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Kommentar zur Corona-Politik Lauterbach gelähmt: Das gefährliche Spiel mit der Durchseuchung

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, äußert sich in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußerte sich am 14. Januar 2022 auf der Bundespressekonferenz zur Corona-Lage.

Das Corona-Chaos und kein Ende: Die Omikron-Welle deckt das Versagen der Politik in der Pandemie schonungslos auf. Die letzten Regelungen kommen nun einer Kapitulation nahe. Dabei bleibt die Durchseuchung ein extrem gefährliches Spiel, findet unser Autor in seinem Kommentar.

„Wir wollen Karl!“ Die Hoffnung war groß, dass nach dem irrlichternden Jens Spahn (41, CDU) mit dem Leverkusener Virologen Karl Lauterbach (58, SPD) als Gesundheitsminister endlich eine wissenschaftlich fundierte und verlässliche Corona-Politik Einzug hält.

Doch das ist nicht der Fall. Karl Lauterbach wirkt, als lähme ihn das Amt in der Ampel-Regierung des bei Einschränkungen wie Impfpflicht zaudernden Kanzlers Olaf Scholz, als müsse er so manchen faulen Kompromiss verkaufen. Nichts an dieser Omikron-Welle kommt überraschend, wir befinden uns in der vierten Welle der Corona-Pandemie und doch wirkt es, als mache die Politik jeden Fehler noch mal und das Corona-Chaos ist jeden Tag ein Stück größer als zuvor.

Die Farce um die PCR-Tests: Gewissheit wird zur Frage des Geldbeutels

Und das in allen Bereichen. Die Farce rund um den Engpass bei den PCR-Tests ist ja nur eine Facette, die selbst wohlmeinende Bürgerinnen und Bürger mittlerweile an der Handlungsfähigkeit der Politik zweifeln lassen.

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Die Möglichkeit, mit einem PCR-Test zukünftig Gewissheit zu erlangen, ob man sich in Quarantäne begeben soll und sich auch entsprechend krankschreiben lassen zu können, hängt nun vom Geldbeutel ab. Wer sich keinen Test leisten kann, wird wohl weiter zur Arbeit gehen und das Virus weitertragen.

Eltern begegnen dem Chaos an den Schulen zunehmend sprachlos. Der Berg ausgefallener Schulstunden wächst stetig, während man weiter am Mantra des Präsenzunterrichts festhält. Dabei steht auch nach zwei Jahren Pandemie in kaum einem Klassenzimmer (außer in den Grundschulen in der Landeshauptstadt Düsseldorf) ein Luftfilter.

Volker Wissing (l, FDP), Bundesminister für Verkehr und Digitales, und Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, begrüßen sich zu Beginn der Klausurtagung des Bundeskabinetts im Bundeskanzleramt.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (Mitte) mit Verkehrsminister Volker Wissing (links) bei der Klausurtagung des Kabinetts am 21. Januar 2022.

Die Verunsicherung der Schülerinnen und Schüler, wenn ein Klassenkamerad oder -kameradin nach dem/der anderen sich infiziert in Quarantäne begeben muss, die Angst der Eltern, dass ihr Kind an Langzeitfolgen wie PIMS oder Long-Covid leiden wird, das alles wird von den Kultusministern und -ministerinnen wie in NRW Yvonne Gebauer (55, FDP) einfach beiseite gewischt.

Die Schulen fahren mehr und mehr im Notbetrieb

Dass die Kinderärzte und -ärztinnen längst zu Wechselunterricht raten, dass immer mehr Lehrkräfte erkranken,  selbst oder wegen ihrer Kinder in Quarantäne müssen und der Unterricht damit zum Notbetrieb wird, das alles will man in der Politik offenbar nicht sehen. Weder in Berlin noch in Düsseldorf. Die Kliniken erwarten im Februar brechend volle Normalstationen und auch dort wird das Personal durch die hohen Inzidenzen ausgedünnt sein.

Kapituliert die Politik vor dem Virus?

Der Eindruck verfestigt sich, als habe die Regierung vor dem Virus kapituliert und scheut sich nur davor, es offen auszusprechen, dass sie einer „Durchseuchung“ der Bevölkerung nichts mehr entgegenzusetzen hat oder nichts mehr entgegensetzen will.

Aber das bleibt angesichts der Impfquote, der Gefahr einer Virusmutation zu einer chronischeren oder tödlicheren Variante und den ungeklärten Langzeitfolgen ein extrem gefährliches Spiel mit weiteren Tausenden Toten. Ein Spiel, das Karl Lauterbach nicht spielen wollen kann. Und ganz sicher nicht all jene, die in ihn ihre Hoffnungen gesetzt hatten.

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