Brennende Gebäude, Plünderer, Ausgangssperren: Frankreich erlebt ein Wochenende der Gewalt. In Moskau löst das Häme aus.
Heftige Szenen am WochenendeMoskau beschwört den „Untergang Europas“

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Eine Frau läuft am 18. Oktober in Lyon an zerbrochenen Schaufenstern eines Geschäfts vorbei, einen Tag nach den heftigen Ausschreitungen in Frankreich.
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Videos in den Sozialen Medien zeigen brennende Gebäude, heftige Zusammenstöße mit der Polizei und Chaos auf den Straßen. Kirill Dmitrijew teilt sie am Wochenende gleich mehrfach auf X. Der Kommentar des Sondergesandten des Kremls: „Der selbstmörderische Untergang Europas“.
Dmitrijew macht für die Unruhen vor allem die europäische Migrationspolitik verantwortlich. „Der Westen ist gefallen, weil er unfähig ist, folgenschwere Fehler bei Migration, Energie und Kriegstreiberei zu diskutieren und zu korrigieren“, schrieb der Kreml-Sondergesandte.
Russland schadenfroh: „Große Krise“ in Europa
Frankreich räumt in diesen Tagen die Trümmer eines Wochenendes auf, an dem gewalttätige Krawalle die Massenproteste überschattet haben. Auf die Straße gegangen waren die Menschen wegen der Bildungspolitik und der hohen Lebenshaltungskosten. Doch die Lage eskalierte. Tausende kamen in Polizeigewahrsam, Ausgangssperren wurden angekündigt.
Die Reaktionen aus Russland reichen von offener Häme und Fremdenfeindlichkeit bis zu Schadenfreude in Richtung Westen. Die Szenen von brennenden Autos, randalierenden Jugendlichen und Chaos in den Straßen sind Wasser auf die Mühlen Russlands.
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Montag vor Journalisten, Europa stecke in einer „großen Krise“. „Es ist schwer zu sagen, ob es sich um eine systemische oder nicht-systemische Krise handelt, aber es ist klar, dass es eine große Krise ist. Das sind Unruhen, die tatsächlich schon an Chaos grenzen“, so Peskow.
Außenamtssprecherin Maria Sacharowa warf Europa am Sonntag auf Telegram „Doppelmoral“ im Umgang mit Protesten vor. Sie zitierte Präsident Emmanuel Macron, der „unnachgiebig“ gegen gewalttätige Randalierer vorgehen will. Dann fragte sie, wo dabei „Menschenrechte“ und „Meinungsfreiheit“ blieben. „Mit anderen Worten: Wenn die Franzosen Paris verwüsten, verlangt das kompromisslose Verurteilung und harte Maßnahmen, aber wenn Demonstranten in anderen Ländern Städte verwüsten, sollen wir schweigend zusehen“, schrieb sie.
Sacharowa wirft Europa „Doppelmoral“ im Umgang mit Protesten vor
Sie warf dem Westen „Doppelmoral“ vor, „wenn es um Menschenrechtsfragen und die Einmischung in die inneren Angelegenheiten souveräner Staaten geht“. Damit spielte sie auf die Kritik des Westens an, dass Russland friedliche Proteste im eigenen Land niederschlägt.
Schon am Freitag wollte Sacharowa Öl ins Feuer gießen. Sie warf der französischen Regierung vor, dem eigenen Volk Geld wegnehmen zu wollen, um das „terroristische Regime“ in Kiew zu finanzieren. „Waffen und Granaten statt Schulsachen und Lehrbücher – das sind heute die Prioritäten der politischen Führung Frankreichs“, sagte sie. Die Behauptung, die ukrainische Führung sei von Neonazis unterwandert, ist eine häufige Propagandaerzählung des Kremls.
Frankreich indes versucht weiter, die Geschehnisse vom Wochenende aufzuarbeiten: Premierminister Sébastien Lecornu spricht von rund 3.000 geplünderten oder beschädigten Geschäften. Er ließ in mehreren Städten nächtliche Ausgangssperren verhängen. Und Innenminister Laurent Nuñez räumte ein, die Polizei habe in manchen Städten „die Kontrolle verloren“ und die Zahl der Teilnehmenden unterschätzt. Macron selbst kündigte einen Runden Tisch mit Schülern, Lehrern, Gewerkschaften und Vertretern der Wirtschaft an. (mg)

