Bulgarien und der Euro: Die Wahrheit über den befürchteten Preis-Schock
Kein „Teuro“-SchockEZB-Studie: Preise in Bulgarien nach Euro-Einführung stabil

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Bulgarien ist seit Anfang 2026 das 21. Mitglied der Eurozone. (Symbolbild)
Die große Angst vor einer Preis-Explosion nach dem Start des Euro in Bulgarien war offenbar unbegründet. Wie die Nachrichtenagentur „dpa“ berichtet, sind die Effekte auf die Konsumentenpreise laut Europäischer Zentralbank (EZB) überschaubar geblieben. In den ersten 100 Tagen mit der Gemeinschaftswährung gab es demnach nur begrenzte Aufschläge.
Seit Beginn des Jahres 2026 zahlt man in dem südosteuropäischen Mitgliedsstaat der EU mit dem Euro und nicht mehr mit dem Lew. Und jetzt kommt ein Detail, das viele Deutsche aufhorchen lässt: Der offizielle Wechselkurs ist auf 1,95583 Lew für einen Euro festgelegt – das ist haargenau der gleiche Kurs, zu dem damals die D-Mark in den Euro gewechselt wurde.
Preisanstieg nur ein kurzes Strohfeuer
Laut der Zentralbank ist die Teuerung in Bulgarien nach der Währungsumstellung im Griff. Die Inflationsrate auf Jahresbasis fiel sogar von 3,5 Prozent im Dezember 2025 auf 2,3 Prozent im Januar und dann auf 2,1 Prozent im Februar. Einen kleinen Ausreißer gab es aber doch: Im Januar 2026 kletterten die Preise gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent – ein für Januar untypisch hoher Wert.
Die Experten der EZB führen diesen Anstieg aber auf saisonale Effekte zurück, wie Anpassungen nach den Feiertagen. Dass der Preissprung nur von kurzer Dauer war, zeigte sich schon im Februar, als der monatliche Anstieg wieder spürbar geringer ausfiel. Teurer wurde es demnach vor allem im Servicebereich wie in Restaurants oder bei Unterkünften, wo es oft weniger Konkurrenz gibt.
Gefühlte Inflation höher als die echte
Ein bekanntes Phänomen trat auch in Bulgarien auf: Die Zentralbank hebt hervor, dass die gefühlte Teuerung bei vielen Menschen höher war als die statistisch gemessene Inflation. Das liegt daran, dass Preiserhöhungen bei Dingen, die man oft kauft oder Dienstleistungen, die man häufig nutzt, viel stärker im Gedächtnis bleiben.
Interessant ist auch ein Detail aus der Untersuchung: Einige Händler hatten ihre Preise bereits angehoben, bevor der Euro überhaupt da war – nämlich sobald feststand, dass Bulgarien die Währung bekommt. Zum Zeitpunkt der Umstellung selbst waren die Preisänderungen aber minimal, die Geschäfte hielten sich an die festen Wechselkurse und Rundungsregeln.
Die vielleicht größte Überraschung: Die Zustimmung zur Gemeinschaftswährung kletterte laut Umfragen im Februar auf 54 Prozent. Das ist der höchste Wert in Bulgarien seit vielen Jahren. Die Studie vermutet, dass dies eine direkte Folge der geringen Auswirkungen auf die Preise ist und frühere Sorgen sich in Luft aufgelöst haben. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
