vierte Spritze, erklärte, dass er sich selbst bereits zum vierten Mal habe impfen lassen. 

„Ich bin der Stiko-Empfehlung bei der Impfung für unter 60-Jährige nicht gefolgt, sondern habe eine vierte Impfung genommen. Weil ich sehr viele Kontakte habe, das war für mich der ausschlaggebende Grund“, bekräftigte der Minister auch auf der jüngsten Pressekonferenz. Doch ein Scan des Zertifikates zeige auf, dass die letzte Impfung am 14. November vorgenommen sei – vor 271 Tagen. Vermerkt als Auffrischungsimpfung.

Eine Ungereimtheit, die Lauterbach in Erklärungsnot brachte. Am Freitag hat das Bundesgesundheitsministerium reagieren müssen und twitterte ein Statement: „Nicht wundern wegen des QR-Codes: Der Bundesgesundheitsminister ist vier Mal geimpft. Die vierte Impfung ist in seiner Corona-Warn-App aber nicht registriert.“

Lauterbach, der ohnehin wegen der jüngsten Corona-Pläne für den Herbst kritisiert wird – insbesondere wegen der unpraktikabel anmutenden Regelung, auf eine Maskenpflicht in Restaurants nur dann zu verzichten, wenn die Impfung nicht länger als drei Monate zurückliegt – liefert mit seinem Verhalten auf der Pressekonferenz ein gutes Beispiel dafür, warum das eigene Impfzertifikat besser nicht verbreitet werden sollte.

Seitdem es Corona-Apps und digitale Zertifikate gibt, warnen Expertinnen und Experten davor, diese in den sozialen Medien zu posten. Das Bild des QR-Codes lässt sich auf beliebig viele Handys einscannen oder in Papierform zigfach kopieren. Zertifikate selbst sind zwar fälschungssicher, lassen sich aber leicht kopieren. Sie werden dann als genauso gültig wie das Original akzeptiert.

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