„Noch viel gefährlicher“ Karl Lauterbach spricht im ZDF über Welle im Herbst 2022

Karl Lauterbach am 26.1.2022 im „heute journal“.

Karl Lauterbach am 26.1.2022 im „heute journal“.

Karl Lauterbach hat im „heute journal“ die Maßnahmen der Bundesregierung gegen Omikron verteidigt. Beim Thema einer generellen Impfpflicht ging es auch um eine mögliche Corona-Welle im Herbst 2022.

Die Omikron-Variante rollt weiter unaufhörlich. Die Rekordzahlen brechen nicht ein. Die Bundesregierung und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verteidigen die ergriffenen Corona-Maßnahmen. Doch es gibt viel Kritik, etwa an der Verkürzung des Genesenenstatus und dem Plan für eine generelle Impfpflicht.

Im „heute journal“ nahm ZDF-Moderatorin Marietta Slomka den Gesundheitsminister direkt mit der ersten Frage in die Mangel: „Ist es nicht merkwürdig, dass der Mann, der mutmaßlich in der Bundesregierung (vielleicht auch im Parlament) die meiste Ahnung von Corona hat, nicht mal einen eigenen Vorschlag macht?“

„heute journal“: Karl Lauterbach hält Impfregister für nicht nötig

Karl Lauterbach hatte im Vorfeld ausdrücklich davon abgesehen, in der Debatte um die generelle Impfpflicht einen Vorschlag einzubringen. Er begründete diesen Entschluss am Mittwochabend (26. Januar) damit, dass es eine ethische und keine wissenschaftliche Frage sei. „Es ist hier eine Moralfrage, weil ich muss ja quasi die körperliche Unversehrtheit angreifen, um einen anderen Menschen oder vielleicht den Menschen selbst zu schützen. Und somit geht es schon um Grundrechte.“

Ein Impfregister hält Lauterbach für nicht nötig und auch hinderlich, da eine Einführung deutlich zu lange dauern würde. Dabei machte er indirekt auch deutlich, dass er nicht glaubt, Corona im Sommer 2022 überstanden zu haben. Der Bundesgesundheitsminister sprach vielmehr von Gefahren im Herbst.

Karl Lauterbach: „Welle im Herbst verhindern“

„Wir wollen ja die Welle im Herbst verhindern. Das könnte erneut Omikron sein. Das könnte eine Delta-Welle sein. Das könnte auch eine Kombination sein, was noch viel gefährlicher wäre“, so Karl Lauterbach im „heute journal“. „Und wenn ich das erreichen will, dann müssen wir jetzt schnell handeln.“

Auf die Frage, wie eine allgemeine Impfpflicht durchsetzbar wäre, sprach Lauterbach von „empfindlichen Strafen“. Und sagte weiter: „Eine Möglichkeit wäre, dass der Impfnachweis erbracht werden muss am Arbeitsplatz oder bei der Nutzung bestimmter Verkehrsmittel. Es wäre möglich, dass der Impfnachweis erbracht werden muss bei Arztbesuchen, in Kliniken und so weiter. (…) Es könnte auch einfach schlicht sporadisch kontrolliert werden wie in Österreich.“

Zur Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate erklärte Lauterbach, dass man demnächst auch versuchen werde, dies auf europäischer Ebene umzusetzen. „Es ist wissenschaftlich einfach richtig. Nach drei Monaten kann sich derjenige, der schon mit der Delta-Variante infiziert war, erneut mit der Omikron-Variante infizieren. Somit sind die drei Monate wissenschaftlich richtig. Das Robert Koch-Institut hat das konsequent empfohlen.“

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Auf die massive Kritik angesprochen antwortete der Gesundheitsminister im „heute journal“: „Wenn ich die Bevölkerung schützen will, muss nicht jeder Beschluss populär sein!“ (jv)

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