Hammer-Märkte dicht: 1100 Mitarbeiter verlieren Job.
Aus für Hammer-KetteDie letzten 21 Filialen schließen – kein Investor gefunden

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Die Handels- und Einrichtungskette Hammer hatte zu Jahresbeginn etwa 90 Standorte. Im März und im April schlossen bereits zahlreiche Filialen, auch diese in Hamm. (Archivbild)
Das bittere Ende für eine bekannte Kette: Die Hammer-Fachmärkte machen für immer dicht. Bis Ende Mai ist in den letzten 21 Filialen Schluss. Für rund 1100 Menschen bedeutet das den Jobverlust.
Die Entwicklung sei „außerordentlich bedauerlich“, erklärte Insolvenzverwalter Stefan Meyer gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Bereits Ende April flatterten bei der gesamten Belegschaft von rund 1.100 Personen die Kündigungen ins Haus. Das Aus kam in Etappen: Schon Ende März mussten 46 Märkte schließen, vier Wochen danach folgten 20 weitere.
Hoffnung auf Rettung in letzter Sekunde geplatzt
Ein Investor, der das Geschäft mit Raumausstattung und Heimtextilien hätte weiterführen können, wurde nicht gefunden. Meyer bestätigte, dass es zwar mehrere Interessenten gab. Doch die unverbindlichen Angebote seien am Ende wieder zurückgenommen worden.
Die Rahmenbedingungen für eine Rettung nannte der Insolvenzverwalter „äußerst herausfordernd“. Er verwies auf die zweite Insolvenz binnen kurzer Zeit, das schwierige Marktumfeld und die schlechte finanzielle Verfassung des Unternehmens. Gespräche mit Vermietern und branchenfremden Firmen laufen zwar noch, dabei geht es aber nur um die Übernahme von Mietflächen. Ob frühere Angestellte übernommen werden, ist völlig unklar.
Zweite Pleite innerhalb von nur einem Jahr
Die Hammer Raumstylisten GmbH hatte erst im Januar den Insolvenzantrag eingereicht. Das Kuriose: Die Fachmärkte waren erst im Herbst von einem undurchsichtigen Investorenkonsortium namens Rethink übernommen worden. Wer genau hinter dieser Gruppe steckt, blieb im Dunkeln.
Zuvor war schon der ehemalige Mutterkonzern, die Brüder Schlau Gruppe, im Juni 2025 in die Insolvenz in Eigenverwaltung gerutscht und anschließend zerschlagen worden. Schon damals wurden etliche Hammer-Filialen dichtgemacht und die Großhandelssparte Schlau komplett aufgegeben.
Pleitewelle im Einzelhandel reißt nicht ab
Das Ende von Hammer ist ein weiteres düsteres Kapitel für den deutschen Einzelhandel. Die gedrückte Konsumstimmung und die übermächtige Konkurrenz aus dem Onlinehandel setzen viele Unternehmen massiv unter Druck. Kürzlich mussten auch der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Deko-Kette Depot Insolvenz anmelden.
Die Zahl der Firmenpleiten in der Branche hat den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt erreicht. Der Kreditversicherer Allianz Trade registrierte im Vorjahr 2.571 Fälle. Branchenkenner erwarten, dass diese Zahlen weiter ansteigen werden. (dpa/red)
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