Kim Jong Un eröffnet in Pjöngjang ein skurriles Waffenmuseum. Im Mittelpunkt steht die Interkontinentalrakete Hwasong-20 und daneben eine Weltkarte, die für Wirbel sorgt. Wie realistisch ist Kims Drohung?
Skurrile Ausstellung in PjöngjangKarte neben Kim Jong Un sorgt für Wirbel

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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un (2.v.l.), seine Frau und ihre Tochter bei der Besichtigung eines neuen Waffenmuseums.
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Kim Jong Un besichtigt die Ausstellung, an seiner Seite Ehefrau Ri Sol Ju und Tochter Ju Ae. Vor ihnen steht die Hwasong-20, Nordkoreas stärkste Interkontinentalrakete. Davor ist eine Weltkarte zu sehen – mit pikantem Inhalt. Denn sie zeigt, wie weit die Rakete fliegen soll: bis in die USA. Und noch viel weiter.
Der Machthaber eröffnete in Pjöngjang das sogenannte „Museum der Verteidigungsrevolution“. Anlass war der 81. Jahrestag der Gründung der Arbeiterpartei Koreas. Die Bilder veröffentlichte die Staatsagentur KCNA am Dienstag. Zu sehen sind Waffen, die unter Kims Führung entwickelt wurden, von Drohnen bis zur Hwasong-20.
Propaganda vor möglichem Treffen zwischen Kim und Trump
Für Aufsehen sorgt die Tafel vor der Abschussrampe der Rakete. Nach Einschätzung von Shin Jong-woo, Generalsekretär des südkoreanischen Forums für Verteidigung und Sicherheit, ist auf den Aufnahmen eine Rakete mit mehreren Sprengköpfen zu sehen, berichtet „NBC News“. Daneben hängt die Weltkarte. Die darauf eingezeichneten Reichweiten gehen über das US-Festland hinaus, bis in den Nahen Osten, nach Australien und nach Südamerika. Ob auch Europa auf der Karte erfasst ist, geht aus den Berichten nicht hervor.
Shin sieht darin vor allem eine Botschaft: „Die Ausstellung scheint darauf abzuzielen, die Errungenschaften von Kims Programm für Verteidigungswissenschaft hervorzuheben.“ Und weiter: „Die Propaganda zielt auch darauf ab, sich vor einem möglichen Gipfel zwischen Nordkorea und den USA einen strategischen Vorteil zu verschaffen.“
Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angedeutet, er könne Kim während seiner geplanten Asienreise treffen. Trump will Mitte November zum Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) nach China reisen.
Hwasong-20 als „stärkstes nukleares strategisches Waffensystem“
Ganz neu ist die Hwasong-20 nicht. Nordkorea zeigte sie erstmals im Oktober 2025 bei einer großen Militärparade zum 80. Jahrestag der Arbeiterpartei. KCNA nannte sie damals das „stärkste nukleare strategische Waffensystem“ des Landes. Ihre Reichweite wird auf rund 15.000 Kilometer geschätzt, von Pjöngjang bis Washington sind es Luftlinie rund 11.000 Kilometer. Rein rechnerisch läge damit das gesamte US-Festland in Reichweite. Was die Rakete tatsächlich kann, fernab der nordkoreanischen Propaganda, ist aber nicht bekannt.
Nordkorea hat Russland Raketen und Artilleriemunition für den Angriffskrieg gegen die Ukraine geliefert. Die USA und Südkorea werfen Pjöngjang außerdem vor, mehr als 10.000 Soldaten geschickt zu haben. Laut Analysten hofft Kim im Gegenzug auf moderne Technik aus Moskau.
Mit Tests ballistischer Raketen verstößt Nordkorea immer wieder gegen Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats, auch am Montag. Südkoreas Militär meldete mehrere Raketen, die ins Meer vor der Ostküste flogen. Es war der vierte Start innerhalb eines Monats. Eine davon flog laut Japans Verteidigungsministerium mehr als 900 Kilometer weit in Richtung Japanisches Meer. Zuletzt hatten sich die Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea verschärft. (mg)
