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Kurioser Vorschlag Nach Vorfall mit 400 km/h-Raser auf Autobahn: Kommt jetzt das Tempolimit 200?

Ein Schild weist ein Tempolimit von 200 km/h auf dem Nürburgring, einer abgesperrten Rennstrecke in der Eifel, aus.

Ein Schild weist ein Tempolimit von 200 km/h auf dem Nürburgring, einer abgesperrten Rennstrecke in der Eifel, aus.

Ganze 417 km/h brachte ein Millionär auf den Tacho, als er mit seinem Sportwagen über die A2 raste. Sein Verfahren wurde zwar mittlerweile eingestellt, es könnte aber Auswirkungen auf alle Autobahn-Fahrer haben.

Tempolimit ja oder nein? Die Debatte um eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen spaltet seit jeher die Geister und erhitzt mächtig die Gemüter. Sobald jemand das Wort nur in den Mund nimmt, sieht sich die eine Seite in ihrer Freiheit eingeschränkt, während die andere Seite vom entspannten Autofahren bei 120 km/h träumt. Jetzt gibt es einen neuen, ungewöhnlichen Vorschlag.

Anlass ist ein Raser: Er stellte ein Video ins Netz, bei dem er über die A2 heizt. Der augenscheinlich abgefilmte Tacho seine Sportwagens, ein Bugatti Chiron, zeigt eine Geschwindigkeit von 417 Kilometern pro Stunde an. Dabei soll er zeitweise sogar beide Hände vom Lenkrad genommen haben.

Tempo 200 auf Autobahnen: Das steckt hinter dem Vorschlag

Die ermittelnde Generalstaatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen den Mann zwar ein, nahm den Vorfall aber als Beweggrund, um ein Tempolimit mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde vorzuschlagen.

Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg erklärte, es „mag äußerst leichtsinnig und lebensmüde erscheinen“, mit annähernd 116 Metern je Sekunde zu fahren, es handele sich aber um keinen Straftatbestand. „Beweisverwertbare Anhaltspunkte dafür, dass die Fahrt im Einzelfall - abgesehen von der deutlich übersetzten Geschwindigkeit - grob verkehrswidrig und rücksichtslos unternommen wurde, waren nicht vorhanden.“

Dennoch: Um solche leichtsinnigen, aber nicht strafbaren Aktionen zu unterbinden, könnte aus Sicht der Juristinnen und Juristen eine bislang nicht vorhandene Geschwindigkeitsobergrenze für Autos in die Straßenverkehrsordnung aufgenommen werden. Somit könnte schnelles Fahren noch erlaubt sein, aber kein übermäßiges Rasen. Als Beispiel nannten die Generalstaatsanwaltschaft eine Geschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde. 

Bald Tempolimit auf deutschen Autobahnen?

Die Mehrheit der Bevölkerung ist aktuell der Ansicht, dass zu wenig unternommen wird, um Treibhausgase und Luftschadstoffe effizient zu reduzieren und fordert mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Eine Geschwindigkeitsobergrenze könnte für Abhilfe sorgen. Fast zwei Drittel der Deutschen sprechen sich mittlerweile für ein Tempolimit aus, wie es in einem Bericht des Bundesamts für Umwelt heißt.

Deutschland ist bisher eines der wenigen Länder ohne Geschwindigkeitsbegrenzung. In allen weiteren EU-Ländern herrscht ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen. Meistens liegt dieses bei 130 Stundenkilometern, in einigen Länder bei 120 oder 100 km/h.

Weiterhin gibt das Bundesamt für Umwelt in seinem Bericht bekannt, dass ein generelles Tempolimit auf den Autobahnen die CO2-Emissionen von PKW und leichten Nutzungsfahrzeugen um circa 2,7 Prozent senken könnte. Auch könnte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen die hohe Anzahl der Verkehrstoten reduzieren.

Das Bundesamt für Umwelt plädiert für ein Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde. Satte 200 km/h als Höchstgrenze schlagen die Naumburger Juristinnen und Juristen vor, um schnelles Fahren weiter zu ermöglichen, aber Raserei zu unterbinden. Ob und in welcher Form ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen kommen könnte, ist ungewiss und bleibt wohl weiter Inhalt hitziger Debatten auf politischer und gesellschaftlicher Ebene. (mit dpa)

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