Eine Rechtsaußen-Partei missbraucht das bekannte Ikea-Symbol für ihre Zwecke. Aber der schwedische Möbelgigant lässt das nicht auf sich sitzen – und holt sich vor Gericht eine klare Abfuhr für die Rechten.
Schluss mit lustig!Ikea zieht gegen Partei vor Gericht – und siegt

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Ikea zieht gegen eine rechtsextreme Partei vor Gericht – und siegt.
Man denkt an eine Marke, die für Köttbullar und Billy-Regale steht, und dann sieht man deren Emblem bei einer Rechtsaußen-Partei. Genau diese Situation erlebte Ikea. Im November 2022 hat die belgische Gruppierung Vlaams Belang ihren „Ikea-Plan“ zur Einwanderungspolitik vorgestellt, der wie eine der bekannten Montageanleitungen des Einrichtungshauses gestaltet war.
Anstatt den Aufbau eines Schranks zu erklären, wurden so 15 ausländerfeindliche Ideen präsentiert – komplett mit Markenzeichen und den vertrauten Comic-Männchen. Für das Unternehmen aus Schweden war das Maß damit voll. Ikea reichte sofort Klage beim zuständigen Handelsgericht in Brüssel ein, weil die geschützten Symbole unerlaubt für politische Hetze verwendet wurden. Das berichtet die „Tagesschau“.
Freie Meinung oder dreister Diebstahl?
Vlaams Belang berief sich zur Verteidigung auf die freie Meinungsäußerung und nannte die Kampagne eine politische Satire. Das Brüsseler Gericht erkannte jedoch, dass hier grundlegende europäische Rechtsfragen auf dem Spiel standen, und übergab die Angelegenheit dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg.
Von dort kam jetzt ein klares Machtwort: Die freie Meinungsäußerung kann zwar den Gebrauch eines Markenzeichens ohne Zustimmung decken, aber keinesfalls, wenn so der irreführende Anschein erweckt wird, die Firma würde die politischen Ansichten mittragen. Genau diesen Sachverhalt sahen die Juristen hier als erfüllt an.
Deutliches Zeichen gegen Missbrauch
Nach Ansicht der Richter könnten Menschen fälschlicherweise annehmen, Ikea stehe hinter den Parolen von Vlaams Belang. Dies widerspricht fundamental den Werten des Konzerns. Aus diesem Grund muss der Möbelgigant eine derartige Zweckentfremdung nicht hinnehmen.
Bei dieser Entscheidung geht es um weit mehr als nur um den Schutz von Markennamen. Es ist eine bedeutende Botschaft, dass sich Firmen zur Wehr setzen dürfen, wenn ihr Name für extremistische Ziele missbraucht wird. Wer fremde Symbole verwendet, um menschenverachtende Politik gesellschaftsfähig zu machen, kann sich nicht einfach mit dem Argument der Satire herausreden.
Zwar steht der finale Richterspruch des Brüsseler Gerichts noch aus, aber nach dieser unmissverständlichen Vorgabe aus Luxemburg dürfte das Ergebnis so vorhersehbar sein wie die Laufroute in einem Ikea-Möbelhaus: Es kann nur in eine Richtung gehen. (red)
