„Fridays for Future“ Klima-Schützende verbieten Auftritt von Musikerin – schuld ist ihre Frisur

„Fridays for Future“ (FFF) hat den Auftritt einer Musikerin gekippt. Grund für die Absage war ihre Frisur. Das Symbolfoto zeigt eine FFF-Demo in Berlin am 3. März 2022.

„Fridays for Future“ (FFF) hat den Auftritt einer Musikerin gekippt. Grund für die Absage war ihre Frisur. Das Symbolfoto zeigt eine FFF-Demo in Berlin am 3. März 2022.

Sängerin Ronja Maltzahn wollte am Freitag auf einer„Fridays for Future“-Demo für den Frieden singen. Daraus wird allerdings nichts. Der Veranstalter hat den Auftritt der Musikerin gekippt. Der Grund: ihre Frisur.

Eigentlich wollte Ronja Maltzahn am kommenden Freitag (25. März 2022) auf einer „Fridays for Future“ (FFF)-Demo in Hannover ein musikalisches Zeichen für den Frieden setzen. Die Sängerin war sogar ganz offiziell eingeladen.

Doch nun ist klar, dass daraus nichts wird, wie Ronja Maltzahn kürzlich erfuhr. Der Veranstalter selbst war es, der den Auftritt der Musikerin kippte. Völlig entgeistert meldete sich die Sängerin auf Instagram und machte ihrem Frust über die Begründung zur Absage Luft.

„Fridays for Future“ kippt Ronja Maltzahns Auftritt

„Wir hatten uns darauf gefreut, ein Zeichen für Frieden und gegen Diskriminierung mit unserer Musik setzen zu dürfen. Schade, dass wir aufgrund von äußerlichen Merkmalen davon ausgeschlossen werden“, klagte Ronja Maltzahn auf Instagram.

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Die Künstlerin veröffentlichte dazu einen Screenshot der offiziellen FFF-Absage. „Neue Presse“-Informationen zufolge wurde die Echtheit der Nachricht von einer Sprecherin von „Fridays for Future“ bestätigt.

„Der Grund dafür ist, dass wir gerade bei diesem globalen Streik auf ein antikolonialistisches und antirassistisches Narrativ setzen und es daher für uns nicht vertretbar ist, eine weiße Person mit Dreadlocks auf unserer Bühne zu haben“, argumentierte FFF.

Dreadlocks bei weißen Menschen seien eine Form der kulturellen Aneignung, so FFF. Die Frisur wurde in der Zeit der Sklaverei als Zeichen der Unterdrückung von schwarzen Menschen genutzt.

Ein drastischer Schritt, der in den sozialen Netzwerken für ein geteiltes Echo sorgte. Ein Fan etwa meinte, die Absage sei nur der logische und einzig und allein richtige Entschluss: „Sie eignet sich eine andere Kultur an, eine Kultur, die in Zeiten von Sklaverei von Weißen unterdrückt wurde.“

Das Gros ihrer Fans schien allerdings einer ganz anderen Auffassung zu sein.

„Fridays for Future“: Fans können Absage nicht nachvollziehen

In der Kommentarspalte drückten zahlreiche Fans ihr Mitgefühl über die Absage aus.

  • „Engstirnig. Tut mir sehr leid.“
  • „Wenn hinter politischer Korrektheit keine wirkliche Toleranz steckt.“
  • „Ich verstehe es nicht. Können wir manche Dinge, wie zum Beispiel Frisuren, nicht gegenwärtig betrachten und es als ein Zeichen von kultureller Vielfalt sehen? Es kommt doch auf Texte und Taten an, nicht auf Äußerlichkeiten.“
  • „Dabei willst du Gutes tun und stattdessen wirst du wegen deiner Dreadlocks diskriminiert. Das ist wirklich traurig.“

„Fridays for Future“: Ronja Maltzahn darf spielen – muss sich aber Dreadlocks abrasieren

Immerhin: Die Klima-Schützenden machten Ronja Maltzahn ein Angebot. Die Musikerin dürfe auf die Bühne, hieß es. Sie müsse sich aber an eine Vorgabe halten. Und die sei unverhandelbar.

„Solltest du dich bis Freitag dazu entscheiden, deine Dreadlocks abzuschneiden, würden wir dich natürlich auf der Demo begrüßen und spielen lassen“, erklärte FFF in der Instagram-Nachricht weiter.

Ronja Maltzahn jedenfalls kann den ganzen Wirbel nicht verstehen. Sie wolle mit ihrer Haar-Pracht im Grunde Gegenteiliges bewirken, erklärt sie: „Wir möchten keinen Menschen aufgrund von seiner/ihrer kulturellen Herkunft diskriminieren, sondern vielmehr kultureller Vielfalt eine Bühne geben, sie wertschätzen und zelebrieren, für Gender-Equality, Achtsamkeit und Toleranz einstehen.“ (cw)

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